Lichen striatus
Der Lichen striatus ist eine gutartige, entzündliche Hautveränderung, die überwiegend bei Kindern auftritt sowie durch ein charakteristisches, schmales, linienförmiges Band aus kleinen, hautfarbenen bis rötlichen Papeln gekennzeichnet ist, das sich typischerweise entlang eines Armes oder Beines erstreckt. Dieses ungewöhnliche, streifenförmige Verteilungsmuster folgt sogenannten Blaschko-Linien, die die embryonale Wanderungsrichtung bestimmter Hautzellen widerspiegeln, jedoch unter normalen Umständen nicht sichtbar sind. Der Lichen striatus ist eine völlig gutartige, selbstlimitierende Erkrankung, die nach einigen Monaten bis wenigen Jahren von selbst folgenlos abheilt.
Ursachen
Die genaue Ursache des Lichen striatus ist nicht abschließend geklärt, wobei eine fehlgeleitete, örtlich begrenzte Immunreaktion gegen bestimmte, entlang der embryonalen Blaschko-Linien angeordnete Hautzellen als wahrscheinlichste Erklärung angesehen wird. Ein möglicher Zusammenhang mit einer vorausgegangenen viralen Infektion oder einer Impfung wird diskutiert, wobei ein eindeutiger, ursächlicher Zusammenhang bislang nicht sicher nachgewiesen werden konnte. Kinder mit einer bestehenden atopischen Veranlagung erkranken möglicherweise etwas häufiger.
Symptome
Der Lichen striatus äußert sich durch ein plötzlich auftretendes, schmales, lineares Band aus kleinen, flachen bis leicht erhabenen, hautfarbenen bis rötlichen Papeln, das sich meist über mehrere Zentimeter bis über die gesamte Länge eines Armes oder Beines erstreckt sowie in aller Regel nur eine Körperseite betrifft. Die betroffene Hautregion verursacht meist keine oder nur geringe Beschwerden, wobei ein leichter Juckreiz in einem Teil der Fälle zusätzlich auftreten kann. Eine begleitende, geringfügige Veränderung des betroffenen Fingernagels kann in seltenen Fällen zusätzlich beobachtet werden.
Diagnostik
Die Diagnose des Lichen striatus wird durch eine klinische Blickdiagnose gestellt, bei der das charakteristische, linienförmige, entlang der Blaschko-Linien verlaufende Verteilungsmuster zuverlässig erkannt wird. Eine weiterführende Untersuchung ist bei typischem Befund in aller Regel nicht erforderlich, wobei bei untypischem oder unklarem Erscheinungsbild eine Gewebeprobe der Haut zur Sicherung der Diagnose sowie zur Abgrenzung von anderen, streifenförmig verlaufenden Hauterkrankungen entnommen werden kann.
Behandlung
Eine spezifische Behandlung des Lichen striatus ist angesichts seines gutartigen, von selbst abheilenden Charakters in aller Regel nicht notwendig. Bei begleitendem Juckreiz können milde, kortisonhaltige Cremes zur symptomatischen Linderung eingesetzt werden. Eltern betroffener Kinder werden über den harmlosen sowie selbstlimitierenden Charakter der Erkrankung aufgeklärt, um unnötige Sorgen zu vermeiden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Lichen striatus ist sehr gut, da die Hautveränderung bei praktisch allen betroffenen Kindern innerhalb von einigen Monaten bis maximal wenigen Jahren von selbst vollständig sowie in aller Regel ohne bleibende Narbenbildung abheilt. In seltenen Fällen kann nach Abheilen eine vorübergehende, hellere Verfärbung der betroffenen Hautregion zurückbleiben, die sich im Laufe der Zeit ebenfalls zurückbildet. Ein erneutes Auftreten des Lichen striatus ist selten, jedoch möglich.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Lichen striatus: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist der Lichen striatus gefährlich?
Nein, er ist eine gutartige, von selbst abheilende Hauterkrankung.
Wer ist besonders häufig betroffen?
Kinder.
Wie sieht die typische Hautveränderung aus?
Ein schmales, lineares Band aus kleinen Papeln entlang eines Armes oder Beines.
Wie lange dauert es bis zur Abheilung?
Einige Monate bis maximal wenige Jahre.
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