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Innere Medizin

Vordere Kreuzbandruptur

Die vordere Kreuzbandruptur bezeichnet einen Riss des vorderen Kreuzbandes, eines zentralen, im Inneren des Kniegelenks gelegenen Bandes, das gemeinsam mit dem hinteren Kreuzband für die Stabilität des Kniegelenks bei Dreh- und Verschiebebewegungen zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen von entscheidender Bedeutung ist. Sie zählt zu den häufigsten schweren Bandverletzungen des Kniegelenks und entsteht überwiegend im Rahmen sportlicher Aktivitäten mit plötzlichen Richtungswechseln, abrupten Abbremsbewegungen oder einer Verdrehung des Kniegelenks bei feststehendem Fuß. Aufgrund der zentralen Rolle des vorderen Kreuzbandes für die Stabilität des Kniegelenks kann ein Riss dieses Bandes zu einem erheblichen Gefühl der Instabilität sowie zu Folgeschäden anderer Kniestrukturen führen, wenn keine geeignete Behandlung erfolgt.

Ursachen

Die vordere Kreuzbandruptur entsteht überwiegend durch eine plötzliche Dreh- oder Abbremsbewegung des Kniegelenks bei feststehendem Fuß, wie sie typischerweise bei Sportarten mit raschen Richtungswechseln, etwa Fußball, Skifahren, Handball oder Basketball, auftritt, wobei die dabei auf das Kniegelenk einwirkenden Rotations- und Scherkräfte das Kreuzband überdehnen und zum Reißen bringen können. Im Unterschied zu vielen anderen Sportverletzungen entsteht die vordere Kreuzbandruptur häufig ohne direkten Kontakt mit einem anderen Spieler oder Gegenstand, sondern durch eine ungünstige, plötzliche Eigenbewegung des Betroffenen selbst. Frauen weisen aufgrund anatomischer sowie hormoneller Unterschiede ein im Vergleich zu Männern erhöhtes Risiko für eine vordere Kreuzbandruptur auf. Eine vorausgegangene Kreuzbandverletzung sowie eine allgemeine Bandlaxität erhöhen das individuelle Risiko zusätzlich.

Symptome

Der Riss des vorderen Kreuzbandes wird von vielen Betroffenen im Moment des Unfalls als ein deutlich hörbares oder fühlbares Knacken oder Reißen im Kniegelenk wahrgenommen, gefolgt von einem plötzlich einsetzenden, starken Schmerz sowie einer raschen, ausgeprägten Schwellung des Kniegelenks, die durch eine begleitende Einblutung in das Gelenk entsteht. Nach Abklingen der akuten Schmerzen sowie der Schwellung berichten Betroffene charakteristischerweise über ein wiederkehrendes Instabilitätsgefühl des Kniegelenks, insbesondere bei Dreh- und Richtungswechselbewegungen, bei denen das Gefühl entsteht, dass das Knie wegzuknicken droht, was als sogenanntes Giving-Way-Phänomen bezeichnet wird. Dieses Instabilitätsgefühl beeinträchtigt insbesondere sportliche sowie andere Aktivitäten mit schnellen Richtungswechseln erheblich.

Diagnostik

Die Diagnose der vorderen Kreuzbandruptur wird durch eine körperliche Untersuchung des Kniegelenks gestellt, bei der verschiedene spezielle Untersuchungstests, etwa der sogenannte Lachman-Test, eine vermehrte Verschiebbarkeit des Schienbeinkopfes gegenüber dem Oberschenkelknochen nach vorne aufdecken, was auf den fehlenden stabilisierenden Halt des gerissenen Kreuzbandes zurückzuführen ist. Eine Magnetresonanztomographie des Kniegelenks bestätigt die Diagnose durch die direkte Darstellung des gerissenen Bandes und ermöglicht zudem die Beurteilung möglicher begleitender Verletzungen der Menisken, des Knorpels oder anderer Bandstrukturen, die bei einer Kreuzbandruptur häufig gemeinsam auftreten. Eine Röntgenaufnahme des Kniegelenks dient dem Ausschluss begleitender knöcherner Verletzungen.

Behandlung

Die Behandlung der vorderen Kreuzbandruptur richtet sich nach dem individuellen Aktivitätsniveau sowie den funktionellen Ansprüchen des Betroffenen. Bei Menschen mit geringem sportlichem Anspruch sowie stabilem Kniegelenk trotz des Kreuzbandrisses kann eine konservative Behandlung mit gezielter physiotherapeutischer Kräftigung der kniestabilisierenden Muskulatur ausreichend sein, um eine funktionelle Stabilität des Kniegelenks zu erreichen. Bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen sowie bei ausgeprägtem Instabilitätsgefühl wird meist eine operative Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes empfohlen, bei der das gerissene Band durch ein körpereigenes Sehnentransplantat ersetzt wird, um die normale Stabilität des Kniegelenks langfristig wiederherzustellen. Vor einer geplanten Operation wird häufig zunächst eine physiotherapeutische Vorbehandlung durchgeführt, um die Beweglichkeit des Kniegelenks zu verbessern und das Operationsergebnis zu optimieren.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der vorderen Kreuzbandruptur ist bei angemessener, individuell abgestimmter Behandlung insgesamt gut, wobei sowohl die konservative als auch die operative Behandlung bei entsprechender Indikation zu einer zufriedenstellenden Kniefunktion führen können. Nach einer erfolgreichen operativen Rekonstruktion sowie konsequenter Rehabilitation über mehrere Monate erreicht ein erheblicher Teil der sportlich aktiven Betroffenen wieder das ursprüngliche Aktivitätsniveau, wenngleich die vollständige Rückkehr zum Leistungssport nicht bei allen Betroffenen gelingt. Eine unbehandelte, ausgeprägte Instabilität des Kniegelenks erhöht das Risiko für weitere Verletzungen der Menisken sowie des Gelenkknorpels und begünstigt die spätere Entwicklung einer vorzeitigen Gonarthrose, weshalb eine angemessene Behandlung von Bedeutung für den langfristigen Erhalt der Kniegelenkfunktion ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Entsteht die Verletzung meist durch Kontakt mit anderen Spielern?

Nein, häufig entsteht sie ohne direkten Kontakt, sondern durch eine ungünstige, plötzliche Eigenbewegung mit Dreh- oder Abbremsbewegung des Kniegelenks.

Was ist das Giving-Way-Phänomen?

Ein wiederkehrendes Instabilitätsgefühl des Kniegelenks, bei dem das Gefühl entsteht, dass das Knie wegzuknicken droht, insbesondere bei Dreh- und Richtungswechselbewegungen.

Muss jede vordere Kreuzbandruptur operiert werden?

Nein, bei geringem sportlichem Anspruch und stabilem Kniegelenk kann eine konservative Behandlung mit gezielter Physiotherapie ausreichend sein.

Welches Risiko besteht bei unbehandelter Instabilität?

Ein erhöhtes Risiko für weitere Verletzungen der Menisken und des Gelenkknorpels sowie die spätere Entwicklung einer vorzeitigen Gonarthrose.

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