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Nervensystem & Gehirn

Zentrale Fazialisparese

Die zentrale Fazialisparese ist eine Lähmung der unteren Gesichtsmuskulatur einer Körperseite, die durch eine Schädigung der Nervenbahnen im Gehirn selbst entsteht, im Gegensatz zur peripheren Fazialisparese, bei der der Gesichtsnerv außerhalb des Gehirns geschädigt ist. Ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal ist, dass bei der zentralen Form die Stirnmuskulatur meist beweglich bleibt, da sie von beiden Hirnhälften versorgt wird, während die periphere Form auch die Stirn betrifft. Die zentrale Fazialisparese ist häufig ein wichtiges Warnzeichen für einen Schlaganfall.

Ursachen

Die häufigste und wichtigste Ursache ist ein Schlaganfall, bei dem eine Durchblutungsstörung oder Blutung die für die Gesichtsmuskulatur zuständigen Nervenbahnen im Gehirn schädigt. Weitere, selteneren Ursachen sind ein Hirntumor, eine Multiple-Sklerose-Schädigung oder eine andere strukturelle Veränderung im Bereich der betroffenen Nervenbahnen. Wegen des hohen Anteils an Schlaganfällen als Ursache wird eine neu aufgetretene zentrale Fazialisparese immer als möglicher Notfall behandelt.

Symptome

Kennzeichnend ist ein herabhängender Mundwinkel und eine eingeschränkte Beweglichkeit der unteren Gesichtshälfte einer Seite, während sich die Stirn meist noch normal runzeln lässt und die Augen vollständig geschlossen werden können, was die zentrale von der peripheren Form unterscheidet. Häufig treten begleitend weitere Schlaganfallzeichen auf, etwa eine Schwäche eines Arms oder Beins auf derselben Seite oder Sprachstörungen, die zusammen mit der Gesichtslähmung rasch erkannt werden sollten.

Diagnostik

Bei jedem Verdacht auf eine akut aufgetretene zentrale Fazialisparese wird umgehend eine Bildgebung des Gehirns, meist eine Computertomografie, durchgeführt, um einen Schlaganfall zu bestätigen oder auszuschließen und zwischen einer Durchblutungsstörung und einer Hirnblutung zu unterscheiden, was für die weitere Behandlung entscheidend ist. Eine neurologische Untersuchung prüft gezielt, ob die Stirnmuskulatur mitbetroffen ist, was zur Unterscheidung von der peripheren Form beiträgt.

Behandlung

Liegt ein Schlaganfall als Ursache vor, richtet sich die Behandlung nach dessen Art: Bei einer Durchblutungsstörung kann innerhalb eines bestimmten Zeitfensters eine gefäßöffnende Behandlung durch Medikamente oder einen Katheter-Eingriff das betroffene Gehirngewebe retten. Nach der Akutbehandlung unterstützt eine gezielte Physio- und Ergotherapie die Erholung der betroffenen Gesichts- und Körperfunktionen. Andere zugrunde liegende Ursachen wie ein Tumor werden entsprechend eigenständig behandelt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache und, bei einem Schlaganfall, von der Schnelligkeit der Behandlung ab. Ein Teil der Betroffenen erholt sich innerhalb von Wochen bis Monaten weitgehend, andere behalten eine bleibende, wenn auch häufig geringere Beeinträchtigung. Wegen der zeitkritischen Behandelbarkeit eines Schlaganfalls gilt eine plötzlich aufgetretene, einseitige Gesichtslähmung als medizinischer Notfall, bei dem sofort der Rettungsdienst gerufen werden sollte.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum bleibt bei der zentralen Form die Stirn beweglich?

Weil die Nervenzellen für die Stirnmuskulatur von beiden Hirnhälften angesteuert werden, sodass eine Schädigung einer Seite im Gehirn durch die andere Seite teilweise ausgeglichen wird — anders als bei der peripheren Form, bei der der Nerv selbst betroffen ist.

Ist jede Gesichtslähmung ein Schlaganfall?

Nein, die häufigere periphere Fazialisparese hat meist andere, oft harmlosere Ursachen; die zentrale Form mit erhaltener Stirnbeweglichkeit weist jedoch häufiger auf einen Schlaganfall hin und sollte als möglicher Notfall behandelt werden.

Was sollte man bei plötzlicher Gesichtslähmung sofort tun?

Den Rettungsdienst rufen und dabei auf Begleitsymptome wie Arm- oder Beinschwäche und Sprachstörungen achten, da eine rasche Behandlung bei einem Schlaganfall entscheidend für die Prognose ist.

Kann sich die Lähmung wieder vollständig zurückbilden?

Bei einem Teil der Betroffenen ja, besonders bei rechtzeitiger Schlaganfallbehandlung, andere behalten eine bleibende, oft geringere Beeinträchtigung.

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