Verbrennung
Eine Verbrennung schädigt die Haut durch Hitzeeinwirkung — von Sonnenbrand über den Kontakt mit heißen Flächen bis zu offenem Feuer. Die Schwere hängt von Temperatur, Einwirkzeit und betroffener Fläche ab und entscheidet, ob eine Selbstversorgung reicht oder ärztliche Behandlung nötig ist.
Verbrennungsgrade grob unterschieden
Grad 1: Rötung, Schmerz, keine Blasen (wie Sonnenbrand). Grad 2: zusätzlich Blasenbildung, starker Schmerz. Grad 3: weiße oder schwarze, oft schmerzarme Haut, weil Nervenenden zerstört sind — Grad 3 ist trotz geringerer Schmerzäußerung immer schwerwiegend und gehört sofort in ärztliche Behandlung.
Sofortmaßnahme: kühlen
Betroffene Stelle sofort mit kühlem oder kaltem (nicht eisigem) Wasser kühlen, mindestens 20 Minuten lang — das lindert Schmerzen und begrenzt die Tiefe der Schädigung. Besondere Vorsicht ist beim Kühlen großer Verbrennungen und bei Säuglingen und Kleinkindern geboten, damit keine Unterkühlung entsteht. Kleidung, die nicht an der Haut klebt, vorher entfernen; festklebende Kleidung auf der Wunde belassen.
Abdecken statt behandeln
Nach dem Kühlen mit einem lockeren sterilen Verband, z. B. einer Brandwundenauflage, oder mit Frischhaltefolie abdecken — die Wunde nicht einwickeln — und ärztliche Versorgung veranlassen (wann sofort, steht im nächsten Abschnitt). Keine Hausmittel wie Butter, Mehl, Öl oder Zahnpasta verwenden — sie verschlimmern die Wunde und erschweren die ärztliche Beurteilung. Blasen nicht selbst öffnen, das erhöht das Infektionsrisiko.
Wann in die Klinik?
Bei großflächigen Verbrennungen (grob mehr als handtellergroß), Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Gelenken oder Genitalbereich, bei Verdacht auf Grad 3, bei Kindern und bei jeder Verbrennung durch Strom, Chemikalien oder eingeatmeten Rauch sollte umgehend eine Notaufnahme aufgesucht oder der Notruf gewählt werden.
Weiterführende Informationen der Organisationen
- German Resuscitation Council — Reanimation 2021, Leitlinien kompakt (PDF) — Kapitel Erste Hilfe, S. 129: sofort mit kühlem oder kaltem (nicht eisigem) Wasser mindestens 20 Minuten kühlen, lockerer steriler Verband oder Frischhaltefolie, nicht einwickeln; besondere Vorsicht bei großen Verbrennungen und bei Säuglingen und Kleinkindern (Unterkühlung)
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten)
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich kühlen?
Mindestens 20 Minuten, mit kühlem oder kaltem (nicht eisigem) Wasser. Bei großen Verbrennungen und bei Säuglingen und Kleinkindern ist beim Kühlen besondere Vorsicht geboten, damit keine Unterkühlung entsteht.
Darf ich eine Brandblase selbst aufstechen?
Nein — eine intakte Blase schützt die darunterliegende Haut vor Infektionen. Beim Arzt kann sie bei Bedarf steril eröffnet werden.
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