Cannabisintoxikation
Eine Cannabisintoxikation entsteht durch die Aufnahme einer für die jeweilige Person zu hohen Menge des im Cannabis enthaltenen Wirkstoffs THC, häufig beim Verzehr stark dosierter cannabishaltiger Lebensmittel, deren Wirkung verzögert und daher schwerer einzuschätzen ist als beim Rauchen. Im Vergleich zu vielen anderen Substanzen verläuft eine Cannabisvergiftung bei Erwachsenen meist ohne direkte Lebensgefahr, kann jedoch sehr belastende Beschwerden verursachen.
Ursachen
Besonders häufig entsteht eine Überdosierung durch den Verzehr cannabishaltiger Lebensmittel wie Kekse oder Gummibärchen, bei denen die Wirkung erst nach ein bis zwei Stunden einsetzt, was leicht zu einer versehentlichen Nachdosierung verleitet. Ungeübte Konsumierende, Menschen mit geringem Körpergewicht sowie Kinder, die versehentlich cannabishaltige Produkte zu sich nehmen, sind besonders gefährdet. Auch stark aufkonzentrierte Cannabisprodukte können bei unerfahrenen Konsumierenden rasch zu einer Überdosierung führen.
Symptome
Kennzeichnend sind ausgeprägte Angst- und Panikzustände, Herzrasen, Übelkeit und Erbrechen sowie eine deutliche Verwirrtheit oder Wahrnehmungsstörungen, die von den Betroffenen als äußerst belastend erlebt werden. Bei Kindern nach versehentlichem Verzehr cannabishaltiger Produkte können zusätzlich starke Schläfrigkeit bis hin zu einer Bewusstseinstrübung sowie Gleichgewichtsstörungen auftreten. Direkte Lebensgefahr durch die Substanz selbst besteht bei Erwachsenen nur sehr selten.
Diagnostik
Die Verdachtsdiagnose stützt sich auf das typische Beschwerdebild sowie Angaben zum Konsum cannabishaltiger Produkte. Bei unklaren Fällen, insbesondere bei Kindern, kann ein Drogenschnelltest im Urin den Konsum bestätigen. Andere Ursachen für Verwirrtheit oder Angstzustände werden bei Bedarf durch weitere Untersuchungen ausgeschlossen, insbesondere wenn ein Mischkonsum mit anderen Substanzen nicht sicher ausgeschlossen werden kann.
Behandlung
Die Behandlung ist überwiegend unterstützend: Ein ruhiger, reizarmer Raum sowie beruhigendes Zureden können die Angst- und Panikzustände deutlich lindern. Bei ausgeprägter Unruhe können in seltenen Fällen leichte Beruhigungsmittel eingesetzt werden. Bei Kindern mit deutlicher Schläfrigkeit oder Bewusstseinstrübung nach versehentlichem Verzehr wird zur Sicherheit eine ärztliche Überwachung empfohlen; ein spezifisches Gegenmittel gegen Cannabis existiert nicht.
Verlauf und Prognose
Bei Erwachsenen klingen die Beschwerden einer Cannabisintoxikation in aller Regel innerhalb weniger Stunden von selbst wieder ab, ohne bleibende Folgen zu hinterlassen. Bei Kindern nach versehentlichem Verzehr größerer Mengen kann die Erholung, insbesondere bei ausgeprägter Schläfrigkeit, länger dauern und eine stationäre Überwachung erfordern. Insgesamt ist die Prognose deutlich günstiger als bei einer Überdosierung vieler anderer Substanzen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Cannabisintoxikation: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist eine Cannabisüberdosierung lebensgefährlich?
Bei Erwachsenen nur sehr selten, die Beschwerden sind zwar belastend, klingen aber meist innerhalb weniger Stunden von selbst wieder ab.
Warum sind cannabishaltige Lebensmittel besonders riskant?
Weil ihre Wirkung erst nach ein bis zwei Stunden einsetzt, was leicht zu einer versehentlichen Nachdosierung führt.
Was hilft am besten gegen die Angst- und Panikzustände?
Ein ruhiger, reizarmer Raum sowie beruhigendes Zureden lindern die Beschwerden meist deutlich, ohne dass Medikamente notwendig sind.
Was ist bei Kindern zu beachten, die versehentlich Cannabis gegessen haben?
Bei deutlicher Schläfrigkeit oder Bewusstseinstrübung sollte zur Sicherheit umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden.
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