Omphalozele
Die Omphalozele, fachsprachlich auch Exomphalus genannt, ist eine angeborene Fehlbildung der Bauchwand, bei der Teile der Bauchorgane, meist Darmschlingen und manchmal Anteile der Leber, außerhalb des Bauchraums im Bereich des Nabels liegen. Im Unterschied zur ähnlichen Fehlbildung Gastroschisis sind die ausgetretenen Organe bei der Omphalozele von einer dünnen, durchsichtigen Schutzhülle aus Bauchfell und Nabelschnurgewebe umgeben.
Ursachen
Während der frühen Schwangerschaft wandern die sich entwickelnden Darmschlingen des Kindes vorübergehend physiologisch in die Nabelschnur, bevor sie sich normalerweise wieder in den Bauchraum zurückziehen. Bei der Omphalozele bleibt dieser Rückzug ganz oder teilweise aus, sodass die Organe außerhalb des Bauchraums verbleiben. Die Fehlbildung tritt gehäuft zusammen mit Chromosomenstörungen und anderen angeborenen Fehlbildungen des Herzens oder anderer Organe auf.
Symptome
Die Fehlbildung ist bereits bei der Geburt äußerlich sichtbar: Am Nabel liegt ein von einer dünnen, durchscheinenden Hülle bedeckter Bruchsack mit Darmschlingen und, je nach Größe, weiteren Bauchorganen. Da die Bauchorgane sich während der Schwangerschaft außerhalb des Bauchraums entwickelt haben, ist der Bauchraum des Kindes oft kleiner ausgebildet als üblich, was die spätere Rückverlagerung der Organe erschweren kann.
Diagnostik
Die Omphalozele wird in aller Regel bereits während einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft entdeckt. Nach dieser Entdeckung wird gezielt nach weiteren, häufig begleitenden Fehlbildungen des Herzens und anderer Organe sowie nach Chromosomenstörungen gesucht, etwa durch eine ausführliche Ultraschalluntersuchung und eine Fruchtwasseruntersuchung, um die Geburt optimal zu planen.
Behandlung
Die Geburt sollte in einem spezialisierten Perinatalzentrum mit direktem Zugang zu Kinderchirurgie erfolgen. Bei kleinen Omphalozelen kann die Bauchdecke oft in einer einzigen Operation direkt nach der Geburt verschlossen werden. Bei großen Omphalozelen mit deutlich verkleinertem Bauchraum werden die Organe stattdessen schrittweise über mehrere Tage bis Wochen in den Bauchraum zurückverlagert, bevor die Bauchdecke endgültig verschlossen wird.
Verlauf und Prognose
Die Prognose hängt wesentlich davon ab, ob zusätzliche schwere Fehlbildungen oder Chromosomenstörungen vorliegen, die bei der Omphalozele im Unterschied zur Gastroschisis vergleichsweise häufig sind. Liegt die Omphalozele isoliert ohne weitere schwere Begleitfehlbildungen vor, ist die Prognose nach erfolgreicher operativer Behandlung meist sehr gut. Eine engmaschige interdisziplinäre Betreuung während Schwangerschaft, Geburt und den ersten Lebenswochen ist entscheidend für den Behandlungserfolg.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Omphalozele: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Omphalozele von der Gastroschisis?
Bei der Omphalozele sind die ausgetretenen Organe von einer dünnen Schutzhülle bedeckt und die Fehlbildung geht häufiger mit weiteren Fehlbildungen oder Chromosomenstörungen einher, während bei der Gastroschisis die Organe ungeschützt frei liegen.
Kann die Fehlbildung schon vor der Geburt erkannt werden?
Ja, sie wird in aller Regel bereits bei einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft entdeckt.
Muss immer sofort nach der Geburt operiert werden?
Bei kleinen Omphalozelen erfolgt der Verschluss oft direkt nach der Geburt, bei großen Formen werden die Organe stattdessen schrittweise über mehrere Tage bis Wochen zurückverlagert.
Wie wichtig ist die Suche nach Begleitfehlbildungen?
Sehr wichtig, da diese die Behandlungsplanung und die langfristige Prognose maßgeblich beeinflussen und deshalb bereits vor der Geburt gezielt danach gesucht wird.
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