Polyostotische Fibröse Dysplasie
Die polyostotische fibröse Dysplasie ist eine seltene Erkrankung, bei der an mehreren Stellen des Skeletts gesundes Knochengewebe durch ein unzureichend verkalktes, faserreiches Bindegewebe ersetzt wird. Die dadurch entstehenden Knochenherde sind mechanisch geschwächt, was zu Verformungen, Verkürzungen und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche in den betroffenen Bereichen führt.
Ursachen
Ursächlich ist eine nach der Befruchtung zufällig entstehende, nicht vererbbare genetische Veränderung in einem bestimmten Gen, die zu einer fehlgesteuerten Aktivität der knochenbildenden Zellen führt. Da diese Veränderung erst nach der Befruchtung in einem Teil der Körperzellen auftritt, sind bei der polyostotischen Form mehrere, unterschiedlich verteilte Knochen betroffen, während andere Körperbereiche gesund bleiben. Bei einem Teil der Betroffenen tritt die Erkrankung zusammen mit hormonellen Störungen und Hautveränderungen im Rahmen des McCune-Albright-Syndroms auf.
Symptome
Die betroffenen Knochen, häufig Oberschenkel, Becken, Schienbein und Schädel, können Schmerzen, sichtbare Verformungen und eine erhöhte Neigung zu Knochenbrüchen bereits bei geringer Belastung zeigen. Bei Befall der unteren Extremität kann es zu einer zunehmenden Verkrümmung des Beins und, bei Kindern, zu einer Beeinträchtigung des Längenwachstums kommen. Ist der Schädel betroffen, können sich Gesichtsasymmetrien sowie, bei Einengung von Nervenkanälen, Seh- oder Hörstörungen entwickeln.
Diagnostik
Röntgenaufnahmen der betroffenen Knochen zeigen ein charakteristisches, mattglasartiges Erscheinungsbild der Knochenherde. Eine Skelettszintigrafie hilft, das gesamte Ausmaß der Erkrankung im Skelett zu erfassen, da bei der polyostotischen Form mehrere, teils klinisch stumme Herde vorliegen können. Eine feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe kann in unklaren Fällen die Diagnose sichern; zusätzlich wird nach Hinweisen auf ein begleitendes McCune-Albright-Syndrom gesucht.
Behandlung
Eine ursächliche Heilung der Erkrankung ist nicht möglich. Bikarbonathaltige Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate können die Knochenschmerzen bei einem Teil der Betroffenen lindern und die Knochenstruktur etwas festigen. Bei ausgeprägten Verformungen, drohenden oder bereits eingetretenen Knochenbrüchen sowie funktionell bedeutsamen Fehlstellungen werden orthopädische Operationen mit Begradigung und innerer Stabilisierung der betroffenen Knochen durchgeführt.
Verlauf und Prognose
Die polyostotische fibröse Dysplasie verläuft chronisch, wobei sich neue Krankheitsherde vor allem während des Wachstumsalters entwickeln können, während sich die Erkrankung nach Abschluss des Wachstums häufig stabilisiert. Mit einer konsequenten orthopädischen Betreuung und, wo notwendig, operativer Behandlung lässt sich bei vielen Betroffenen eine gute Funktion der betroffenen Gliedmaßen erhalten. Regelmäßige Verlaufskontrollen sind wichtig, um neue Krankheitsherde und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Polyostotische fibröse Dysplasie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist die polyostotische fibröse Dysplasie erblich?
Nein, die zugrunde liegende genetische Veränderung entsteht zufällig nach der Befruchtung und wird nicht an Kinder weitervererbt.
Warum sind bei der polyostotischen Form mehrere Knochen betroffen?
Weil die genetische Veränderung nach der Befruchtung in einem Teil der Körperzellen auftritt und sich dadurch in unterschiedlich verteilten Knochen zeigen kann, während andere Bereiche gesund bleiben.
Gibt es ein Medikament, das die Erkrankung heilt?
Nein, Bisphosphonate können Schmerzen lindern und die Knochenstruktur etwas festigen, eine ursächliche Heilung ist damit jedoch nicht möglich.
Stabilisiert sich die Erkrankung mit dem Alter?
Bei vielen Betroffenen ja, neue Krankheitsherde entstehen vor allem während des Wachstumsalters, nach Wachstumsabschluss stabilisiert sich die Erkrankung häufig.
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