Kopfschmerzen nach Spinal- oder Periduralanästhesie während der Wehentätigkeit und bei der Entbindung
Rückenmarksnahe Betäubungsverfahren wie die Periduralanästhesie und die Spinalanästhesie sind bei der Geburt weit verbreitet und wirksam. In seltenen Fällen kommt es danach zu ausgeprägten Kopfschmerzen, die typischerweise im Sitzen oder Stehen zunehmen und im Liegen nachlassen. Man spricht dann von Kopfschmerzen nach Spinal- oder Periduralanästhesie, die medizinisch als Postpunktionskopfschmerz bezeichnet werden. Sie sind zwar unangenehm und belastend, aber meist gut behandelbar und klingen in der Regel folgenlos ab.
Ursachen
Ursache ist ein Loch in der harten Rückenmarkshaut, durch das Nervenwasser in das umliegende Gewebe austritt. Bei der Spinalanästhesie ist der Durchtritt der Nadel durch diese Haut beabsichtigt, bei der Periduralanästhesie geschieht er versehentlich, wenn die Nadel zu weit vordringt. Durch den Verlust an Nervenwasser sinkt der Druck im Schädelinneren, und das Gehirn hängt im Stehen stärker, wodurch Zug an schmerzempfindlichen Strukturen entsteht. Junge Frauen und Gebärende gelten als etwas häufiger betroffen.
Symptome
Typisch sind Kopfschmerzen, die meist innerhalb von ein bis drei Tagen nach der Betäubung beginnen, im Sitzen und Stehen deutlich stärker werden und sich nach kurzem Liegen bessern. Sie liegen häufig im Hinterkopf oder in der Stirn und können mit Nackensteifigkeit, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Ohrgeräuschen oder Hörminderung einhergehen. Die Beschwerden können das Stillen und die Versorgung des Neugeborenen erschweren.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich vor allem auf das typische Beschwerdebild und den zeitlichen Zusammenhang mit der Betäubung. Wichtig ist es, andere Ursachen für Kopfschmerzen nach der Geburt nicht zu übersehen, etwa eine Präeklampsie, eine Hirnvenenthrombose oder eine Hirnhautentzündung, besonders wenn Fieber, neurologische Ausfälle oder Krampfanfälle bestehen. In unklaren Fällen kann eine bildgebende Untersuchung des Kopfes sinnvoll sein.
Behandlung
Zu Beginn stehen Bettruhe im Liegen, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Schmerzmittel und häufig Koffein im Vordergrund, wodurch sich viele Beschwerden lindern lassen. Bleiben die Kopfschmerzen stark oder halten sie an, kann ein sogenanntes Blutpflaster angelegt werden, bei dem etwas eigenes Blut in den Periduralraum gespritzt wird, um das Loch abzudichten. Dieses Verfahren hilft in den meisten Fällen rasch und nachhaltig.
Verlauf und Prognose
Die Beschwerden klingen oft innerhalb weniger Tage bis etwa zwei Wochen von selbst ab. Mit einem Blutpflaster tritt meist schnelle Besserung ein. Bleibende Schäden sind sehr selten. Da Kopfschmerzen nach der Geburt auch andere Ursachen haben können, sollten sie bei fehlender Besserung oder zusätzlichen Warnzeichen ärztlich abgeklärt werden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Periduralanästhesie bei der Geburt: Ablauf und mögliche Nebenwirkungen
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Woran erkennt man diese Kopfschmerzen?
Sie werden im Sitzen und Stehen stärker und bessern sich im Liegen, häufig mit Nackensteifigkeit, Übelkeit oder Ohrgeräuschen.
Warum entstehen sie?
Durch ein Loch in der harten Rückenmarkshaut tritt Nervenwasser aus, dadurch sinkt der Druck im Schädelinneren.
Was hilft?
Liegen, viel Flüssigkeit, Schmerzmittel und Koffein, bei anhaltenden Beschwerden ein Blutpflaster, das das Loch abdichtet.
Kann man trotzdem stillen?
Ja, die Kopfschmerzen sind kein Grund abzustillen, die Behandlung wird mit dem ärztlichen Team so gewählt, dass Stillen weiter möglich ist.
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