Postthrombotisches Syndrom
Das postthrombotische Syndrom ist eine langfristige Komplikation nach einer tiefen Beinvenenthrombose, bei der die Venenklappen im betroffenen Bein dauerhaft geschädigt bleiben, selbst wenn sich das ursprüngliche Blutgerinnsel aufgelöst hat. Die geschädigten Klappen können den Blutrückfluss zum Herzen nicht mehr ausreichend verhindern, was zu einem chronisch erhöhten Druck in den Venen des Beins führt.
Ursachen
Während der Thrombose und bei ihrer Auflösung entstehen entzündliche Veränderungen an den Venenklappen und der Gefäßwand, die deren normale Funktion dauerhaft beeinträchtigen können. Je größer und ausgedehnter die ursprüngliche Thrombose war und je länger sie bis zur Behandlung bestand, desto höher ist das Risiko für ein postthrombotisches Syndrom. Wiederholte Thrombosen im selben Bein sowie deutliches Übergewicht erhöhen das Risiko zusätzlich.
Symptome
Kennzeichnend sind eine chronische Schwellung des betroffenen Beins, ein Schwere- und Spannungsgefühl, das sich im Tagesverlauf und bei langem Stehen verstärkt, sowie Krampfneigung und Schmerzen. Im Verlauf können sich sichtbare Krampfadern, eine bräunliche Verfärbung und Verhärtung der Haut am Unterschenkel sowie, in ausgeprägten Fällen, schlecht heilende offene Wunden (venöse Unterschenkelgeschwüre) entwickeln.
Diagnostik
Die Diagnose wird anhand der typischen Beschwerden im betroffenen Bein nach vorausgegangener Thrombose sowie einer körperlichen Untersuchung gestellt. Eine Ultraschalluntersuchung mit Dopplermessung des Blutflusses kann die geschädigte Klappenfunktion und einen möglichen Rückstrom des Blutes nachweisen sowie eine erneute frische Thrombose ausschließen. Standardisierte Bewertungsskalen helfen, den Schweregrad der Beschwerden einzuschätzen und den Verlauf über die Zeit zu dokumentieren.
Behandlung
Kompressionsstrümpfe zählen zur wichtigsten Basisbehandlung, da sie den erhöhten Venendruck von außen abfangen und Schwellung sowie Beschwerden deutlich lindern können. Regelmäßiges Hochlagern der Beine, Bewegung und der Verzicht auf langes Stehen unterstützen zusätzlich den venösen Rückfluss. Bei bereits bestehenden offenen Wunden ist eine spezialisierte Wundbehandlung notwendig. In ausgewählten, schweren Fällen können operative oder kathetergestützte Verfahren zur Verbesserung des venösen Abflusses erwogen werden.
Verlauf und Vorbeugung
Das postthrombotische Syndrom entwickelt sich meist innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre nach der ursprünglichen Thrombose und verläuft danach häufig über viele Jahre chronisch, mit wechselnder Beschwerdeintensität. Eine konsequente Behandlung der akuten Thrombose mit ausreichender Blutverdünnung sowie das frühzeitige Tragen von Kompressionsstrümpfen nach einer Thrombose können das Risiko für die Entwicklung eines postthrombotischen Syndroms deutlich senken.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Postthrombotisches Syndrom: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann man ein postthrombotisches Syndrom verhindern?
Eine konsequente Behandlung der akuten Thrombose sowie frühzeitiges Tragen von Kompressionsstrümpfen können das Risiko deutlich senken, ein vollständiger Schutz besteht jedoch nicht.
Wie lange nach der Thrombose treten die Beschwerden auf?
Meist innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre nach der ursprünglichen Thrombose, wobei sich die Beschwerden danach häufig über viele Jahre chronisch fortsetzen.
Warum helfen Kompressionsstrümpfe?
Sie fangen den erhöhten Druck in den geschädigten Venen von außen ab und unterstützen den Blutrückfluss zum Herzen, was Schwellung und Beschwerden deutlich lindern kann.
Kann sich ein venöses Unterschenkelgeschwür wieder schließen?
Mit konsequenter Kompressionsbehandlung und spezialisierter Wundversorgung heilen viele dieser Wunden, die Behandlung erfordert jedoch oft viel Geduld und dauert häufig Wochen bis Monate.
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