Gastroschisis
Die Gastroschisis ist eine angeborene Fehlbildung der Bauchdecke, bei der neben dem Nabel eine kleine Lücke besteht, durch die Darmschlingen und manchmal andere Bauchorgane bereits während der Schwangerschaft ungeschützt außerhalb der Bauchhöhle liegen, ohne von einer schützenden Hülle bedeckt zu sein. Anders als beim ähnlichen Nabelschnurbruch fehlt bei der Gastroschisis diese schützende Membran, weshalb die freiliegenden Organe direkt dem Fruchtwasser ausgesetzt sind.
Ursachen
Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt, eine Störung der Blutversorgung der Bauchdecke während einer bestimmten Phase der frühen embryonalen Entwicklung wird angenommen. Ein jüngeres mütterliches Alter, Rauchen während der Schwangerschaft sowie bestimmte Medikamente werden als mögliche Risikofaktoren diskutiert. Im Gegensatz zum Nabelschnurbruch tritt die Gastroschisis seltener zusammen mit anderen schweren Fehlbildungen oder Chromosomenstörungen auf.
Symptome
Die Fehlbildung ist bereits vor der Geburt im Ultraschall gut erkennbar durch die außerhalb der Bauchhöhle sichtbaren Darmschlingen, die frei im Fruchtwasser schwimmen. Der längere Kontakt mit dem Fruchtwasser während der Schwangerschaft kann zu einer entzündlichen Reizung und Verdickung der Darmwand führen, was die spätere Darmfunktion beeinträchtigen kann. Nach der Geburt sind die freiliegenden Darmanteile deutlich sichtbar und müssen umgehend geschützt werden.
Diagnostik
Die Diagnose wird praktisch immer bereits während der Schwangerschaft durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt. Regelmäßige Verlaufskontrollen während der Schwangerschaft überwachen das Wachstum des Kindes und den Zustand der freiliegenden Darmschlingen. Bei vorgeburtlicher Diagnose wird die Entbindung in einem spezialisierten Zentrum mit unmittelbarer kinderchirurgischer Versorgung geplant.
Behandlung
Unmittelbar nach der Geburt werden die freiliegenden Organe steril abgedeckt und feucht gehalten, um Austrocknung und Infektionen zu vermeiden, während gleichzeitig eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt wird. Je nach Ausmaß der Fehlbildung kann eine sofortige operative Rückverlagerung der Organe in die Bauchhöhle mit Verschluss der Bauchdecke erfolgen, oder es wird zunächst ein schützender Kunststoffbeutel angelegt, der die Organe schrittweise über mehrere Tage zurückdrängt, bevor der endgültige Verschluss erfolgt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose ist bei alleiniger Gastroschisis ohne weitere Fehlbildungen insgesamt gut, die meisten Kinder überleben und entwickeln sich normal. Die Erholung der Darmfunktion kann jedoch Wochen dauern, während dieser Zeit ist häufig eine künstliche Ernährung über die Vene notwendig, bis der Darm ausreichend funktionsfähig ist. Ein Teil der Kinder benötigt später eine erneute Operation wegen Verwachsungen oder Engstellen im Darm.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Gastroschisis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich Gastroschisis vom Nabelschnurbruch?
Bei der Gastroschisis fehlt eine schützende Hülle über den außerhalb der Bauchhöhle liegenden Organen, während beim Nabelschnurbruch die Organe von einer dünnen Membran bedeckt sind, was auch die Behandlung und Prognose beeinflusst.
Kann man vor der Geburt schon etwas tun?
Regelmäßige Ultraschallkontrollen überwachen den Zustand des Kindes, eine ursächliche Behandlung vor der Geburt gibt es jedoch nicht; die Entbindung wird in einem spezialisierten Zentrum geplant.
Wie lange dauert es, bis der Darm normal funktioniert?
Dies kann mehrere Wochen dauern, während dieser Zeit wird das Kind meist künstlich über die Vene ernährt, bis die Darmfunktion ausreichend hergestellt ist.
Ist die Prognose bei Gastroschisis gut?
Ja, bei alleiniger Gastroschisis ohne weitere schwere Fehlbildungen ist die Prognose insgesamt gut und die meisten Kinder entwickeln sich normal.
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