Q-Fieber
Das Q-Fieber ist eine durch das Bakterium Coxiella burnetii verursachte Zoonose, die vor allem von Nutztieren wie Schafen, Ziegen und Rindern auf den Menschen übertragen wird. Die Erkrankung verläuft bei einem großen Teil der Infizierten mild oder ohne Beschwerden, kann sich bei einem kleineren Teil jedoch zu einer chronischen, ernsteren Erkrankung entwickeln, insbesondere bei bereits vorgeschädigten Herzklappen.
Ursachen
Das verantwortliche Bakterium wird vor allem über infizierten Staub übertragen, der Ausscheidungen, Fruchtwasser oder Plazentareste infizierter Tiere enthält, insbesondere im Zusammenhang mit Geburten von Nutztieren. Eine Ansteckung erfolgt meist durch Einatmen kontaminierten Staubs, seltener durch den Verzehr nicht ausreichend erhitzter tierischer Produkte wie Rohmilch. Personen mit beruflichem Kontakt zu Nutztieren, etwa in der Landwirtschaft oder bei Tierärzten, tragen ein höheres Ansteckungsrisiko.
Symptome
Viele Infektionen verlaufen ohne erkennbare Beschwerden. Bei symptomatischem Verlauf treten meist plötzlich hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auf, häufig begleitet von einer Lungenentzündung oder einer Leberentzündung. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen, besonders bei vorgeschädigten Herzklappen oder Gefäßprothesen, kann sich Monate bis Jahre nach der akuten Infektion eine chronische Form mit Befall der Herzinnenhaut (Endokarditis) entwickeln.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch den Nachweis spezifischer Antikörper gegen Coxiella burnetii im Blut gestützt, wobei unterschiedliche Antikörpermuster zwischen akuter und chronischer Form unterscheiden helfen. Bei Verdacht auf eine chronische Verlaufsform mit Herzbeteiligung werden zusätzlich eine Echokardiografie sowie gegebenenfalls weitere spezialisierte Untersuchungen durchgeführt, um das Ausmaß der Herzklappenbeteiligung einzuschätzen.
Behandlung
Die akute Form wird mit Antibiotika, meist über zwei bis drei Wochen, behandelt, worunter die meisten Betroffenen vollständig genesen. Die chronische Form mit Herzbeteiligung erfordert eine deutlich längere, oft über Monate bis Jahre andauernde Kombinationsbehandlung mit mehreren Antibiotika, da die Bakterien sich in diesem Fall schwerer erreichbar in Ablagerungen an den Herzklappen befinden. Bei stark geschädigten Herzklappen kann zusätzlich ein herzchirurgischer Eingriff notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Die akute Erkrankung heilt bei den meisten Betroffenen ohne bleibende Folgen aus. Die chronische Verlaufsform mit Herzbeteiligung ist deutlich ernster und erfordert eine langwierige, engmaschig überwachte Behandlung, kann aber bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelt werden. Personen mit bekannten Herzklappenerkrankungen sollten besonders auf beruflichen oder privaten Kontakt zu Nutztierherden während der Geburtszeit achten und diesen nach Möglichkeit meiden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Robert Koch-Institut — Q-Fieber: RKI-Ratgeber
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie steckt man sich mit Q-Fieber an?
Meist durch Einatmen von Staub, der mit Ausscheidungen oder Geburtsmaterial infizierter Nutztiere kontaminiert ist, seltener über nicht ausreichend erhitzte tierische Produkte.
Ist Q-Fieber von Mensch zu Mensch übertragbar?
Eine Übertragung zwischen Menschen ist möglich, aber selten und spielt bei der Verbreitung der Erkrankung eine untergeordnete Rolle.
Warum ist die chronische Form gefährlicher?
Weil sie meist die Herzinnenhaut und Herzklappen befällt, was unbehandelt zu einer fortschreitenden Herzschädigung führen kann, und eine deutlich längere Behandlung erfordert.
Wer hat ein erhöhtes Ansteckungsrisiko?
Menschen mit beruflichem oder engem Kontakt zu Nutztieren, etwa in der Landwirtschaft, Tierhaltung oder Tiermedizin, insbesondere während der Geburtszeit der Tiere.
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