Eierstockzysten
Eierstockzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die sich an oder in einem Eierstock bilden können. Sie zählen zu den häufigsten gynäkologischen Zufallsbefunden und sind in der überwiegenden Mehrheit der Fälle gutartig und harmlos. Ein großer Teil entsteht im Rahmen des normalen Menstruationszyklus und bildet sich innerhalb weniger Wochen von selbst zurück, ein kleinerer Teil erfordert jedoch eine genauere Abklärung oder Behandlung.
Ursachen
Die häufigsten Formen sind funktionelle Zysten, die im Rahmen des normalen Eisprungs entstehen, wenn sich der Follikel nach der Eizellreifung nicht vollständig zurückbildet oder auflöst. Seltener entstehen Zysten durch Endometriose, bei der versprengtes Gebärmutterschleimhautgewebe an den Eierstöcken sogenannte Schokoladenzysten bildet, oder durch gutartige Tumoren des Eierstockgewebes. In sehr seltenen Fällen kann sich hinter einer scheinbaren Zyste auch ein bösartiger Tumor verbergen, weshalb auffällige Befunde genauer untersucht werden.
Symptome
Die meisten kleineren Zysten verursachen keine Beschwerden und werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Größere Zysten können ein Druckgefühl oder Schmerzen im Unterbauch, Zyklusunregelmäßigkeiten oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr verursachen. Plötzlich einsetzende, starke Unterbauchschmerzen können auf eine Komplikation wie eine Einblutung, ein Platzen der Zyste oder eine Verdrehung des Eierstocks hindeuten und erfordern eine rasche ärztliche Abklärung.
Diagnostik
Die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide ist die wichtigste Methode zur Erkennung, Größenbestimmung und ersten Einschätzung, ob eine Zyste eher gutartige oder auffällige Merkmale zeigt. Bei unklarem oder verdächtigem Befund können eine Kontrolluntersuchung nach einigen Wochen, eine Magnetresonanztomografie oder Tumormarker im Blut zur weiteren Einschätzung beitragen. Bei akuten, starken Schmerzen wird zusätzlich rasch geklärt, ob eine Notfallsituation wie eine Eierstockverdrehung vorliegt.
Behandlung
Funktionelle Zysten werden häufig zunächst nur mit einer Ultraschallkontrolle nach einigen Wochen beobachtet, da sie sich meist von selbst zurückbilden. Bei anhaltenden, großen oder Beschwerden verursachenden Zysten sowie bei auffälligem Erscheinungsbild kann eine operative Entfernung, meist minimal-invasiv, notwendig werden. Bei akuten Komplikationen wie einer Eierstockverdrehung ist eine notfallmäßige Operation erforderlich, um den Eierstock möglichst zu erhalten.
Verlauf und Prognose
Die meisten Eierstockzysten sind harmlos und bilden sich ohne Behandlung von selbst zurück. Bei regelmäßiger Ultraschallkontrolle werden auffällige oder wachsende Befunde rechtzeitig erkannt und können gezielt weiter abgeklärt oder behandelt werden. Eine akute Eierstockverdrehung ist selten, stellt aber einen Notfall dar, der bei plötzlich einsetzenden, sehr starken Unterbauchschmerzen in Betracht gezogen werden sollte.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Eierstockzysten: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Muss jede Eierstockzyste operiert werden?
Nein, die meisten funktionellen Zysten bilden sich von selbst zurück und werden nur beobachtet; eine Operation kommt bei anhaltenden, großen oder auffälligen Befunden infrage.
Können Eierstockzysten die Fruchtbarkeit beeinträchtigen?
Kleinere, funktionelle Zysten in der Regel nicht, größere Zysten oder solche durch Endometriose können die Fruchtbarkeit jedoch beeinträchtigen.
Welche Symptome sind ein Notfall?
Plötzlich einsetzende, sehr starke Unterbauchschmerzen, besonders mit Übelkeit oder Erbrechen, können auf eine Eierstockverdrehung oder eine geplatzte Zyste hindeuten und erfordern sofortige ärztliche Abklärung.
Sind Eierstockzysten meist bösartig?
Nein, die überwiegende Mehrheit der Eierstockzysten ist gutartig, bösartige Veränderungen sind vergleichsweise selten.
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