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Herz & Kreislauf

Rheumatische Mitralklappenkrankheiten

Rheumatische Mitralklappenkrankheiten sind Erkrankungen der Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer, die als Spätfolge eines rheumatischen Fiebers entstehen. Durch die im Rahmen des rheumatischen Fiebers ausgelöste Entzündungsreaktion vernarbt die Klappe im Laufe der Zeit, was zu einer Verengung, einer Undichtigkeit oder einer Kombination aus beidem führen kann.

Ursachen

Ursächlich ist ein zuvor durchgemachtes rheumatisches Fieber, eine entzündliche Reaktion des Immunsystems nach einer Infektion mit bestimmten Streptokokken-Bakterien, bei der sich Antikörper fälschlicherweise auch gegen körpereigenes Gewebe, unter anderem die Herzklappen, richten. Die eigentliche Klappenschädigung entwickelt sich häufig erst Jahre bis Jahrzehnte nach dem ursprünglichen rheumatischen Fieber.

Symptome

Bei einer Verengung der Mitralklappe stehen Luftnot, insbesondere bei Belastung und im Liegen, sowie Müdigkeit im Vordergrund. Bei einer Undichtigkeit der Klappe können zusätzlich Herzstolpern und Zeichen einer Herzschwäche wie Wassereinlagerungen in den Beinen auftreten. Viele Betroffene bemerken die Beschwerden erst Jahre nach dem ursprünglichen rheumatischen Fieber, das mitunter kaum erinnerlich ist.

Diagnostik

Eine Herzultraschalluntersuchung stellt die vernarbte, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Klappe sowie das Ausmaß der Verengung oder Undichtigkeit direkt dar und ist die wichtigste Untersuchung. Ein Elektrokardiogramm kann zusätzlich Hinweise auf eine Belastung des Herzens oder eine begleitende Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern liefern, die bei dieser Erkrankung häufig auftritt.

Behandlung

Bei leichten Formen reichen regelmäßige Kontrollen sowie eine medikamentöse Behandlung von Begleitsymptomen wie Herzrhythmusstörungen aus. Bei ausgeprägter Verengung kann die Klappe mit einem Herzkatheterverfahren aufgedehnt werden, bei schwerer Undichtigkeit oder komplexen Klappenveränderungen wird eine operative Reparatur oder ein Klappenersatz notwendig. Eine vorbeugende Antibiotikabehandlung wird bei einem Teil der Betroffenen empfohlen, um ein erneutes rheumatisches Fieber zu verhindern.

Verlauf und Prognose

Ohne Behandlung schreitet die Klappenschädigung meist langsam über Jahre fort und kann zu einer zunehmenden Herzschwäche führen. Mit rechtzeitiger, geeigneter Behandlung, sei es durch eine Ballondehnung oder einen operativen Klappenersatz, ist die langfristige Prognose bei den meisten Betroffenen gut. In Regionen mit unzureichender medizinischer Versorgung bleibt das rheumatische Fieber weiterhin eine bedeutende Ursache von Herzklappenfehlern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum treten die Beschwerden erst Jahre nach dem rheumatischen Fieber auf?

Weil sich die Vernarbung der Klappe erst allmählich über Jahre bis Jahrzehnte entwickelt, bevor sie zu einer relevanten Verengung oder Undichtigkeit führt.

Warum wird manchmal vorbeugend ein Antibiotikum gegeben?

Um ein erneutes rheumatisches Fieber und damit eine weitere Schädigung der Herzklappen zu verhindern.

Wie wird eine verengte Mitralklappe behandelt?

Bei ausgeprägter Verengung kann die Klappe mit einem Herzkatheterverfahren aufgedehnt werden, bei komplexeren Veränderungen wird häufig eine Operation notwendig.

Ist das rheumatische Fieber weltweit noch relevant?

Ja, in Regionen mit unzureichender medizinischer Versorgung bleibt es weiterhin eine bedeutende Ursache von Herzklappenfehlern.

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