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Vergiftungen

Luxation, Verstauchung und Zerrung des Hüftgelenkes

Das Hüftgelenk ist ein tief in einer knöchernen Pfanne geführtes Kugelgelenk, das durch eine kräftige Gelenkkapsel sowie mehrere stabilisierende Bänder gesichert wird und dadurch zu den stabilsten Gelenken des Körpers zählt. Eine Luxation des Hüftgelenkes bezeichnet ein vollständiges Herausspringen des Hüftkopfes aus seiner Pfanne, während eine Verstauchung oder Zerrung eine Überdehnung oder teilweise Schädigung der stabilisierenden Bänder ohne vollständige Ausrenkung des Gelenkes darstellt. Aufgrund der ausgeprägten Stabilität des Hüftgelenkes ist bei jüngeren, gesunden Menschen für eine Luxation meist eine sehr erhebliche Gewalteinwirkung notwendig, wie sie beispielsweise bei einem schweren Verkehrsunfall auftreten kann, während leichtere Verstauchungen und Zerrungen auch bei geringerer Belastung, etwa im Rahmen bestimmter sportlicher Bewegungen, entstehen können.

Ursachen

Eine Hüftluxation entsteht bei den meisten Betroffenen durch eine erhebliche, plötzliche Gewalteinwirkung, wie sie typischerweise bei einem Verkehrsunfall auftritt, insbesondere wenn das angewinkelte Knie mit großer Kraft gegen das Armaturenbrett gedrückt wird und die Kraft über den Oberschenkelknochen auf das Hüftgelenk übertragen wird. Auch schwere Stürze aus großer Höhe können eine Hüftluxation verursachen. Leichtere Verstauchungen und Zerrungen der Hüftbänder entstehen hingegen häufig durch eine plötzliche, ungewöhnliche Bewegung des Hüftgelenkes, etwa bei bestimmten Sportarten mit abrupten Richtungswechseln, oder durch einen Sturz mit ungünstiger Verdrehung des Beines. Bei Menschen mit einer angeborenen Hüftdysplasie, einer nicht optimal ausgeformten Hüftpfanne, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Hüftluxation bereits bei geringerer Krafteinwirkung.

Symptome

Eine Hüftluxation verursacht plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen im betroffenen Hüftgelenk, wobei das Bein in einer charakteristischen, oft verkürzten und nach innen oder außen gedrehten Fehlstellung fixiert ist und von der betroffenen Person nicht mehr bewegt werden kann. Eine aktive Bewegung des Beines ist nicht mehr möglich, und bereits der Versuch einer passiven Bewegung durch eine andere Person verursacht heftige Schmerzen. Eine Verstauchung oder Zerrung äußert sich hingegen durch weniger stark ausgeprägte, meist gut lokalisierbare Schmerzen im Bereich des Hüftgelenkes, die sich bei Bewegung und Belastung verstärken, sowie durch eine Schwellung und eine eingeschränkte, aber nicht vollständig aufgehobene Beweglichkeit des Gelenkes. Bei einer Hüftluxation besteht zusätzlich das Risiko einer begleitenden Schädigung des Ischiasnervs, die sich durch Taubheitsgefühl oder eine Schwäche im Bein äußern kann.

Diagnostik

Die Diagnose einer Hüftluxation wird durch die charakteristische Fehlstellung des Beines sowie durch eine Röntgenuntersuchung gestellt, die die Position des Hüftkopfes außerhalb der Pfanne sowie mögliche begleitende knöcherne Verletzungen zeigt. Eine ergänzende Computertomographie kann kleinere, begleitende Knochenabsprengungen im Bereich der Hüftpfanne genauer darstellen, die für die weitere Behandlungsplanung von Bedeutung sein können. Bei einer Verstauchung oder Zerrung wird die Diagnose durch eine körperliche Untersuchung mit Prüfung der Beweglichkeit und der Stabilität des Hüftgelenkes gestellt, wobei eine Röntgenuntersuchung meist zum Ausschluss einer begleitenden knöchernen Verletzung durchgeführt wird. Bei Verdacht auf eine Schädigung des Ischiasnervs wird zusätzlich eine gezielte neurologische Untersuchung der Beinfunktion durchgeführt.

Behandlung

Eine Hüftluxation stellt einen orthopädischen Notfall dar und erfordert eine möglichst rasche, in der Regel unter Narkose durchgeführte Wiedereinrenkung des Hüftkopfes in die Pfanne, da eine Verzögerung das Risiko für eine bleibende Schädigung der Blutversorgung des Hüftkopfes deutlich erhöht. Nach erfolgreicher Wiedereinrenkung wird häufig eine bildgebende Kontrolle durchgeführt, um sicherzustellen, dass sich keine störenden Knochen- oder Knorpelfragmente im Gelenk befinden. Bei begleitenden knöchernen Verletzungen der Hüftpfanne kann zusätzlich eine operative Stabilisierung notwendig werden. Eine Verstauchung oder Zerrung des Hüftgelenkes wird in der Regel konservativ mit Schonung, Kühlung sowie einer schrittweise gesteigerten Belastung im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung therapiert.

Verlauf und Prognose

Wird eine Hüftluxation rasch, in der Regel innerhalb weniger Stunden, wieder eingerenkt, ist die Prognose für den Erhalt der Hüftkopfdurchblutung deutlich besser als bei einer verzögerten Behandlung, da eine anhaltende Luxation die Blutversorgung des Hüftkopfes gefährden und zu einem späteren Absterben von Knochengewebe führen kann. Auch bei rechtzeitiger Behandlung besteht ein gewisses langfristiges Risiko für die Entwicklung einer Hüftarthrose, insbesondere wenn begleitende knöcherne oder knorpelige Schäden vorlagen, weshalb regelmäßige Nachkontrollen empfohlen werden. Eine leichtere Verstauchung oder Zerrung heilt in der Regel innerhalb weniger Wochen folgenlos aus, sofern die Hüfte in dieser Zeit ausreichend geschont und anschließend schrittweise wieder belastet wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist eine Hüftluxation ein Notfall?

Weil eine anhaltende Ausrenkung des Hüftkopfes die Blutversorgung des Hüftkopfes gefährden kann, was unbehandelt zu einem späteren Absterben von Knochengewebe führen kann. Eine rasche Wiedereinrenkung verbessert die Prognose erheblich.

Wie wird eine ausgerenkte Hüfte wieder eingerenkt?

In der Regel unter Narkose durch eine gezielte, kontrollierte Zugbewegung, bei der der Hüftkopf vorsichtig zurück in seine Pfanne geführt wird, gefolgt von einer bildgebenden Kontrolle.

Kann eine Hüftverstauchung ohne Behandlung ausheilen?

Eine leichtere Verstauchung oder Zerrung heilt in der Regel innerhalb weniger Wochen mit Schonung, Kühlung und schrittweiser Wiederbelastung folgenlos aus, ohne dass eine spezifische Behandlung notwendig ist.

Welche Spätfolge kann nach einer Hüftluxation auftreten?

Ein erhöhtes langfristiges Risiko für die Entwicklung einer Hüftarthrose, insbesondere wenn begleitende knöcherne oder knorpelige Schäden vorlagen, weshalb regelmäßige Nachkontrollen empfohlen werden.

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