Tinnitus (Ohrgeräusche)
Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung von Geräuschen — Pfeifen, Rauschen, Klingeln oder Summen — im Ohr oder Kopf, ohne dass eine äußere Schallquelle vorhanden ist. Er ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das viele mögliche Ursachen haben kann.
Akuter vs. chronischer Tinnitus
Akuter Tinnitus tritt plötzlich auf und klingt bei einem Teil der Betroffenen innerhalb weniger Tage bis Wochen wieder ab, oft im Zusammenhang mit Stress, Lärmbelastung oder einem Hörsturz (siehe eigener Artikel). Bleibt er länger als drei Monate bestehen, spricht man von chronischem Tinnitus.
Mögliche Ursachen
Lärmschäden, altersbedingter Hörverlust, ein Hörsturz, Stress, Durchblutungsstörungen im Innenohr, Erkrankungen der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenks sowie bestimmte Medikamente können Tinnitus auslösen — bei vielen Betroffenen lässt sich trotz Untersuchung keine eindeutige Ursache feststellen.
Erstmaßnahmen bei plötzlichem Tinnitus
Bei neu auftretendem Tinnitus, besonders in Verbindung mit Hörverlust oder Schwindel, zeitnah eine HNO-ärztliche Praxis aufsuchen (siehe Hörsturz) — je früher eine mögliche Behandlung beginnt, desto besser stehen die Chancen auf Besserung.
Warum psychische Belastung eine Rolle spielt
Bei chronischem Tinnitus kann die individuelle Bewertung des Geräuschs erheblich beeinflussen, wie belastend er empfunden wird — Angst und Aufmerksamkeit auf das Geräusch können einen Teufelskreis aus Stress und verstärkter Wahrnehmung auslösen. Entspannungstechniken und bei Bedarf psychotherapeutische Unterstützung können helfen, besser mit dem Tinnitus umzugehen.
Umgang mit chronischem Tinnitus
Da sich chronischer Tinnitus oft nicht vollständig „wegbehandeln“ lässt, zielt die Therapie häufig darauf ab, den Leidensdruck zu verringern — etwa durch Tinnitus-Counseling, Entspannungsverfahren, Hörgeräte bei gleichzeitigem Hörverlust oder Geräuschgeneratoren, die das Ohrgeräusch überlagern und weniger auffällig machen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Deutsche Tinnitus-Liga — Tinnitus: Ursachen, Umgang, Behandlungsmöglichkeiten
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Tinnitus gefährlich?
Er selbst ist keine körperlich gefährliche Erkrankung, kann aber erheblich belasten und auf eine behandelbare zugrunde liegende Ursache hinweisen, die ärztlich abgeklärt werden sollte.
Verschwindet Tinnitus immer wieder von selbst?
Ein Teil der akuten Fälle klingt von selbst ab, chronischer Tinnitus bleibt bei vielen Betroffenen dauerhaft bestehen — die Belastung durch das Geräusch lässt sich aber oft deutlich reduzieren.
Kann laute Musik Tinnitus verursachen?
Ja, Lärmbelastung — etwa durch sehr laute Musik über Kopfhörer oder bei Konzerten — ist ein bekannter Risikofaktor, sowohl für einen akuten Tinnitus nach einem einzelnen Ereignis als auch für dauerhafte Hörschäden.
Hilft absolute Stille gegen Tinnitus?
Häufig eher nicht — in völliger Stille wird das Ohrgeräusch oft deutlicher wahrgenommen. Viele Betroffene empfinden leise Hintergrundgeräusche als angenehmer.
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