Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft und ein Teil des Herzmuskels nicht mehr durchblutet wird. Je schneller die Behandlung beginnt, desto mehr Herzmuskelgewebe kann gerettet werden — Zeit ist beim Herzinfarkt der entscheidende Faktor.
Typische Symptome
Plötzlicher, meist drückender oder brennender Schmerz im Brustkorb, der länger als wenige Minuten anhält und in Arm, Schulter, Rücken, Hals oder Oberbauch ausstrahlen kann. Begleitend häufig Angstgefühl, Kaltschweißigkeit, Übelkeit und Atemnot.
Untypische Symptome, besonders bei Frauen
Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Diabetes zeigen häufiger untypische Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Rücken- oder Oberbauchschmerzen, Atemnot oder starke Erschöpfung ohne den klassischen Brustschmerz. Auch diese Anzeichen sollten im Zweifel als möglicher Herzinfarkt behandelt werden.
Sofortmaßnahmen
Sofort den Notruf 112 wählen — nicht selbst zum Arzt oder in die Klinik fahren, weil sich unterwegs ein Kreislaufstillstand entwickeln kann. Die Person beruhigen und in eine bequeme Position bringen (Sitzen oder Liegen), beengende Kleidung öffnen. Bewusstseinsklare Erwachsene mit Brustschmerzen bei vermutetem Herzinfarkt sollen ermutigt werden, so bald wie möglich 150–300 mg Acetylsalicylsäure (ASS) als Kautablette zu nehmen. Kein ASS bei Brustschmerzen unklarer oder traumatischer Ursache, bei bekannter Allergie gegen ASS, schwerem Asthma bronchiale oder bekannten Magen-Darm-Blutungen. Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung sofort mit der Reanimation beginnen.
Weiterführende Informationen der Organisationen
- German Resuscitation Council — Reanimation 2021, Leitlinien kompakt (PDF) — Kapitel Erste Hilfe, S. 122: bei Brustschmerz beruhigen, bequeme Position, Notruf; bewusstseinsklare Erwachsene sollen 150–300 mg ASS als Kautablette nehmen (nicht bei unklarer oder traumatischer Ursache, ASS-Allergie, schwerem Asthma bronchiale, bekannten Magen-Darm-Blutungen)
- Deutsche Herzstiftung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Reicht es, eine Schmerztablette zu geben und abzuwarten?
Nein — bei Verdacht auf Herzinfarkt zählt der sofortige Notruf, nicht das Abwarten oder Selbstbehandeln. Die empfohlene ASS-Kautablette (siehe Sofortmaßnahmen) ersetzt den Notruf nicht; nur professionelle Diagnostik und Behandlung können die Gefäßverstopfung beheben.
Sollte ich selbst zur Notaufnahme fahren?
Nein — der Rettungsdienst kann bereits während der Fahrt behandeln und ist auf einen möglichen Kreislaufstillstand vorbereitet, ein privates Fahrzeug nicht.
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