Myokarditis
Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskelgewebes, am häufigsten ausgelöst durch eine vorausgegangene Virusinfektion. Der Verlauf reicht von völlig unbemerkten, folgenlos ausheilenden Fällen bis zu einer schweren, akuten Herzschwäche oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Besonders tückisch ist, dass die Erkrankung häufig kurz nach einem scheinbar überstandenen grippalen Infekt auftritt, was sie leicht übersehen lässt.
Ursachen
Viren, insbesondere Coxsackie-, Adeno- und Parvoviren sowie in jüngerer Zeit auch Coronaviren, sind die häufigste Ursache. Der Herzmuskel wird dabei entweder direkt durch das Virus oder durch die nachfolgende überschießende Immunreaktion des Körpers geschädigt. Seltener entsteht eine Myokarditis durch bakterielle Infektionen, Autoimmunerkrankungen, bestimmte Medikamente oder als Folge einer allergischen Reaktion. Auch nach manchen Impfungen wurden in sehr seltenen Fällen Myokarditiden beobachtet, deren Verlauf meist mild ist.
Symptome
Viele Fälle verlaufen ohne oder mit nur geringen Beschwerden und werden nie diagnostiziert. Bei symptomatischem Verlauf treten häufig Brustschmerzen, Müdigkeit, Herzrasen oder das Gefühl unregelmäßigen Herzschlags auf, oft im zeitlichen Zusammenhang mit einem vorausgegangenen fieberhaften Infekt. Bei schwerem Verlauf kann sich rasch eine akute Herzschwäche mit Atemnot und Wassereinlagerungen entwickeln, in seltenen, sehr schweren Fällen kann die Erkrankung zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder einem plötzlichen Herzstillstand führen.
Diagnostik
Ein EKG kann Veränderungen zeigen, die auf eine Herzmuskelschädigung hindeuten, Bluttests weisen häufig erhöhte herzspezifische Enzyme nach, die auch bei einem Herzinfarkt erhöht sind. Eine Echokardiografie beurteilt die Pumpfunktion des Herzens. Die genaueste Methode zur Diagnosesicherung ist eine Magnetresonanztomografie des Herzens, die entzündliche Veränderungen des Herzmuskels sichtbar macht; in ausgewählten, unklaren Fällen kann eine Herzmuskelbiopsie zusätzliche Klarheit über die genaue Ursache bringen.
Behandlung
Bei mildem Verlauf stehen körperliche Schonung und der Verzicht auf sportliche Belastung für mehrere Monate im Vordergrund, da Anstrengung während der akuten Entzündung das Risiko für schwere Rhythmusstörungen erhöhen kann. Bei Herzschwäche werden die üblichen Medikamente zur Unterstützung der Herzfunktion eingesetzt. Bei sehr schwerem Verlauf mit ausgeprägtem Pumpversagen kann eine intensivmedizinische Behandlung bis hin zu einer mechanischen Kreislaufunterstützung notwendig werden. Eine spezifische, gegen die zugrunde liegende Virusinfektion gerichtete Behandlung steht meist nicht zur Verfügung.
Verlauf und Prognose
Die meisten Fälle heilen innerhalb weniger Wochen bis Monate folgenlos aus. Ein kleinerer Teil entwickelt eine anhaltende Schwächung der Herzpumpfunktion, die zu einer chronischen Herzschwäche führen kann. Wegen des Risikos schwerer Herzrhythmusstörungen wird nach durchgemachter Myokarditis für mehrere Monate von intensivem Sport abgeraten, die genaue Dauer richtet sich nach dem individuellen Heilungsverlauf und wird kardiologisch begleitet festgelegt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Myokarditis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum ist Sport nach einer Myokarditis gefährlich?
Körperliche Anstrengung während der akuten Entzündungsphase kann das Risiko für schwere, potenziell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen erhöhen, weshalb für mehrere Monate Schonung empfohlen wird.
Kann eine Erkältung wirklich das Herz schädigen?
Ja, bestimmte Viren, die einen grippalen Infekt auslösen, können in seltenen Fällen auch den Herzmuskel befallen und eine Myokarditis verursachen.
Wie lange dauert die Erholung?
Bei den meisten Betroffenen einige Wochen bis Monate, ein kleinerer Teil behält jedoch eine dauerhafte Beeinträchtigung der Herzfunktion zurück.
Welche Warnzeichen nach einem Infekt sollten ernst genommen werden?
Neu auftretende Brustschmerzen, Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag oder Atemnot nach einem fieberhaften Infekt sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
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