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Hals, Nase & Ohren

Degenerative und vaskuläre Krankheiten des Ohres

Degenerative und vaskuläre Krankheiten des Ohres fassen jene Erkrankungen zusammen, bei denen entweder ein altersbedingter, allmählicher Abbauprozess des empfindlichen Innenohrgewebes oder eine Störung der Durchblutung des Innenohres zu einer Beeinträchtigung von Hörvermögen und Gleichgewichtssinn führt. Das Innenohr ist auf eine kontinuierliche, gut regulierte Durchblutung angewiesen, da die für das Hören und den Gleichgewichtssinn verantwortlichen Sinneszellen sehr empfindlich auf Sauerstoff- und Nährstoffmangel reagieren und sich, einmal geschädigt, nur sehr begrenzt regenerieren können. Degenerative Veränderungen entwickeln sich typischerweise langsam über Jahre hinweg, während durchblutungsbedingte Störungen des Innenohres auch plötzlich auftreten können und dann rasches Handeln erfordern, um bleibende Hör- oder Gleichgewichtsschäden möglichst zu begrenzen.

Ursachen

Degenerative Veränderungen des Innenohres entstehen im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses, bei dem die empfindlichen Haarsinneszellen der Hörschnecke sowie die Nervenzellen der Hörbahn im Laufe des Lebens allmählich an Zahl und Funktion abnehmen, was die häufigste Ursache der Altersschwerhörigkeit darstellt. Vaskuläre, also durchblutungsbedingte Erkrankungen des Ohres entstehen durch eine Störung der Blutversorgung des Innenohres, etwa im Rahmen einer allgemeinen Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), bei Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder anderen Erkrankungen, die die kleinen, für die Versorgung des Innenohres wichtigen Blutgefäße beeinträchtigen können. Auch ein plötzlicher, umschriebener Verschluss eines kleinen Innenohrgefäßes kann zu einer akuten Durchblutungsstörung führen. Rauchen sowie ein unzureichend behandelter Bluthochdruck oder Diabetes gelten als wichtige, beeinflussbare Risikofaktoren für vaskuläre Innenohrschäden.

Symptome

Degenerative Veränderungen des Innenohres äußern sich meist durch eine langsam fortschreitende, beide Ohren betreffende Schwerhörigkeit, die zunächst vor allem hohe Frequenzen betrifft und sich häufig durch zunehmende Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache in geräuschvoller Umgebung bemerkbar macht. Vaskuläre Erkrankungen des Ohres können sich hingegen plötzlich mit einem einseitigen Hörverlust äußern, der oft von einem Ohrgeräusch (Tinnitus) sowie, bei Beteiligung des Gleichgewichtsorgans, von Schwindel begleitet wird. Während degenerative Veränderungen meist über Jahre hinweg schleichend fortschreiten und von den Betroffenen häufig erst spät bemerkt werden, tritt ein durchblutungsbedingter Innenohrschaden typischerweise abrupt auf und wird von den Betroffenen als deutliche, plötzliche Veränderung wahrgenommen.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf eine ausführliche Hörprüfung (Tonaudiometrie), die das Ausmaß und das charakteristische Muster der Hörminderung erfasst und zwischen einer altersbedingten, gleichmäßig beide Ohren betreffenden Schwerhörigkeit und einem plötzlichen, meist einseitigen Hörverlust unterscheiden hilft. Bei Verdacht auf eine vaskuläre Ursache werden zusätzlich die üblichen Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen, insbesondere Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte, überprüft. Eine Untersuchung der Gleichgewichtsfunktion kann bei begleitendem Schwindel sinnvoll sein, um das Ausmaß der Beteiligung des Gleichgewichtsorgans einzuschätzen. Bei einem plötzlichen, einseitigen Hörverlust kann in bestimmten Fällen eine bildgebende Untersuchung des Innenohres und der Hörbahn notwendig werden, um andere, seltenere Ursachen auszuschließen.

Behandlung

Bei degenerativen, altersbedingten Veränderungen des Innenohres steht die Versorgung mit einem geeigneten Hörgerät im Vordergrund, das die verminderte Hörleistung ausgleicht und damit die Kommunikationsfähigkeit sowie die Lebensqualität deutlich verbessern kann; eine Rückbildung der zugrunde liegenden degenerativen Veränderung selbst ist nicht möglich. Bei einem akuten, vermutlich durchblutungsbedingten Hörverlust wird häufig rasch eine Behandlung mit durchblutungsfördernden oder entzündungshemmenden Medikamenten eingeleitet, wobei der Behandlungsbeginn möglichst zeitnah nach dem Auftreten der Beschwerden erfolgen sollte, um die Erholungschancen zu verbessern. Eine konsequente Einstellung zugrunde liegender Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhter Blutfettwerte ist sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung weiterer vaskulärer Innenohrschäden von großer Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Degenerative Veränderungen des Innenohres schreiten in der Regel langsam über Jahre hinweg fort und sind nicht rückgängig zu machen, können jedoch durch eine angepasste Hörgeräteversorgung gut kompensiert werden, sodass Betroffene meist eine gute Lebensqualität und Kommunikationsfähigkeit erhalten können. Bei einem akuten, durchblutungsbedingten Hörverlust hängt die Prognose wesentlich vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab, wobei sich das Hörvermögen bei einem Teil der Betroffenen durch eine frühzeitige Behandlung ganz oder teilweise erholen kann, während bei verzögerter Behandlung ein bleibender Hörverlust wahrscheinlicher wird. Eine konsequente Behandlung der zugrunde liegenden Gefäßrisikofaktoren trägt langfristig dazu bei, das Risiko weiterer vaskulärer Innenohrschäden zu verringern und die Innenohrfunktion möglichst lange zu erhalten.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum lässt sich eine altersbedingte Schwerhörigkeit nicht rückgängig machen?

Weil die betroffenen Haarsinneszellen der Hörschnecke sich einmal geschädigt nur sehr begrenzt regenerieren können, weshalb die Behandlung auf einen Ausgleich der Hörminderung durch Hörgeräte abzielt statt auf eine Wiederherstellung der geschädigten Zellen.

Warum ist bei einem plötzlichen, einseitigen Hörverlust rasches Handeln wichtig?

Weil die Erholungschancen des Innenohres bei einer möglichen Durchblutungsstörung mit frühzeitigem Behandlungsbeginn deutlich besser sind, während eine Verzögerung das Risiko eines bleibenden Hörverlusts erhöht.

Welche Risikofaktoren begünstigen vaskuläre Innenohrschäden?

Insbesondere Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte und Rauchen, da diese Faktoren die kleinen, für die Versorgung des Innenohres wichtigen Blutgefäße schädigen können.

Kann ein Hörgerät degenerative Innenohrveränderungen aufhalten?

Nein, ein Hörgerät gleicht die bestehende Hörminderung aus, beeinflusst jedoch nicht den zugrunde liegenden, altersbedingten Abbauprozess des Innenohrgewebes selbst.

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