Nichtorganische Schlafstörungen
Nichtorganische Schlafstörungen sind Störungen des Schlafs, denen keine körperliche Erkrankung wie eine Schlafapnoe oder eine neurologische Erkrankung zugrunde liegt, sondern die durch psychische Belastung, ungünstige Schlafgewohnheiten oder erlernte Verhaltensmuster entstehen. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem die nichtorganische Insomnie sowie bestimmte Formen von Albträumen und Schlafwandeln.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Häufige Ursachen sind anhaltender Stress, psychische Belastungen wie Angst oder depressive Verstimmungen, ungünstige Schlafgewohnheiten wie unregelmäßige Schlafzeiten oder die Nutzung elektronischer Geräte vor dem Schlafengehen sowie erlernte, den Schlaf störende Verhaltensmuster, etwa eine übermäßige gedankliche Beschäftigung mit dem eigenen Schlaf.
Symptome
Die häufigste Form, die nichtorganische Insomnie, zeigt sich durch Einschlaf- oder Durchschlafstörungen sowie ein subjektiv als nicht erholsam empfundenes Schlafgefühl, das die Tagesleistungsfähigkeit beeinträchtigt. Weitere Formen umfassen wiederkehrende, belastende Albträume, Schlafwandeln oder nächtliches Aufschrecken mit Angst und Verwirrtheit (Pavor nocturnus), die vor allem bei Kindern auftreten.
Diagnostik
Eine ausführliche Schlafanamnese, gegebenenfalls unterstützt durch ein Schlaftagebuch, erfasst Schlafgewohnheiten und mögliche belastende Faktoren. Zum Ausschluss einer zugrunde liegenden körperlichen Ursache kann bei Bedarf eine Untersuchung im Schlaflabor durchgeführt werden, insbesondere wenn Hinweise auf eine organische Schlafstörung wie eine Schlafapnoe bestehen.
Behandlung
Die Behandlung setzt vor allem auf eine Verbesserung der Schlafhygiene mit regelmäßigen Schlafzeiten, einer entspannenden Abendroutine sowie dem Verzicht auf elektronische Geräte vor dem Schlafengehen. Eine kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie gilt als besonders wirksame Behandlungsform. Schlafmittel werden aufgrund des Abhängigkeitsrisikos nur zurückhaltend und über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt.
Verlauf und Prognose
Bei konsequenter Anwendung verhaltensbezogener Maßnahmen bessern sich nichtorganische Schlafstörungen bei einem großen Teil der Betroffenen deutlich. Bleibt die zugrunde liegende psychische Belastung unbehandelt, können die Schlafstörungen jedoch über längere Zeit anhalten oder wiederkehren, weshalb eine Behandlung zugrunde liegender psychischer Faktoren wichtig ist.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was unterscheidet nichtorganische von organischen Schlafstörungen?
Bei nichtorganischen Schlafstörungen liegt keine körperliche Erkrankung wie eine Schlafapnoe zugrunde, sondern psychische oder verhaltensbezogene Faktoren stehen im Vordergrund.
Was ist die wirksamste Behandlung bei anhaltenden Schlafstörungen?
In der Regel eine kognitive Verhaltenstherapie, die Schlafgewohnheiten und Gedanken ändert.
Sollte man Schlafmittel langfristig einnehmen?
Nein, aufgrund des Abhängigkeitsrisikos werden Schlafmittel nur zurückhaltend und über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt.
Wer ist von Pavor nocturnus besonders betroffen?
Vor allem Kinder, bei denen nächtliches Aufschrecken mit Angst und Verwirrtheit auftreten kann.
Weiterlesen
Psychische Störung ohne nähere Angabe
Diagnostische Restkategorie, die verwendet wird, wenn eine klinisch bedeutsame psychische Störung eindeutig vorliegt, die verfügbaren Informationen jedoch nicht ausreichen, um sie einer spezifischeren diagnostischen Kategorie zuzuordnen.
Weiterlesen →Psyche & NervensystemNichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus
Schlafstörung, bei der das individuelle Schlaf-Wach-Muster deutlich vom gesellschaftlich üblichen Rhythmus abweicht und zu erheblichem Leidensdruck oder Beeinträchtigungen im Alltag führt, ohne dass eine körperliche oder neurologische Ursache vorliegt.
Weiterlesen →Psyche & NervensystemAndauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit
Anhaltende Veränderung der Persönlichkeit, die sich im Anschluss an eine schwere psychiatrische Erkrankung, insbesondere eine Psychose, entwickelt und über die eigentliche Grunderkrankung hinaus als eigenständiges Störungsbild fortbesteht.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.