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Symptome

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Der plötzliche Kindstod, im englischsprachigen Raum als Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) bezeichnet, beschreibt den unerwarteten, meist im Schlaf eintretenden Tod eines ansonsten gesund erscheinenden Säuglings, für den auch nach einer gründlichen Untersuchung einschließlich einer Obduktion keine erklärende Ursache gefunden werden kann. Der plötzliche Kindstod betrifft am häufigsten Säuglinge im Alter zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat und stellt für betroffene Familien ein zutiefst erschütterndes, unerwartetes Ereignis dar. Auch wenn die genauen Entstehungsmechanismen bis heute nicht vollständig verstanden sind, konnten in den vergangenen Jahrzehnten mehrere gut belegte Risikofaktoren identifiziert werden, deren Vermeidung das Risiko für einen plötzlichen Kindstod nachweislich deutlich senken kann.

Ursachen

Die genauen Ursachen des plötzlichen Kindstodes sind trotz intensiver Forschung nicht vollständig geklärt, es wird jedoch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren angenommen, bei dem eine besondere, möglicherweise vorübergehende Verletzlichkeit des Säuglings während einer kritischen Entwicklungsphase des Atem- und Erweckungsreflexes mit äußeren, das Risiko erhöhenden Umständen zusammentrifft. Zu den gut belegten Risikofaktoren zählen die Bauchlage beim Schlafen, eine zu warme Umgebungstemperatur sowie eine zu weiche Schlafunterlage oder zusätzliche Kissen und Decken im Bett des Säuglings, die zu einer Rückatmung von ausgeatmeter Luft oder einer Verlegung der Atemwege führen können. Rauchen während der Schwangerschaft sowie in der Umgebung des Säuglings nach der Geburt gilt als einer der bedeutsamsten, gut belegten Risikofaktoren. Auch eine Frühgeburtlichkeit sowie ein niedriges Geburtsgewicht erhöhen das Risiko.

Symptome

Der plötzliche Kindstod tritt per Definition ohne vorausgehende, erklärende Symptome bei einem zuvor gesund erscheinenden Säugling auf, meist während des Schlafs. Die betroffenen Eltern oder Betreuungspersonen finden den Säugling leblos im Bett auf, ohne dass zuvor Anzeichen einer akuten Erkrankung bestanden hätten. Da die Diagnose des plötzlichen Kindstodes eine Ausschlussdiagnose ist, die erst nach gründlicher Untersuchung einschließlich einer Obduktion gestellt werden kann, ist in jedem Einzelfall eine sorgfältige Abklärung notwendig, um andere, möglicherweise erklärende und in seltenen Fällen behandelbare Ursachen wie eine Infektion, eine angeborene Stoffwechselerkrankung oder eine Herzrhythmusstörung sicher auszuschließen.

Diagnostik

Nach dem unerwarteten Versterben eines Säuglings wird eine umfassende Untersuchung eingeleitet, die eine sorgfältige Untersuchung des Auffindeortes, eine ausführliche Anamnese der Schwangerschafts- und Krankengeschichte des Kindes sowie in der Regel eine Obduktion umfasst, um mögliche andere, erklärende Todesursachen zu identifizieren oder auszuschließen. Nur wenn trotz dieser umfassenden Untersuchung keine erklärende Ursache gefunden werden kann, wird die Diagnose plötzlicher Kindstod gestellt. Diese sorgfältige Abklärung ist sowohl für die betroffene Familie, die dadurch eine bestmögliche Erklärung für das Geschehene erhält, als auch für die medizinische Forschung von großer Bedeutung, um mögliche behandelbare oder erblich bedingte Ursachen für zukünftige Kinder der Familie zu erkennen.

Behandlung

Eine Behandlung des plötzlichen Kindstodes selbst existiert naturgemäß nicht, da es sich um ein bereits eingetretenes, tödliches Ereignis handelt. Der Schwerpunkt liegt stattdessen auf der Vorbeugung, für die verschiedene, gut belegte Maßnahmen empfohlen werden: das konsequente Schlafenlegen des Säuglings auf dem Rücken, eine feste, für Säuglinge geeignete Schlafunterlage ohne zusätzliche Kissen, Decken oder Kuscheltiere, ein rauchfreies Umfeld während der Schwangerschaft und danach, eine nicht zu warme Schlafumgebung sowie, sofern möglich, das Stillen des Säuglings, das mit einem geringeren Risiko assoziiert ist. Nach dem Versterben eines Kindes ist eine einfühlsame psychologische Unterstützung der betroffenen Familie von großer Bedeutung, um die tiefe Trauer sowie mögliche Schuldgefühle zu begleiten.

Verlauf und Prognose

Der plötzliche Kindstod ist per Definition ein tödliches Ereignis, weshalb sich die Frage nach Verlauf und Prognose bei diesem Thema vor allem auf die Vorbeugung sowie die Begleitung betroffener Familien richtet. Die konsequente Umsetzung der bekannten, gut belegten Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere die Rückenlage beim Schlafen und ein rauchfreies Umfeld, hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einem deutlichen Rückgang der Häufigkeit des plötzlichen Kindstodes in vielen Ländern beigetragen. Familien, die bereits ein Kind durch plötzlichen Kindstod verloren haben, tragen bei weiteren Kindern ein leicht erhöhtes Risiko und werden häufig besonders engmaschig ärztlich begleitet und über zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen sowie gegebenenfalls eine häusliche Überwachung beraten.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum wird beim plötzlichen Kindstod immer eine Obduktion durchgeführt?

Um andere, möglicherweise erklärende und in seltenen Fällen behandelbare oder erblich bedingte Ursachen wie eine Infektion, eine Stoffwechselerkrankung oder eine Herzrhythmusstörung sicher auszuschließen, da die Diagnose plötzlicher Kindstod erst nach Ausschluss anderer Ursachen gestellt werden kann.

Welche Maßnahme senkt das Risiko am deutlichsten?

Das konsequente Schlafenlegen des Säuglings auf dem Rücken zählt zu den am besten belegten, wirksamsten Vorsichtsmaßnahmen, ebenso wie ein rauchfreies Umfeld während der Schwangerschaft und danach.

Warum sollten Kissen und Decken aus dem Babybett entfernt werden?

Weil zusätzliche Kissen, Decken oder Kuscheltiere zu einer Rückatmung von ausgeatmeter Luft oder einer Verlegung der Atemwege des Säuglings führen können, was das Risiko erhöht.

Haben Familien nach einem Fall von plötzlichem Kindstod ein erhöhtes Risiko bei weiteren Kindern?

Ja, sie tragen ein leicht erhöhtes Risiko und werden bei weiteren Kindern häufig besonders engmaschig ärztlich begleitet und über zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen beraten.

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