Hüftdysplasie
Die Hüftdysplasie ist eine angeborene, unzureichende Ausreifung der Hüftgelenkspfanne, wodurch der Hüftkopf nicht ausreichend Halt findet. Sie zählt zu den häufigsten angeborenen Fehlstellungen des Bewegungsapparats und wird in Deutschland durch ein standardisiertes Ultraschall-Screening bei Neugeborenen routinemäßig untersucht. Wird sie früh erkannt und behandelt, sind die Aussichten auf ein normal funktionierendes Hüftgelenk sehr gut.
Ursachen
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, hormonellen Einflüssen während der Schwangerschaft, die die Gelenkbänder lockern, sowie mechanischen Faktoren wie einer Beckenendlage oder wenig Fruchtwasser wird angenommen. Mädchen sind deutlich häufiger betroffen als Jungen, ebenso besteht eine familiäre Häufung, wenn bereits Eltern oder Geschwister betroffen waren.
Symptome
Eine leichte Hüftdysplasie verursacht bei Neugeborenen häufig keine sichtbaren Beschwerden und fällt erst beim gezielten Screening auf. Bei ausgeprägterer Fehlstellung oder einer bereits eingetretenen Verrenkung des Hüftkopfs können eine sichtbare Beinlängendifferenz, asymmetrische Hautfalten am Oberschenkel oder eine eingeschränkte Spreizfähigkeit des betroffenen Beins auffallen. Unbehandelt kann sich später beim Laufenlernen ein hinkendes Gangbild entwickeln.
Diagnostik
In Deutschland wird bei jedem Neugeborenen im Rahmen der U3-Vorsorgeuntersuchung eine standardisierte Ultraschalluntersuchung der Hüften durchgeführt, die die Form und Reife der Hüftgelenkspfanne beurteilt und in Schweregrade einteilt. Bei bekannten Risikofaktoren wie familiärer Häufung oder Beckenendlage kann bereits früher, oft schon in der ersten Lebenswoche, eine gezielte Untersuchung erfolgen. Bei auffälligem Befund werden regelmäßige Ultraschallkontrollen während der Behandlung durchgeführt.
Behandlung
Leichte Reifungsverzögerungen bilden sich häufig mit breitem Wickeln oder speziellen Spreizhosen, die die Beine in einer die Ausreifung fördernden Position halten, innerhalb weniger Wochen zurück. Bei ausgeprägterer Dysplasie oder bereits bestehender Hüftkopfverrenkung sind spezielle Spreizschienen oder -gipse notwendig, um den Hüftkopf in der richtigen Position zu halten, während sich die Pfanne nachreift. In selteneren, spät erkannten oder schweren Fällen kann eine operative Behandlung notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Bei früher Erkennung durch das Neugeborenen-Screening und rechtzeitiger Behandlung heilt die Hüftdysplasie bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Kinder folgenlos aus, mit einem normal funktionierenden Hüftgelenk im späteren Leben. Wird die Erkrankung erst spät erkannt oder unzureichend behandelt, steigt das Risiko für eine bleibende Fehlstellung und eine frühzeitige Hüftgelenkarthrose im Erwachsenenalter deutlich. Die konsequente Teilnahme an den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen ist deshalb entscheidend.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hüftdysplasie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum wird jedes Neugeborene auf Hüftdysplasie untersucht?
Weil eine frühe Erkennung und Behandlung die Aussichten auf ein normal funktionierendes Hüftgelenk deutlich verbessert, während eine spät erkannte Dysplasie schwerer und aufwendiger zu behandeln ist.
Ist eine Spreizhose unangenehm für das Kind?
Kinder gewöhnen sich in der Regel rasch daran, die Behandlung wird von den meisten Säuglingen gut toleriert und beeinträchtigt die normale Entwicklung nicht.
Kann eine unbehandelte Hüftdysplasie im Erwachsenenalter Probleme machen?
Ja, eine unzureichend ausgereifte oder verrenkte Hüfte erhöht das Risiko einer frühzeitigen Hüftgelenkarthrose deutlich, wenn sie im Kindesalter nicht rechtzeitig behandelt wurde.
Sind Mädchen wirklich häufiger betroffen als Jungen?
Ja, Mädchen sind deutlich häufiger betroffen, vermutlich aufgrund einer stärkeren Empfindlichkeit ihrer Gelenkbänder gegenüber den während der Schwangerschaft wirkenden mütterlichen Hormonen.
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