Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Innere Medizin

Lungenödem

Beim Lungenödem tritt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Lungengewebe und die Lungenbläschen über, wodurch der lebensnotwendige Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid behindert wird. Die häufigste Ursache ist eine akute Herzschwäche, bei der sich Blut vor dem geschwächten Herzen zurückstaut. Ein Lungenödem kann sich innerhalb von Minuten bis Stunden entwickeln und stellt in vielen Fällen einen medizinischen Notfall dar.

Ursachen

Das kardiale Lungenödem entsteht durch eine akute oder verschlechterte chronische Herzschwäche, einen Herzinfarkt oder eine hypertensive Krise, bei denen sich der Druck im Lungenkreislauf erhöht und Flüssigkeit in die Lunge gepresst wird. Ein nicht kardial bedingtes Lungenödem entsteht durch eine direkte Schädigung der Lungengefäße, etwa bei schweren Infektionen, Einatmen giftiger Gase, Höhenkrankheit oder als Teil eines akuten Lungenversagens (ARDS).

Symptome

Kennzeichnend ist eine plötzlich einsetzende, oft sehr ausgeprägte Atemnot, die sich im Liegen verschlechtert und Betroffene aufrecht sitzen lässt. Hinzu kommen ein rasselndes Atemgeräusch, Husten mit teils schaumigem, rosa gefärbtem Auswurf, Angst und, bei schwerem Verlauf, eine bläuliche Verfärbung der Lippen durch Sauerstoffmangel. Ein kardiales Lungenödem geht häufig zusätzlich mit Herzrasen und kaltem Schweiß einher.

Diagnostik

Die körperliche Untersuchung mit Abhören feuchter Rasselgeräusche über der Lunge liefert erste wichtige Hinweise. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs zeigt die typischen Verschattungen durch die Flüssigkeitseinlagerung. Blutuntersuchungen, ein EKG und eine Echokardiografie klären, ob eine Herzschwäche oder ein Herzinfarkt als Ursache vorliegt, während bei Verdacht auf eine nicht kardiale Ursache gezielt nach Infektionen oder anderen Auslösern gesucht wird.

Behandlung

Die Akutbehandlung erfolgt meist im Sitzen mit Sauerstoffgabe und entwässernden Medikamenten (Diuretika), die überschüssige Flüssigkeit rasch ausschwemmen. Bei sehr schwerer Atemnot kann eine nicht-invasive Beatmungsunterstützung notwendig werden. Parallel wird die zugrunde liegende Ursache behandelt, etwa ein Herzinfarkt durch eine Gefäßeröffnung oder eine hypertensive Krise durch blutdrucksenkende Medikamente. Bei nicht kardialem Lungenödem steht die Behandlung der auslösenden Erkrankung im Vordergrund.

Verlauf und Vorbeugung

Mit rascher Behandlung bessert sich ein akutes Lungenödem oft innerhalb weniger Stunden deutlich. Unbehandelt kann es rasch zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel führen. Bei bekannter chronischer Herzschwäche senken eine konsequente medikamentöse Behandlung, eine kontrollierte Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Gewichtskontrollen zur frühen Erkennung von Wassereinlagerungen das Risiko eines erneuten akuten Lungenödems.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum wird die Atemnot im Liegen schlimmer?

Im Liegen verteilt sich mehr Blut in den Lungenkreislauf, was den Druck dort weiter erhöht und den Flüssigkeitsaustritt verstärkt — deshalb sitzen Betroffene instinktiv aufrecht.

Ist ein Lungenödem immer ein Notfall?

Ein akutes Lungenödem mit deutlicher Atemnot ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.

Kann ein Lungenödem ohne Herzerkrankung entstehen?

Ja, auch schwere Infektionen, giftige Gase, Höhenkrankheit oder ein akutes Lungenversagen können ein Lungenödem ohne zugrunde liegende Herzschwäche auslösen.

Wie lässt sich ein erneutes Lungenödem bei Herzschwäche vermeiden?

Konsequente Einnahme der verordneten Medikamente, eine angepasste Flüssigkeits- und Salzzufuhr sowie regelmäßiges Wiegen zur frühen Erkennung von Wassereinlagerungen helfen vorzubeugen.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen