Erythema marginatum
Das Erythema marginatum ist ein flüchtiges, ringförmiges bis girlandenförmiges Hauterythem, das durch einen blassrosa bis roten, leicht erhabenen Rand bei zentral abblassender Haut gekennzeichnet ist sowie vor allem am Rumpf sowie an den proximalen Extremitäten auftritt. Diese Hautveränderung gilt als eines der wichtigen, sogenannten Hauptkriterien für die Diagnose des rheumatischen Fiebers, einer ernstzunehmenden Folgeerkrankung einer vorausgegangenen Streptokokkeninfektion, die auch das Herz betreffen kann. Das Erythema marginatum selbst verursacht keine Beschwerden, seine Erkennung ist jedoch von großer Bedeutung, da es auf die zugrunde liegende, potenziell das Herz gefährdende Erkrankung hinweist.
Ursachen
Das Erythema marginatum entsteht im Rahmen des rheumatischen Fiebers, einer entzündlichen Folgeerkrankung, die einige Wochen nach einer unzureichend behandelten Infektion mit bestimmten Streptokokken-Bakterien, meist einer Mandelentzündung, auftreten kann. Bei dieser Erkrankung richtet sich eine fehlgeleitete Immunreaktion gegen körpereigenes Gewebe, das den Bakterienbestandteilen ähnelt, wodurch neben der Haut auch die Gelenke, das Herz sowie in selteneren Fällen das Nervensystem betroffen sein können.
Symptome
Das Erythema marginatum äußert sich durch flüchtige, ringförmige bis girlandenförmige, blassrosa bis rote Hautveränderungen mit einem leicht erhabenen Rand sowie zentral abblassender Haut, die vor allem am Rumpf sowie an den körperstammnahen Anteilen der Extremitäten auftreten, während Gesicht sowie Handflächen typischerweise ausgespart bleiben. Diese Hautveränderungen verursachen selbst keine Beschwerden sowie können innerhalb weniger Stunden ihre Form sowie Lage verändern. Begleitend bestehen im Rahmen des zugrunde liegenden rheumatischen Fiebers häufig Fieber, wandernde Gelenkschmerzen sowie Anzeichen einer Herzbeteiligung.
Diagnostik
Die Diagnose des Erythema marginatum wird durch eine klinische Untersuchung mit Beurteilung des charakteristischen, flüchtigen Hautbildes gestellt. Da diese Hautveränderung ein wichtiges Zeichen des rheumatischen Fiebers darstellt, erfolgt eine umfassende weiterführende Untersuchung, die eine Blutuntersuchung auf Entzündungswerte sowie Streptokokken-Antikörper, eine Untersuchung der Gelenke sowie eine sorgfältige Untersuchung des Herzens, einschließlich einer Herzultraschalluntersuchung, umfasst.
Behandlung
Eine gezielte Behandlung des Erythema marginatum selbst ist nicht erforderlich, da die Behandlung in erster Linie auf die zugrunde liegende Streptokokkeninfektion sowie das rheumatische Fieber ausgerichtet ist. Diese umfasst eine gezielte antibiotische Behandlung der auslösenden Infektion sowie, bei bereits eingetretenem rheumatischem Fieber, eine entzündungshemmende Behandlung sowie eine sorgfältige Überwachung sowie Behandlung einer möglichen Herzbeteiligung.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Erythema marginatum selbst ist gut, da die Hautveränderung innerhalb weniger Tage bis Wochen folgenlos abklingt. Die Gesamtprognose hängt jedoch entscheidend vom Ausmaß einer möglichen Herzbeteiligung im Rahmen des zugrunde liegenden rheumatischen Fiebers ab, die bei unzureichender Behandlung zu bleibenden Herzklappenschäden führen kann. Eine rechtzeitige Erkennung sowie konsequente Behandlung des rheumatischen Fiebers sowie eine langfristige, vorbeugende antibiotische Behandlung zur Vermeidung erneuter Streptokokkeninfektionen sind daher von erheblicher Bedeutung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Erythema marginatum: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wofür ist das Erythema marginatum ein wichtiges Zeichen?
Für das rheumatische Fieber.
Verursacht es selbst Beschwerden?
Nein, es ist selbst beschwerdefrei.
Welches Organ kann beim rheumatischen Fieber zusätzlich betroffen sein?
Das Herz.
Warum ist eine rechtzeitige Behandlung wichtig?
Um bleibende Herzklappenschäden zu vermeiden.
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