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Neurologische Notfälle

Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Eine Fazialisparese ist eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur durch eine Störung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) — meist auf einer Gesichtshälfte. Die häufigste Form (idiopathische oder Bell-Lähmung) hat keine erkennbare Ursache und ist von einer durch Schlaganfall bedingten Lähmung wichtig zu unterscheiden.

Typische Symptome

Ein hängender Mundwinkel, unvollständiger Lidschluss auf der betroffenen Seite, ein verstrichenes Stirnrunzeln und eine verwaschene Aussprache können auf eine Fazialisparese hindeuten — die Schwäche betrifft typischerweise die GESAMTE Gesichtshälfte einschließlich der Stirn.

Der entscheidende Unterschied zum Schlaganfall

Bei der idiopathischen Fazialisparese ist meist auch die Stirnmuskulatur betroffen (die Person kann die Stirn auf der gelähmten Seite nicht runzeln) — bei einem Schlaganfall (siehe eigener Artikel und FAST-Test) bleibt die Stirnmuskulatur dagegen häufig funktionsfähig, weil sie von beiden Gehirnhälften mitversorgt wird. Diese Unterscheidung ist jedoch nicht immer eindeutig und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Warum trotzdem immer schnell gehandelt werden sollte

Da eine sichere Unterscheidung zwischen Fazialisparese und Schlaganfall für Laien nicht zuverlässig möglich ist und ein Schlaganfall zeitkritisch behandelt werden muss, sollte bei plötzlicher Gesichtslähmung — egal welche Ursache vermutet wird — immer sofort der Notruf 112 gewählt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden.

Behandlung der idiopathischen Fazialisparese

Eine frühzeitig begonnene Kortisonbehandlung verbessert die Erholungschancen deutlich — deshalb ist auch bei vermuteter Bell-Lähmung schnelles ärztliches Handeln wichtig. Augenschutz (z. B. Augentropfen, nächtlicher Verband) ist wichtig, wenn das Auge nicht vollständig geschlossen werden kann, um Hornhautschäden vorzubeugen.

Verlauf

Bei einem großen Teil der Betroffenen mit idiopathischer Fazialisparese bildet sich die Lähmung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten weitgehend oder vollständig zurück — bei einem kleineren Teil bleiben leichte Restbeschwerden bestehen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie unterscheidet man eine Fazialisparese sicher von einem Schlaganfall?

Ein wichtiger Hinweis ist die Beteiligung der Stirn — eine sichere Unterscheidung gelingt aber letztlich nur durch ärztliche/neurologische Untersuchung. Bei Unsicherheit gilt immer: sofort Notruf 112.

Ist eine Fazialisparese gefährlich?

Die idiopathische Form selbst ist nicht lebensbedrohlich, kann aber unbehandelt zu bleibenden Gesichtslähmungen und Augenschäden führen — deshalb ist eine zeitnahe Behandlung wichtig.

Bildet sich eine Fazialisparese immer vollständig zurück?

Bei den meisten Betroffenen ja, insbesondere bei früh begonnener Behandlung — ein Teil behält jedoch leichte bleibende Beschwerden.

Warum ist der Augenschutz bei Fazialisparese so wichtig?

Wenn das Auge auf der gelähmten Seite nicht mehr vollständig geschlossen werden kann, trocknet die Hornhaut aus und kann geschädigt werden — Augentropfen und nächtlicher Schutz beugen dem vor.

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