Orthostatische Hypotonie
Die orthostatische Hypotonie ist ein deutlicher Blutdruckabfall, der beim Übergang vom Liegen oder Sitzen zum Stehen auftritt. Normalerweise gleicht der Körper die durch die Schwerkraft bedingte Blutverlagerung in die Beine durch eine rasche Anpassung von Herzfrequenz und Gefäßspannung aus. Ist dieser Regelmechanismus gestört, sinkt der Blutdruck beim Aufstehen ab und es kommt zu Schwindel oder Sehstörungen bis hin zu einer kurzen Bewusstlosigkeit.
Ursachen
Häufige Ursachen sind ein unzureichendes Flüssigkeitsvolumen im Körper, etwa durch zu geringes Trinken, Erbrechen oder Durchfall, sowie bestimmte Medikamente wie Blutdrucksenker, Wassertabletten oder manche Antidepressiva. Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Körpers zur schnellen Kreislaufanpassung nach, weshalb ältere Menschen besonders häufig betroffen sind. Auch Erkrankungen des autonomen Nervensystems, etwa im Rahmen von Diabetes mellitus oder Morbus Parkinson, können die Regulation stören.
Symptome
Typisch sind Schwindel, ein Schwarzwerden vor Augen, Benommenheit oder ein allgemeines Schwächegefühl innerhalb weniger Sekunden bis Minuten nach dem Aufstehen. Bei ausgeprägtem Blutdruckabfall kann es zu einer kurzen Bewusstlosigkeit (Synkope) kommen, oft verbunden mit einem erhöhten Sturzrisiko, besonders bei älteren Menschen. Die Beschwerden bessern sich meist rasch, wenn sich die betroffene Person wieder hinsetzt oder hinlegt.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch eine standardisierte Blutdruckmessung im Liegen sowie nach ein und nach drei Minuten Stehen gestellt; ein deutlicher Abfall des systolischen oder diastolischen Blutdrucks innerhalb dieses Zeitraums bestätigt die orthostatische Hypotonie. Eine sorgfältige Medikamenten- und Trinkmengenanamnese hilft, mögliche Auslöser zu identifizieren. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung des Nervensystems können weiterführende neurologische Untersuchungen sinnvoll sein.
Behandlung
Einfache Maßnahmen wie ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr, langsames Aufstehen mit Zwischenschritten sowie das Tragen von Stützstrümpfen können die Beschwerden bei vielen Betroffenen deutlich lindern. Auslösende Medikamente werden nach Möglichkeit angepasst oder abgesetzt. Bei anhaltenden, stark beeinträchtigenden Beschwerden trotz dieser Maßnahmen können Medikamente eingesetzt werden, die den Blutdruck stabilisieren, wobei diese sorgfältig dosiert werden müssen, um einen zu hohen Blutdruck im Liegen zu vermeiden.
Verlauf und Vorbeugung
Bei vielen Betroffenen, insbesondere wenn eine behebbare Ursache wie Flüssigkeitsmangel oder ein bestimmtes Medikament vorliegt, bessern sich die Beschwerden nach Beseitigung der Ursache deutlich. Bei chronischen Formen durch eine Nervensystemerkrankung ist meist eine dauerhafte Behandlung notwendig. Zur Vorbeugung von Stürzen sollten Betroffene, besonders ältere Menschen, langsam aufstehen, ausreichend trinken und Stolperfallen im Wohnbereich beseitigen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Orthostatische Hypotonie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sind ältere Menschen besonders betroffen?
Weil die körpereigene Fähigkeit zur schnellen Anpassung von Herzfrequenz und Gefäßspannung beim Aufstehen mit zunehmendem Alter nachlässt.
Was hilft sofort bei Schwindel beim Aufstehen?
Sich wieder hinsetzen oder hinlegen lindert die Beschwerden meist rasch; langfristig helfen langsames Aufstehen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr vorzubeugen.
Können Medikamente die Ursache sein?
Ja, insbesondere Blutdrucksenker, Wassertabletten und manche Antidepressiva können einen Blutdruckabfall beim Aufstehen begünstigen.
Ist orthostatische Hypotonie gefährlich?
Sie erhöht besonders bei älteren Menschen das Sturzrisiko erheblich, weshalb eine Abklärung und gezielte Vorbeugung wichtig sind.
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