Adenomyose
Die Adenomyose ist eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhautgewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter einwächst, statt auf die innere Gebärmutterhöhle beschränkt zu bleiben. Das versprengte Gewebe reagiert weiterhin auf die hormonellen Schwankungen des Zyklus, was zu Verdickung, Einblutungen und einer Vergrößerung der Gebärmutter führen kann. Die Erkrankung ähnelt der Endometriose, betrifft aber die Gebärmutterwand selbst statt Strukturen außerhalb der Gebärmutter.
Ursachen
Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden ein direktes Einwachsen der Gebärmutterschleimhaut in die Muskelschicht nach Verletzungen der Grenzschicht, etwa durch frühere Operationen, Kaiserschnitte oder Geburten, sowie eine mögliche Entstehung aus versprengtem embryonalem Gewebe. Häufiger betroffen sind Frauen im mittleren Erwachsenenalter, die bereits geboren haben, auch wenn die Erkrankung in selteneren Fällen auch jüngere Frauen betrifft.
Symptome
Kennzeichnend sind zunehmend starke, oft schmerzhafte Regelblutungen sowie Schmerzen im Unterbauch, die sich um die Regelblutung herum verstärken können. Viele Frauen bemerken zudem ein Druck- oder Völlegefühl im Unterbauch durch die vergrößerte Gebärmutter. Ein Teil der Betroffenen hat zusätzlich Schwierigkeiten, schwanger zu werden, wobei der genaue Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit noch nicht vollständig verstanden ist.
Diagnostik
Die Ultraschalluntersuchung, insbesondere durch die Scheide, sowie die Magnetresonanztomografie können die typischen Veränderungen der Gebärmutterwand mit hoher Genauigkeit erkennen. Eine definitive Diagnose war früher nur durch die feingewebliche Untersuchung nach operativer Entfernung der Gebärmutter möglich, moderne Bildgebung erlaubt heute jedoch häufig eine zuverlässige Diagnose bereits vor einer Operation.
Behandlung
Bei leichten Beschwerden können hormonelle Verhütungsmittel oder eine Hormonspirale die Blutungsstärke und Schmerzen deutlich reduzieren. Schmerzmittel lindern die Beschwerden während der Regelblutung zusätzlich. Bei anhaltend starken Beschwerden ohne ausreichendes Ansprechen auf die medikamentöse Behandlung und bei abgeschlossener Familienplanung kann die operative Entfernung der Gebärmutter die Beschwerden dauerhaft beseitigen; bei bestehendem Kinderwunsch wird nach Möglichkeit eine gebärmuttererhaltende Behandlung angestrebt.
Verlauf und Prognose
Die Adenomyose ist eine gutartige, aber oft chronisch verlaufende Erkrankung, die die Lebensqualität durch starke, schmerzhafte Blutungen erheblich beeinträchtigen kann. Nach den Wechseljahren bessern sich die Beschwerden durch den sinkenden Hormonspiegel deutlich. Mit einer individuell angepassten Behandlung lässt sich die Symptomatik bei den meisten betroffenen Frauen gut kontrollieren, auch wenn eine vollständige Heilung ohne operative Entfernung der Gebärmutter meist nicht möglich ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Adenomyose: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Adenomyose dasselbe wie Endometriose?
Nein, bei der Adenomyose wächst Gebärmutterschleimhaut in die Muskelwand der Gebärmutter selbst ein, während bei der Endometriose ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter angesiedelt ist; beide Erkrankungen können jedoch gemeinsam auftreten.
Kann man mit Adenomyose noch schwanger werden?
Ja, viele betroffene Frauen werden schwanger, auch wenn die Erkrankung bei einem Teil die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
Ist eine Operation die einzige Behandlungsmöglichkeit?
Nein, viele Frauen erreichen mit hormonellen Medikamenten eine ausreichende Linderung der Beschwerden; eine Operation kommt vor allem bei anhaltend starken Beschwerden und abgeschlossener Familienplanung infrage.
Bessern sich die Beschwerden nach den Wechseljahren?
Ja, durch den sinkenden Hormonspiegel lassen die Beschwerden bei den meisten Frauen nach den Wechseljahren deutlich nach.
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