Herz-Kreislauf-Stillstand
Beim Herz-Kreislauf-Stillstand hört das Herz auf, wirksam Blut zu pumpen — meist durch Kammerflimmern nach einem Herzinfarkt. Die betroffene Person reagiert nicht und atmet nicht normal. Ohne sofortige Wiederbelebung sinkt die Überlebenschance innerhalb weniger Minuten drastisch, weil dem Gehirn die Sauerstoffversorgung fehlt.
Woran erkennt man einen Herz-Kreislauf-Stillstand?
Zwei Zeichen genügen für den Verdacht: Die Person reagiert nicht auf Ansprache und Berühren, und sie atmet nicht normal (keine Atmung oder nur vereinzelte, schnappende Atemzüge — die sogenannte Schnappatmung). Ein Pulstasten wird Laien nicht mehr empfohlen, weil es zu unsicher ist und wertvolle Zeit kostet.
Was tun, Schritt für Schritt?
Ansprechbarkeit prüfen, laut um Hilfe rufen. Sofort den Notruf 112 wählen oder wählen lassen — im Lautsprechermodus, damit die Leitstelle anleiten kann. Dann ohne Verzögerung mit der Herzdruckmassage beginnen: harter Untergrund, Handballen mittig auf dem Brustbein, Drucktiefe 5–6 cm, Frequenz 100–120 pro Minute, den Brustkorb nach jedem Druck vollständig entlasten. Wer es kann und mag, wechselt im Verhältnis 30:2 mit Beatmung ab; ungeübte Helfer:innen dürfen sich auf durchgehende Herzdruckmassage beschränken — das ist besser als nichts zu tun.
Automatisierter externer Defibrillator (AED)
Ist ein AED erreichbar, sollte er so früh wie möglich geholt und eingesetzt werden. Das Gerät führt per Sprachansage durch jeden Schritt und analysiert den Herzrhythmus selbst — ein Stromstoß wird nur ausgelöst, wenn er wirklich nötig ist. Die Herzdruckmassage läuft parallel bis zum Anlegen der Elektroden weiter.
Warum zählt jede Minute?
Ohne Kreislauf sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jeder Minute ohne Wiederbelebung erheblich, weil das Gehirn extrem sauerstoffempfindlich ist. Laienreanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt genau diese kritische Phase und verdoppelt bis verdreifacht nach Studienlage die Überlebenschancen.
Quellen & weiterführende Stellen
- German Resuscitation Council — Leitlinien Reanimation — Aktuelle Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation für Laien und Fachkräfte
- German Resuscitation Council — Leitlinien Reanimation — Praxisanleitung zur Laienreanimation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann ich bei der Herzdruckmassage etwas falsch machen?
Die größere Gefahr ist Zögern, nicht ein zu fester Druck. Rippenbrüche sind möglich, aber im Vergleich zum Nutzen einer frühen Reanimation nachrangig. Im Zweifel durchgehend drücken und sich von der Notrufleitstelle anleiten lassen.
Muss ich Mund-zu-Mund-Beatmung machen?
Nein. Für ungeübte Ersthelfer:innen empfehlen die Leitlinien reine Herzdruckmassage (Hands-only-CPR), wenn eine Beatmung unsicher oder unangenehm ist — besser durchgehend drücken als aus Scheu ganz aufzuhören.
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