Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Vergiftungen

Vergiftung durch Lokalanästhetika

Lokalanästhetika wie Lidocain, Articain oder Bupivacain werden bei zahnärztlichen und chirurgischen Eingriffen, bei Nervenblockaden und in Salben oder Sprays zur Schmerzausschaltung eingesetzt. Gelangen zu große Mengen in den Blutkreislauf, wirken sie auf Gehirn und Herz und verursachen eine systemische Vergiftung. Sie ist selten, kann aber innerhalb von Minuten lebensbedrohlich werden und muss von Behandelnden jederzeit bedacht werden.

Ursachen

Häufigste Ursache ist die versehentliche Einspritzung in ein Blutgefäß oder eine zu hohe Gesamtdosis, etwa bei Nervenblockaden oder großflächiger Betäubung. Auch eine rasche Aufnahme aus stark durchblutetem Gewebe, verminderter Abbau bei Leber- oder Herzerkrankungen sowie ein niedriges Körpergewicht erhöhen das Risiko. Selten führt die ausgedehnte Anwendung von Sprays oder Gelen auf Schleimhäuten oder verletzter Haut zu hohen Blutspiegeln.

Symptome

Frühzeichen sind ein metallischer Geschmack, Taubheit um den Mund und an der Zunge, Ohrensausen, Schwindel, Unruhe und Sehstörungen. Danach können Muskelzuckungen, Krampfanfälle und Bewusstseinsverlust auftreten. Am Herzen kommt es zu Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand. Bestimmte Wirkstoffe können zusätzlich eine Störung des Sauerstofftransports im Blut mit bläulicher Haut verursachen.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose wird aus dem zeitlichen Zusammenhang mit der Betäubung und den typischen Beschwerden gestellt. Kreislauf, Atmung, Sauerstoffsättigung und Herzrhythmus werden fortlaufend überwacht. Blutuntersuchungen und ein Elektrokardiogramm ergänzen die Beurteilung.

Behandlung

Die weitere Zufuhr wird sofort gestoppt, der Notruf 112 alarmiert. Atemwege werden gesichert, Sauerstoff gegeben, Krampfanfälle werden mit Medikamenten durchbrochen. Bei schweren Vergiftungen wird eine intravenöse Fettemulsion eingesetzt, die das Lokalanästhetikum binden kann, zusätzlich Kreislaufunterstützung und bei Herzstillstand Wiederbelebung, die länger fortgeführt werden kann. Die Behandlung erfolgt auf einer Intensiv- oder Überwachungsstation.

Verlauf und Prognose

Bei rascher Erkennung und Behandlung erholen sich die meisten Betroffenen vollständig. Verzögerungen erhöhen das Risiko bleibender Schäden. Vorbeugend helfen langsames Einspritzen mit Aspiration, die Beachtung der Höchstdosis, Ultraschallkontrolle bei Nervenblockaden und die Bereitschaft von Notfallmaterial, wo betäubt wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine beginnende Vergiftung?

An metallischem Geschmack, Taubheit um den Mund, Ohrensausen, Schwindel und Unruhe während oder kurz nach einer Betäubung.

Was ist bei Krämpfen zu tun?

Sofort den Notruf 112 wählen, Verletzungen verhindern und die Betäubungszufuhr stoppen, die weitere Behandlung übernimmt das Fachpersonal.

Wofür wird eine Fettemulsion gegeben?

Sie bindet das Lokalanästhetikum im Blut und kann bei schweren Vergiftungen Herz und Kreislauf stabilisieren.

Ist die Vergiftung häufig?

Nein, sie ist selten, weshalb aber vor allem die Dosierung und die Einspritztechnik sorgfältig beachtet werden.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen