Herzstillstand
Ein Herzstillstand bezeichnet das plötzliche Aussetzen jeder wirksamen mechanischen Pumpfunktion des Herzens, wodurch der Kreislauf zum Erliegen kommt und lebenswichtige Organe, allen voran das Gehirn, innerhalb kürzester Zeit nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Ein Herzstillstand kann sowohl durch eine völlige elektrische Stille des Herzens als auch durch bestimmte, unkoordinierte elektrische Aktivitäten wie Kammerflimmern entstehen, bei denen sich der Herzmuskel zwar elektrisch, aber nicht mehr wirksam mechanisch zusammenzieht. Da bereits nach wenigen Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung irreversible Schäden am Gehirn auftreten können, stellt ein Herzstillstand einen absoluten Notfall dar, bei dem der sofortige Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen durch anwesende Personen und die schnellstmögliche Alarmierung des Rettungsdienstes über das Überleben und die spätere Lebensqualität der betroffenen Person entscheiden.
Ursachen
Die mit Abstand häufigste Ursache eines Herzstillstandes bei Erwachsenen ist eine akute Herzerkrankung, insbesondere ein Herzinfarkt oder eine schwere Herzrhythmusstörung wie Kammerflimmern im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit. Auch andere schwere Herzerkrankungen, etwa eine ausgeprägte Herzmuskelschwäche oder bestimmte angeborene Herzrhythmusstörungen, können einen Herzstillstand verursachen. Außerhalb des Herzens selbst können ein schwerer Sauerstoffmangel, etwa durch Ersticken oder Ertrinken, ein massiver Blutverlust, eine schwere Vergiftung, ein Stromunfall sowie ausgeprägte Elektrolytstörungen zu einem Herzstillstand führen. Bei Kindern liegt einem Herzstillstand häufiger ein primär respiratorisches Problem, also ein schwerer Sauerstoffmangel durch eine Atemwegsstörung, zugrunde als eine primäre Herzerkrankung.
Symptome
Das Leitsymptom eines Herzstillstandes ist der plötzliche Verlust des Bewusstseins bei gleichzeitigem Fehlen einer normalen Atmung, wobei eine sogenannte Schnappatmung, unregelmäßige, schnappende Atemzüge, in den ersten Minuten fälschlicherweise noch für eine vorhandene Atmung gehalten werden kann, tatsächlich jedoch bereits Ausdruck des Herzstillstandes ist und wie eine fehlende Atmung gewertet werden muss. Die betroffene Person reagiert nicht mehr auf Ansprache oder Berührung, und es lässt sich kein tastbarer Puls mehr feststellen. Ohne sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen kommt es innerhalb weniger Minuten zu einer zunehmenden Sauerstoffunterversorgung des Gehirns, die rasch zu bleibenden Schäden führen kann. Manchen Herzstillständen gehen Warnzeichen wie ein plötzlicher, starker Brustschmerz oder ein ausgeprägtes Schwächegefühl unmittelbar voraus, in vielen Fällen tritt der Herzstillstand jedoch völlig unvermittelt ein.
Diagnostik
Die Diagnose eines Herzstillstandes wird im Notfall unmittelbar am Ort des Geschehens durch die Prüfung von Bewusstsein, Atmung und Kreislaufzeichen gestellt, wobei bei fehlendem Bewusstsein und fehlender normaler Atmung sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden muss, ohne wertvolle Zeit mit einer ausführlichen Diagnostik zu verlieren. Sobald der Rettungsdienst eingetroffen ist, wird mittels Elektrokardiogramm die zugrunde liegende elektrische Herzaktivität, etwa Kammerflimmern, eine Asystolie (elektrische Stille) oder eine sogenannte pulslose elektrische Aktivität, genauer bestimmt, da dies die weitere Behandlung, insbesondere den Einsatz eines Defibrillators, entscheidend beeinflusst. Nach erfolgreicher Wiederbelebung erfolgt im Krankenhaus eine umfassende Suche nach der zugrunde liegenden Ursache, etwa mittels Herzkatheteruntersuchung bei Verdacht auf einen Herzinfarkt.
Behandlung
Die Behandlung eines Herzstillstandes besteht in der sofortigen Herz-Lungen-Wiederbelebung durch anwesende Personen, bestehend aus kräftigen, regelmäßigen Brustkorbkompressionen sowie, wenn möglich, Beatmung, kombiniert mit der unverzüglichen Alarmierung des Rettungsdienstes. Ist ein automatisierter externer Defibrillator verfügbar, sollte dieser umgehend eingesetzt werden, da er bei bestimmten, defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern durch einen gezielten elektrischen Impuls die normale Herzaktivität wiederherstellen kann. Der eintreffende Rettungsdienst führt die Wiederbelebungsmaßnahmen fort und ergänzt sie um weitere Maßnahmen wie die Gabe von Medikamenten sowie eine erweiterte Atemwegssicherung. Nach erfolgreicher Wiederbelebung erfolgt eine intensivmedizinische Behandlung, die häufig eine gezielte Temperaturkontrolle zum Schutz des Gehirns sowie die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache umfasst.
Verlauf und Prognose
Die Prognose nach einem Herzstillstand hängt entscheidend davon ab, wie schnell mit einer wirksamen Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen und, bei entsprechender Rhythmusstörung, eine Defibrillation durchgeführt wird, da die Überlebenschance mit jeder verstreichenden Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen deutlich sinkt. Wird sofort mit einer wirksamen Wiederbelebung durch anwesende Personen begonnen und rasch defibrilliert, überleben deutlich mehr Betroffene und behalten dabei häufiger eine gute neurologische Funktion, als wenn die Maßnahmen erst nach dem Eintreffen des Rettungsdienstes beginnen. Trotz aller Fortschritte der Notfallmedizin bleibt die Gesamtprognose eines Herzstillstandes außerhalb eines Krankenhauses ernst, weshalb die rasche Reaktion von Ersthelferinnen und Ersthelfern, die sogenannte Rettungskette, von entscheidender Bedeutung für das Überleben und die spätere Lebensqualität der betroffenen Person ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Herzstillstand: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Woran erkennt man einen Herzstillstand?
An einem plötzlichen Bewusstseinsverlust bei fehlender normaler Atmung. Eine unregelmäßige Schnappatmung darf dabei nicht als vorhandene Atmung fehlgedeutet werden, sondern muss wie eine fehlende Atmung gewertet werden.
Warum ist der sofortige Beginn der Wiederbelebung durch Anwesende so wichtig?
Weil die Überlebenschance mit jeder Minute ohne wirksame Herz-Lungen-Wiederbelebung deutlich sinkt und das Gehirn bereits nach wenigen Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung irreversibel geschädigt werden kann.
Wann sollte ein automatisierter externer Defibrillator eingesetzt werden?
Sobald einer verfügbar ist, unmittelbar nach Beginn der Wiederbelebung, da er bei bestimmten, defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern durch einen gezielten elektrischen Impuls die normale Herzaktivität wiederherstellen kann.
Ist die häufigste Ursache eines Herzstillstandes bei Erwachsenen immer ein Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt sowie schwere Herzrhythmusstörungen im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit sind die häufigsten Ursachen, es können jedoch auch andere Herzerkrankungen sowie äußere Ursachen wie ein schwerer Sauerstoffmangel oder ein massiver Blutverlust einen Herzstillstand auslösen.
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