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Herz & Kreislauf

Stumme Myokardischämie

Die stumme Myokardischämie bezeichnet eine unzureichende Durchblutung des Herzmuskels, die im Unterschied zur klassischen Angina pectoris ohne die typischen, warnenden Brustschmerzen verläuft, obwohl objektive Untersuchungen, insbesondere ein Elektrokardiogramm, eindeutige Zeichen einer Durchblutungsstörung zeigen. Diese Erkrankung tritt besonders häufig bei Menschen mit Diabetes mellitus auf, bei denen eine begleitende Schädigung der Nervenfasern die normale Schmerzwahrnehmung des Herzens beeinträchtigt. Da die typischen Warnsignale fehlen, wird die stumme Myokardischämie häufig erst spät oder zufällig entdeckt, obwohl sie ein ähnliches Risiko für einen Herzinfarkt birgt wie die schmerzhafte Form.

Ursachen

Die stumme Myokardischämie entsteht durch dieselbe zugrunde liegende Ursache wie die schmerzhafte Angina pectoris, nämlich eine Verengung der Herzkranzgefäße durch arteriosklerotische Ablagerungen, die den Herzmuskel bei Belastung oder in Ruhe unzureichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Das Fehlen der begleitenden Schmerzen wird insbesondere bei Menschen mit einem langjährigen, unzureichend eingestellten Diabetes mellitus durch eine begleitende Schädigung der schmerzleitenden Nervenfasern des Herzens erklärt. Auch bei älteren Menschen sowie nach einem vorausgegangenen Herzinfarkt kann die Schmerzwahrnehmung des Herzens vermindert sein.

Symptome

Die stumme Myokardischämie verursacht per Definition keine wahrnehmbaren Brustschmerzen, obwohl der Herzmuskel während der Ischämie tatsächlich unzureichend durchblutet wird. Manche Betroffene bemerken stattdessen unspezifische Beschwerden, insbesondere eine ungewöhnliche Kurzatmigkeit bei Belastung, eine allgemeine Erschöpfung oder ein unklares Unwohlsein, die jedoch nicht eindeutig dem Herzen zugeordnet werden. Die Erkrankung kann daher über lange Zeit vollständig unbemerkt bleiben, bis sie sich erstmals durch einen Herzinfarkt bemerkbar macht.

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Diagnostik

Die Diagnose der stummen Myokardischämie wird durch ein Belastungs-Elektrokardiogramm, eine Langzeit-Elektrokardiogramm-Aufzeichnung oder eine spezielle bildgebende Untersuchung der Herzdurchblutung gestellt, bei der die charakteristischen Zeichen einer unzureichenden Durchblutung nachgewiesen werden, obwohl die untersuchte Person zu diesem Zeitpunkt keine Beschwerden verspürt. Diese Untersuchungen werden insbesondere bei Menschen mit Diabetes mellitus sowie weiteren Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit gezielt im Rahmen der Vorsorge empfohlen.

Behandlung

Die Behandlung der stummen Myokardischämie folgt denselben Grundsätzen wie die Behandlung der schmerzhaften koronaren Herzkrankheit, wobei eine konsequente medikamentöse Behandlung mit gefäßerweiternden sowie herzentlastenden Medikamenten sowie eine Kontrolle der zugrunde liegenden Risikofaktoren, insbesondere Blutzucker, Blutdruck sowie Blutfette, im Vordergrund stehen. Bei einer bedeutsamen Verengung der Herzkranzgefäße kann eine gezielte, gefäßöffnende Behandlung mittels Herzkatheter oder eine Bypassoperation erforderlich werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der stummen Myokardischämie ist bei rechtzeitiger Erkennung sowie konsequenter Behandlung mit der schmerzhaften Form der koronaren Herzkrankheit vergleichbar, wobei das Fehlen der warnenden Schmerzen das Risiko birgt, dass die Erkrankung erst spät oder erst nach einem bereits eingetretenen Herzinfarkt erkannt wird. Eine gezielte, regelmäßige Vorsorgeuntersuchung bei Risikopersonen, insbesondere bei Menschen mit Diabetes mellitus, ist daher von besonderer Bedeutung, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen sowie rechtzeitig zu behandeln.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist das Besondere an der stummen Myokardischämie?

Sie verläuft ohne die typischen, warnenden Brustschmerzen.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Menschen mit einem langjährigen, unzureichend eingestellten Diabetes mellitus.

Wie wird sie entdeckt?

Durch ein Belastungs-Elektrokardiogramm oder eine bildgebende Untersuchung der Herzdurchblutung.

Warum ist eine Vorsorgeuntersuchung bei Risikopersonen wichtig?

Weil die Erkrankung ohne Warnsymptome sonst erst spät erkannt wird.

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