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Vergiftungen

Trizyklische-Antidepressiva-Vergiftung

Eine Vergiftung mit trizyklischen Antidepressiva entsteht durch die Einnahme einer für den Körper zu hohen Menge dieser älteren Klasse von Medikamenten gegen Depressionen. Trizyklische Antidepressiva wirken in hoher Dosis giftig auf das Herz und können innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sowie Krampfanfälle auslösen, weshalb diese Vergiftung zu den gefährlichsten Medikamentenüberdosierungen zählt.

Ursachen

Eine Vergiftung entsteht meist durch die absichtliche Einnahme einer großen Menge des Medikaments, häufig in suizidaler Absicht, seltener durch eine versehentliche Überdosierung oder den Zugriff von Kindern auf Medikamente von Angehörigen. Da bereits eine vergleichsweise geringe Menge über der üblichen Tagesdosis lebensgefährlich sein kann, gelten trizyklische Antidepressiva im Vergleich zu neueren Antidepressiva als besonders gefährlich bei Überdosierung.

Symptome

Frühe Anzeichen sind Mundtrockenheit, erweiterte Pupillen, Verwirrtheit und Herzrasen. Im Verlauf können sich rasch gefährliche Herzrhythmusstörungen, ein deutlicher Blutdruckabfall, Krampfanfälle sowie eine zunehmende Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma entwickeln. Die Verschlechterung kann sehr schnell erfolgen, weshalb auch bei zunächst mild wirkenden Beschwerden eine sofortige ärztliche Abklärung notwendig ist.

Diagnostik

Ein Elektrokardiogramm ist die wichtigste Untersuchung, da eine charakteristische Verbreiterung eines bestimmten Herzstromkurvenabschnitts (QRS-Komplex) zuverlässig auf das Ausmaß der Herzgiftigkeit hinweist und die Behandlung maßgeblich steuert. Bluttests können die eingenommene Substanz nachweisen, wobei die Behandlungsentscheidung vor allem anhand des Elektrokardiogramms und des klinischen Bildes getroffen wird, nicht allein anhand des Blutspiegels.

Behandlung

Bei rechtzeitiger Vorstellung kann die Gabe von Aktivkohle die weitere Aufnahme des Medikaments vermindern. Bei Anzeichen einer Herzgiftigkeit im Elektrokardiogramm wird Natriumbicarbonat über die Vene verabreicht, das die giftige Wirkung auf das Herz gezielt abschwächen kann. Krampfanfälle werden mit Benzodiazepinen behandelt, bei schweren Herzrhythmusstörungen oder Kreislaufversagen ist eine intensivmedizinische Überwachung mit kontinuierlicher Herzrhythmusüberwachung notwendig.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung mit Natriumbicarbonat und intensivmedizinischer Überwachung überleben die meisten Betroffenen eine Vergiftung mit trizyklischen Antidepressiva ohne bleibende Schäden. Unbehandelt oder bei sehr hoher eingenommener Menge kann die Vergiftung jedoch innerhalb weniger Stunden durch schwere Herzrhythmusstörungen tödlich verlaufen, weshalb eine sofortige Krankenhauseinweisung bei jedem Verdacht dringend notwendig ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum gelten trizyklische Antidepressiva bei Überdosierung als besonders gefährlich?

Weil bereits eine vergleichsweise geringe Menge über der üblichen Tagesdosis lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

Welche Untersuchung ist bei dieser Vergiftung am wichtigsten?

Das Elektrokardiogramm, da eine Verbreiterung des QRS-Komplexes zuverlässig auf das Ausmaß der Herzgiftigkeit hinweist und die Behandlung steuert.

Wie wird die Herzgiftigkeit behandelt?

Mit Natriumbicarbonat über die Vene, das die giftige Wirkung des Medikaments auf das Herz gezielt abschwächen kann.

Sollte man bei Verdacht immer sofort ins Krankenhaus?

Ja, da sich der Zustand sehr schnell verschlechtern kann, ist bei jedem Verdacht auf eine Überdosierung eine sofortige Krankenhauseinweisung notwendig.

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