Staphylococcal Scalded Skin Syndrome (SSS-Syndrom)
Das Staphylococcal Scalded Skin Syndrome, kurz SSS-Syndrom, ist eine seltene, überwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern auftretende Erkrankung, bei der ein von bestimmten Staphylokokken-Bakterien gebildetes Gift zu einer großflächigen Ablösung der obersten Hautschicht führt, die dem Erscheinungsbild einer Verbrühung ähnelt.
Ursachen
Ursächlich ist eine Infektion mit bestimmten Stämmen des Bakteriums Staphylococcus aureus, die ein spezielles Gift produzieren, das sich über den Blutkreislauf im Körper ausbreitet und gezielt die Verbindungen zwischen den Zellen der obersten Hautschicht auflöst. Die eigentliche Infektion kann dabei an einer vergleichsweise kleinen, manchmal kaum auffälligen Stelle wie einer Bindehautentzündung oder einer Nabelinfektion beginnen. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders betroffen, da sie das Gift noch nicht ausreichend über die Nieren ausscheiden und neutralisierende Antikörper dagegen noch nicht ausreichend entwickelt haben.
Symptome
Die Erkrankung beginnt meist mit Fieber und einer schmerzhaften, geröteten Haut, gefolgt von der Bildung schlaffer Blasen, die leicht aufplatzen und eine nässende, wie verbrüht wirkende Hautoberfläche zurücklassen. Charakteristisch ist, dass sich die oberste Hautschicht bereits bei leichtem Reiben ablöst. Die Schleimhäute bleiben im Unterschied zu manchen ähnlichen Erkrankungen meist unbeteiligt.
Diagnostik
Die Diagnose wird anhand des charakteristischen klinischen Erscheinungsbildes gestellt. Eine Kultur von der ursprünglichen Infektionsquelle, etwa der Nase, den Augen oder dem Nabel, kann den auslösenden Erreger nachweisen, wobei das Gift selbst meist nicht direkt an der abgelösten Hautstelle, sondern nur am ursprünglichen Infektionsherd zu finden ist. Eine Hautbiopsie kann in unklaren Fällen zur Abgrenzung von ähnlichen, schwereren Erkrankungen beitragen.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit einem Antibiotikum, das gezielt gegen die auslösenden Staphylokokken wirksam ist, meist über die Vene verabreicht. Begleitend ist eine intensive unterstützende Behandlung wichtig, ähnlich wie bei einer Verbrennung, mit sorgfältiger Wundpflege, Schmerzlinderung sowie einem ausreichenden Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, da über die geschädigte Haut erhebliche Flüssigkeitsmengen verloren gehen können.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose bei Kindern sehr gut, die Haut heilt innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig und ohne Narbenbildung ab, da nur die oberste Hautschicht betroffen ist. Unbehandelt oder bei sehr jungen, geschwächten Säuglingen kann die Erkrankung durch den erheblichen Flüssigkeitsverlust und das Risiko einer zusätzlichen Blutvergiftung ernst und in seltenen Fällen lebensbedrohlich verlaufen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — SSS-Syndrom: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sind vor allem kleine Kinder betroffen?
Weil sie das von den Bakterien gebildete Gift noch nicht ausreichend über die Nieren ausscheiden und noch keine ausreichenden neutralisierenden Antikörper dagegen entwickelt haben.
Hinterlässt die Erkrankung Narben?
In der Regel nicht, da nur die oberste Hautschicht betroffen ist und die Haut bei rechtzeitiger Behandlung vollständig und ohne Narbenbildung abheilt.
Warum ist eine Behandlung wie bei einer Verbrennung notwendig?
Weil über die großflächig geschädigte Haut erhebliche Mengen an Flüssigkeit verloren gehen können, was einen sorgfältigen Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich erfordert.
Wo befindet sich die eigentliche Infektionsquelle?
Häufig an einer vergleichsweise kleinen, manchmal kaum auffälligen Stelle wie einer Bindehaut- oder Nabelinfektion, von der aus sich das Gift über den Blutkreislauf ausbreitet.
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