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Herz & Kreislauf

Kardiomegalie

Die Kardiomegalie bezeichnet eine über das normale, altersentsprechende Maß hinausgehende Vergrößerung des Herzens, die keine eigenständige Erkrankung darstellt, sondern stets Ausdruck einer zugrunde liegenden Herzerkrankung ist, die zu einer dauerhaften Mehrbelastung des Herzmuskels geführt hat. Diese Vergrößerung kann durch eine Verdickung der Herzmuskelwand, eine Erweiterung der Herzhöhlen oder eine Kombination aus beidem entstehen, wobei sich der Herzmuskel im Rahmen dieser Anpassungsprozesse zunächst kompensatorisch an eine erhöhte Belastung anpasst, bevor diese Anpassung bei fortschreitender Erkrankung in eine funktionell nachteilige Vergrößerung übergeht. Da der Kardiomegalie sehr unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können, von Herzklappenerkrankungen über einen chronisch erhöhten Blutdruck bis zu direkten Erkrankungen des Herzmuskels selbst, ist eine sorgfältige Abklärung der jeweiligen zugrunde liegenden Ursache von zentraler Bedeutung für die weitere Behandlung.

Ursachen

Die Kardiomegalie kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Herzerkrankungen verursacht werden, die gemeinsam zu einer dauerhaften Mehrbelastung des Herzmuskels führen. Ein chronisch erhöhter Blutdruck zwingt das Herz zu einer verstärkten Pumpleistung gegen den erhöhten Widerstand im Körperkreislauf, was im Laufe der Zeit zu einer Verdickung des linken Herzmuskels führen kann. Undichte oder verengte Herzklappen führen je nach Art der Klappenerkrankung entweder zu einer Volumen- oder einer Druckbelastung der betroffenen Herzhöhlen, die diese im Verlauf zunehmend vergrößern lässt. Direkte Erkrankungen des Herzmuskels selbst, sogenannte Kardiomyopathien, können sowohl durch eine erbliche Veranlagung als auch durch äußere Einflüsse wie chronischen Alkoholkonsum oder eine vorausgegangene Herzmuskelentzündung entstehen und ebenfalls zu einer Vergrößerung des Herzens führen. Auch eine langfristig unzureichend behandelte koronare Herzkrankheit mit geschädigtem Herzmuskelgewebe zählt zu den häufigen zugrunde liegenden Ursachen.

Symptome

Die Kardiomegalie selbst verursacht keine eigenständigen Beschwerden, sondern die Symptome ergeben sich aus der zugrunde liegenden Herzerkrankung sowie der damit häufig einhergehenden eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens. Zu den häufigsten Beschwerden zählen eine zunehmende Kurzatmigkeit, zunächst bei körperlicher Belastung und im fortgeschrittenen Stadium auch in Ruhe, sowie eine allgemeine Leistungsminderung und rasche Ermüdbarkeit. Wassereinlagerungen in den Beinen sowie eine nächtliche, durch das Liegen verstärkte Atemnot können als Zeichen einer begleitenden Herzschwäche hinzukommen. Bei manchen Betroffenen fällt eine Kardiomegalie zunächst als Zufallsbefund im Rahmen einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs aus anderem Anlass auf, ohne dass zuvor eindeutige Beschwerden bestanden hätten.

Diagnostik

Der erste Hinweis auf eine Kardiomegalie ergibt sich häufig aus einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs, in der sich die Größe des Herzschattens im Verhältnis zur Weite des Brustkorbs beurteilen lässt. Die genauere Beurteilung der Herzvergrößerung sowie insbesondere die Klärung, welche Herzabschnitte betroffen sind und welche Funktionseinschränkung vorliegt, erfolgt durch eine Echokardiographie, die zudem wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefern kann, etwa eine erkennbare Herzklappenerkrankung oder eine Verdickung der Herzmuskelwand. Ein Elektrokardiogramm sowie eine Bestimmung bestimmter Blutwerte, die auf eine Belastung des Herzens hinweisen, ergänzen die Basisdiagnostik. Je nach vermuteter zugrunde liegender Ursache können weiterführende Untersuchungen wie eine Herzkatheteruntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie des Herzens zur genaueren Abklärung notwendig werden.

Behandlung

Die Behandlung der Kardiomegalie richtet sich vollständig nach der jeweils zugrunde liegenden Ursache, da die Vergrößerung des Herzens selbst kein eigenständiges Behandlungsziel darstellt, sondern durch eine wirksame Behandlung der ursächlichen Erkrankung günstig beeinflusst werden soll. Bei einem chronisch erhöhten Blutdruck als Ursache steht eine konsequente medikamentöse Blutdrucksenkung im Vordergrund, die die weitere Belastung des Herzmuskels reduziert. Bei zugrunde liegenden Herzklappenerkrankungen kann je nach Ausmaß eine operative oder kathetergestützte Korrektur der betroffenen Klappe notwendig werden. Liegt eine begleitende Herzschwäche vor, kommen die etablierten medikamentösen Behandlungsprinzipien der Herzinsuffizienz zum Einsatz, die sowohl die Beschwerden lindern als auch das weitere Fortschreiten der Herzvergrößerung verlangsamen können.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Kardiomegalie hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache sowie vom Erfolg ihrer Behandlung ab. Bei rechtzeitiger, wirksamer Behandlung der ursächlichen Erkrankung, etwa eines erhöhten Blutdrucks oder einer Herzklappenerkrankung, kann sich die Herzgröße bei einem Teil der Betroffenen zumindest teilweise wieder normalisieren, was als sogenanntes reverses Remodeling bezeichnet wird. Bleibt die zugrunde liegende Erkrankung unbehandelt oder schreitet sie trotz Behandlung fort, kann sich die Kardiomegalie im Verlauf weiter verschlechtern und mit einer zunehmenden Einschränkung der Herzfunktion sowie einer entsprechend ungünstigeren Prognose einhergehen. Eine regelmäßige kardiologische Verlaufskontrolle mit wiederholter Echokardiographie wird allen Betroffenen empfohlen, um den Erfolg der eingeleiteten Behandlung sowie eine mögliche Größenveränderung des Herzens zu überwachen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist eine Kardiomegalie eine eigenständige Krankheit?

Nein, sie ist stets Ausdruck einer zugrunde liegenden Herzerkrankung, die zu einer dauerhaften Mehrbelastung des Herzmuskels geführt hat.

Wie wird eine Kardiomegalie meist zuerst entdeckt?

Häufig als Zufallsbefund in einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs, gefolgt von einer genaueren Abklärung mittels Echokardiographie.

Kann sich ein vergrößertes Herz wieder normalisieren?

Bei rechtzeitiger, wirksamer Behandlung der zugrunde liegenden Ursache kann sich die Herzgröße bei einem Teil der Betroffenen zumindest teilweise wieder normalisieren.

Wonach richtet sich die Behandlung?

Vollständig nach der jeweils zugrunde liegenden Ursache, etwa einem erhöhten Blutdruck, einer Herzklappenerkrankung oder einer Kardiomyopathie.

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