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Psyche & Nervensystem

Manische Episode

Eine manische Episode ist ein Zustand deutlich gehobener oder gereizter Stimmung, der über mindestens eine Woche anhält und mit einem gesteigerten Antrieb, vermindertem Schlafbedürfnis sowie oft riskantem Verhalten einhergeht. Sie kann als einzelne Episode oder, häufiger, im Rahmen einer bipolaren Störung im Wechsel mit depressiven Phasen auftreten.

Ursachen

Die genaue Ursache einer manischen Episode ist nicht abschließend geklärt, es wird ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und Veränderungen im Gehirnstoffwechsel angenommen. Auslösend können Schlafmangel, Stress, bestimmte Medikamente sowie Alkohol- oder Drogenkonsum wirken. Menschen mit einer bipolaren Störung sind besonders anfällig für wiederkehrende manische Episoden.

Symptome

Kennzeichnend sind eine deutlich gehobene oder gereizte Stimmung, ein gesteigertes Selbstwertgefühl bis hin zu Größenideen, ein vermindertes Schlafbedürfnis ohne Müdigkeitsgefühl, ein gesteigerter Rededrang sowie eine erhöhte Ablenkbarkeit. Viele Betroffene zeigen ein riskantes Verhalten wie unüberlegte finanzielle Ausgaben, riskantes Fahrverhalten oder eine gesteigerte Libido, dessen Konsequenzen sie in der Episode nicht ausreichend einschätzen können.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine ausführliche psychiatrische Untersuchung gestellt, bei der das charakteristische Beschwerdebild über den geforderten Mindestzeitraum erfasst wird. Da Betroffene ihre Symptome während der Episode oft nicht als krankhaft erleben, ist die Fremdanamnese durch Angehörige häufig eine wichtige zusätzliche Informationsquelle. Andere Ursachen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein Substanzkonsum werden ausgeschlossen.

Behandlung

Die Akutbehandlung erfolgt meist mit stimmungsstabilisierenden Medikamenten oder Antipsychotika, die die Symptome innerhalb weniger Tage bis Wochen deutlich lindern können. Bei ausgeprägten, mit erheblicher Selbst- oder Fremdgefährdung einhergehenden Episoden kann eine stationäre Behandlung notwendig werden. Nach Abklingen der akuten Episode wird häufig eine langfristige, vorbeugende medikamentöse Behandlung fortgeführt, um weitere Episoden zu verhindern.

Verlauf und Prognose

Mit rechtzeitiger Behandlung klingt eine manische Episode meist innerhalb weniger Wochen ab. Bei bipolarer Störung als Grunderkrankung ist eine langfristige, vorbeugende Behandlung wichtig, um das Wiederauftreten weiterer manischer oder depressiver Episoden zu verhindern oder deren Häufigkeit deutlich zu senken. Unbehandelte manische Episoden können durch riskantes Verhalten erhebliche persönliche, finanzielle und soziale Folgen nach sich ziehen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Merken Betroffene selbst, dass sie in einer manischen Episode sind?

Häufig nicht ausreichend, weshalb Angaben von Angehörigen bei der Diagnosestellung eine wichtige zusätzliche Informationsquelle sind.

Ist eine manische Episode immer Teil einer bipolaren Störung?

Nicht zwingend, sie kann auch als einzelne Episode auftreten, tritt jedoch häufig im Rahmen einer bipolaren Störung im Wechsel mit depressiven Phasen auf.

Warum ist riskantes Verhalten während der Episode gefährlich?

Weil Betroffene die Konsequenzen ihres Handelns, etwa bei finanziellen Ausgaben oder riskantem Verhalten im Straßenverkehr, in der Episode nicht ausreichend einschätzen können.

Ist eine langfristige Behandlung nach Abklingen der Episode notwendig?

Bei einer zugrunde liegenden bipolaren Störung wird häufig eine langfristige, vorbeugende Behandlung fortgeführt, um weitere Episoden zu verhindern.

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