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Innere Medizin

Pyothorax ohne Fistel

Der Pyothorax ohne Fistel, auch Pleuraempyem genannt, bezeichnet eine Eiteransammlung im Pleuraraum, also dem schmalen Spalt zwischen der Lunge und der Brustwand, ohne dass dabei eine abnorme Verbindung zu benachbarten Strukturen wie den Bronchien oder der Brustwand besteht. Er entwickelt sich am häufigsten als Komplikation einer bakteriellen Lungenentzündung, bei der sich zunächst eine klare, entzündliche Flüssigkeitsansammlung im Pleuraraum bildet, die sich im weiteren Verlauf durch das Eindringen von Bakterien in eine eitrige Flüssigkeit umwandelt. Der Pyothorax ohne Fistel gilt im Vergleich zur Form mit Fistel als die häufigere und im Verlauf meist besser beherrschbare Variante, da hier keine zusätzliche, die Ausheilung erschwerende Verbindung zu benachbarten Strukturen besteht. Dennoch handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die eine konsequente und zeitnahe Behandlung erfordert.

Ursachen

Die häufigste Ursache eines Pyothorax ohne Fistel ist eine bakterielle Lungenentzündung, bei der sich zunächst eine begleitende, sogenannte parapneumonische Flüssigkeitsansammlung im Pleuraraum bildet, die sich bei unzureichender Behandlung durch das Eindringen von Bakterien in eine eitrige Flüssigkeit umwandelt. Auch nach operativen Eingriffen im Brustkorb, etwa im Rahmen einer Herz- oder Lungenoperation, kann sich ein Pleuraempyem als Wundinfektion entwickeln. Eine Verletzung des Brustkorbs mit Eindringen von Bakterien in den Pleuraraum sowie eine fortgeleitete Infektion aus benachbarten Organen, etwa bei einem Leberabszess in der Nähe des Zwerchfells, können ebenfalls ursächlich sein. Menschen mit geschwächtem Immunsystem, einer bestehenden Diabeteserkrankung oder einer chronischen Alkoholabhängigkeit haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Pleuraempyems.

Symptome

Ein Pyothorax ohne Fistel äußert sich durch anhaltendes hohes Fieber, das trotz einer bereits eingeleiteten antibiotischen Behandlung einer zugrunde liegenden Lungenentzündung nicht abklingt oder erneut ansteigt, sowie durch zunehmende Brustschmerzen, die sich beim tiefen Einatmen deutlich verstärken. Betroffene bemerken eine zunehmende Atemnot, die durch die raumfordernde Wirkung der Eiteransammlung auf die betroffene Lunge bedingt ist. Ein deutliches, anhaltendes Krankheitsgefühl mit Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und allgemeiner Schwäche entwickelt sich häufig im Verlauf der Erkrankung, insbesondere wenn die Diagnose verzögert gestellt wird. Ein trockener oder nur wenig produktiver Husten kann begleitend bestehen, ohne dass, im Unterschied zur Form mit Fistel, größere Mengen eitrigen Sekrets abgehustet werden.

Diagnostik

Die Diagnose eines Pyothorax wird durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie des Brustkorbs gestellt, in der sich die Flüssigkeitsansammlung im Pleuraraum sowie charakteristische Verdickungen des Rippen- und Lungenfells darstellen lassen. Zur endgültigen Sicherung der Diagnose sowie zur Erregerbestimmung wird eine Probe der Pleuraflüssigkeit mittels einer Punktion durch die Brustwand entnommen und sowohl mikroskopisch als auch mikrobiologisch untersucht, wobei ein niedriger pH-Wert sowie ein hoher Zellgehalt der Flüssigkeit typisch für ein Empyem sind. Laborchemisch zeigen sich deutlich erhöhte Entzündungswerte im Blut. Eine engmaschige bildgebende Verlaufskontrolle hilft dabei, das Ansprechen auf die eingeleitete Behandlung sowie eine mögliche Kapselbildung der Flüssigkeitsansammlung zu beurteilen.

Behandlung

Die Behandlung des Pyothorax ohne Fistel erfolgt durch eine intravenöse, breit wirksame antibiotische Therapie in Kombination mit einer Drainage der eitrigen Flüssigkeit aus dem Pleuraraum, die meist über eine durch die Brustwand eingelegte Thoraxdrainage erfolgt. Bei bereits eingedickter oder durch Kammerbildung unterteilter Flüssigkeitsansammlung kann die alleinige Drainage nicht ausreichend wirksam sein, sodass zusätzlich fibrinolytische Medikamente über die Drainage verabreicht werden, um die Flüssigkeit zu verflüssigen und die Ableitung zu erleichtern. Bei ausbleibendem Erfolg dieser Maßnahmen oder bei bereits ausgeprägter Kapselbildung wird eine operative Entfernung der Empyemhöhle mittels einer minimalinvasiven oder offenen Operation notwendig, bei der zugleich eine Entfaltung der zuvor komprimierten Lunge angestrebt wird.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Diagnosestellung und konsequenter Behandlung ist die Prognose des Pyothorax ohne Fistel insgesamt gut, wobei die meisten Betroffenen innerhalb weniger Wochen vollständig genesen. Eine verzögerte Diagnose oder unzureichende Drainage der eitrigen Flüssigkeit erhöht das Risiko für eine Kapselbildung mit bleibenden narbigen Verwachsungen der Lunge sowie für eine dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion. In seltenen, besonders schweren Fällen kann sich aus einem zunächst fistelfreien Pleuraempyem im weiteren Verlauf doch noch eine Fistel zu den Bronchien entwickeln, wenn die Behandlung nicht ausreichend konsequent erfolgt. Eine engmaschige Nachsorge mit Kontrolle der Lungenfunktion nach überstandener Erkrankung wird empfohlen, um mögliche bleibende Einschränkungen frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist die häufigste Ursache eines Pleuraempyems?

Am häufigsten entwickelt es sich als Komplikation einer bakteriellen Lungenentzündung, bei der sich eine begleitende Flüssigkeitsansammlung im Pleuraraum eitrig umwandelt.

Woran erkennt man, dass sich aus einer Lungenentzündung ein Pleuraempyem entwickelt hat?

An anhaltendem oder erneut ansteigendem Fieber trotz laufender antibiotischer Behandlung sowie zunehmenden Brustschmerzen und Atemnot.

Reicht eine antibiotische Behandlung allein aus?

In der Regel nicht, zusätzlich ist eine Drainage der eitrigen Flüssigkeit aus dem Pleuraraum notwendig, bei ausgeprägtem Befund gegebenenfalls auch eine operative Behandlung.

Kann sich aus einem fistelfreien Empyem im Verlauf eine Fistel entwickeln?

In seltenen, besonders schweren Fällen ist dies möglich, wenn die Behandlung nicht ausreichend konsequent erfolgt.

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