Phobische Störungen
Phobische Störungen sind Angsterkrankungen, bei denen eine unverhältnismäßig starke, anhaltende Furcht vor bestimmten Objekten, Situationen oder Orten besteht, obwohl objektiv keine oder nur eine geringe tatsächliche Gefahr vorliegt. Betroffene entwickeln häufig ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten, um den gefürchteten Auslösern nicht begegnen zu müssen.
Ursachen
Phobische Störungen entstehen durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, erlernten Verhaltensmustern, etwa durch eine belastende Erfahrung mit dem gefürchteten Objekt oder der Situation, sowie beobachtetem ängstlichem Verhalten in der Kindheit. Bestimmte Formen wie die Agoraphobie, die Furcht vor offenen oder öffentlichen Plätzen, können sich auch im Anschluss an Panikattacken entwickeln.
Symptome
Bei Konfrontation mit dem gefürchteten Auslöser entwickeln Betroffene körperliche Angstsymptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern und Atemnot, begleitet von einer intensiven Furcht oder dem Drang zur Flucht. Um diese Reaktion zu vermeiden, meiden Betroffene die entsprechenden Situationen oder Objekte konsequent, was den Alltag erheblich einschränken kann, insbesondere bei einer Agoraphobie oder einer sozialen Phobie.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch eine ausführliche psychiatrische oder psychotherapeutische Untersuchung gestellt, bei der Art, Ausmaß und die daraus resultierenden Einschränkungen im Alltag erfasst werden. Es wird abgegrenzt, ob die Furcht tatsächlich unverhältnismäßig zur objektiven Gefahr ist und ob ein bedeutsames Vermeidungsverhalten vorliegt.
Behandlung
Die wirksamste Behandlung ist eine Verhaltenstherapie mit gezielter, schrittweiser Konfrontation mit dem gefürchteten Objekt oder der Situation, wodurch Betroffene lernen, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt und die Angst mit der Zeit nachlässt. Bei ausgeprägten Beschwerden können ergänzend Medikamente eingesetzt werden, die im Vordergrund der Behandlung jedoch die Psychotherapie nicht ersetzen sollten.
Verlauf und Prognose
Mit einer konsequent durchgeführten Verhaltenstherapie erreicht ein großer Teil der Betroffenen eine deutliche Besserung oder sogar vollständige Überwindung der Phobie. Unbehandelt neigen phobische Störungen dazu, über Jahre bestehen zu bleiben und das Vermeidungsverhalten sowie die damit verbundenen Einschränkungen können sich im Laufe der Zeit weiter verstärken.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Phobische Stoerungen: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist die Furcht bei einer Phobie immer unbegründet?
Sie ist unverhältnismäßig zur tatsächlichen Gefahr, auch wenn eine geringe reale Gefahr durchaus bestehen kann, etwa bei bestimmten Tieren.
Wie wird eine Phobie am wirksamsten behandelt?
Mit einer Verhaltenstherapie, bei der Betroffene sich schrittweise und gezielt mit dem gefürchteten Auslöser konfrontieren, um die Angst abzubauen.
Bleibt eine unbehandelte Phobie immer gleich stark?
Nein, unbehandelt neigen phobische Störungen dazu, über Jahre bestehen zu bleiben, wobei sich das Vermeidungsverhalten und die Einschränkungen im Laufe der Zeit weiter verstärken können.
Was ist eine Agoraphobie?
Die Furcht vor offenen oder öffentlichen Plätzen, die sich häufig im Anschluss an Panikattacken entwickelt.
Weiterlesen
Staphylococcal Scalded Skin Syndrome (SSS-Syndrom)
Bei dieser vor allem bei kleinen Kindern auftretenden bakteriellen Erkrankung löst ein von Bakterien gebildetes Gift eine großflächige Hautablösung ähnlich einer Verbrühung aus.
Weiterlesen →Hals, Nase & OhrenStörungen der Vestibularfunktion
Bei diesen Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr kommt es zu Schwindel und Gleichgewichtsproblemen, die den sicheren Stand und Gang erheblich beeinträchtigen können.
Weiterlesen →Psyche & NervensystemNarzisstische Persönlichkeitsstörung
Narzisstische Persönlichkeitsstörung: mehr als übertriebenes Selbstbewusstsein.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.