Schock (medizinischer Notfall)
Ein Schock im medizinischen Sinn ist eine akute, lebensbedrohliche Kreislaufstörung, bei der Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden — unabhängig vom umgangssprachlichen „Schrecken“. Ursachen sind unter anderem starker Blutverlust, schwere Verbrennungen, Allergien oder Herzprobleme.
Typische Anzeichen
Blasse, kalte, oft schweißige Haut, schneller, schwacher Puls, schnelle flache Atmung, Unruhe oder zunehmende Teilnahmslosigkeit, Durstgefühl. Die Anzeichen entwickeln sich oft schleichend und werden anfangs unterschätzt.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Notruf 112. Ursache wenn möglich behandeln (z. B. Blutung stillen). Die Person flach lagern und die Beine hochlagern, sofern keine Verletzung dagegenspricht — das unterstützt den Rückfluss von Blut zum Herzen. Wärmeverlust mit einer Decke oder Rettungsdecke vorbeugen, beruhigend zusprechen, nichts zu trinken geben.
Wann besonders vorsichtig sein?
Bei Verdacht auf Wirbelsäulen-, Kopf- oder Beinverletzung die Hochlagerung der Beine unterlassen und stattdessen möglichst ruhig und flach lagern. Bei Atemnot ist eine leicht erhöhte Oberkörperlage oft angenehmer — im Zweifel die Wunschlage der betroffenen Person respektieren, solange sie ansprechbar ist.
Weiterführende Informationen der Organisationen
- German Resuscitation Council — Reanimation 2021, Leitlinien kompakt (PDF) — Kapitel Erste Hilfe, S. 121: Personen im Schock auf den Rücken legen; Beine anheben nur ohne Verletzungsanzeichen und nur vorübergehend bis zum Rettungsdienst
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten)
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist ein Schock dasselbe wie eine Ohnmacht?
Nein. Eine Ohnmacht (Synkope) ist ein kurzer, meist harmloser Bewusstseinsverlust mit rascher Erholung. Ein Schock ist ein anhaltender, potenziell lebensbedrohlicher Kreislaufzusammenbruch, der ärztliche Behandlung braucht.
Darf ich der Person etwas zu trinken geben?
Nein — bei einem möglichen Schock besteht das Risiko, dass später eine Narkose nötig wird oder die Person erbricht; Flüssigkeit sollte deshalb unterbleiben, auch wenn Durst geäußert wird.
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