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Frauengesundheit

Vasa praevia

Die Vasa praevia bezeichnet eine seltene, jedoch besonders gefährliche Anomalie des Verlaufs kindlicher Blutgefäße, bei der ein Teil der Nabelschnurgefäße, ungeschützt durch die normalerweise umgebende Nabelschnursubstanz oder Plazenta, direkt vor dem inneren Muttermund verläuft und dadurch zwischen dem vorangehenden kindlichen Teil und dem Geburtskanal zu liegen kommt. Diese ungewöhnliche Gefäßlage entsteht durch eine Besonderheit des Nabelschnuransatzes an der Plazenta oder durch das Vorhandensein eines zusätzlichen Plazentalappens, dessen versorgende Gefäße den direkten Weg über den Muttermund nehmen. Da diese frei liegenden, ungeschützten Gefäße beim Sprengen der Fruchtblase, sei es spontan oder durch eine geburtshilfliche Maßnahme, leicht einreißen können, stellt die Vasa praevia eine der gefährlichsten Ursachen einer akuten kindlichen Blutung unter der Geburt dar.

Ursachen

Die Vasa praevia entsteht durch bestimmte Besonderheiten der Plazentaentwicklung, bei denen die Nabelschnur nicht in der Mitte, sondern am äußeren Rand der Plazenta oder sogar in den umgebenden Eihäuten außerhalb der eigentlichen Plazenta ansetzt, wodurch die versorgenden Blutgefäße auf ihrem Weg zur Plazenta einen Abschnitt ungeschützt innerhalb der Eihäute zurücklegen müssen. Verläuft dieser ungeschützte Gefäßabschnitt dabei direkt über dem inneren Muttermund, entsteht die charakteristische, gefährliche Konstellation der Vasa praevia. Eine ähnliche Situation kann entstehen, wenn die Plazenta aus zwei getrennten Lappen besteht, deren verbindende Gefäße den direkten Weg über den Muttermund nehmen. Eine Mehrlingsschwangerschaft sowie eine mittels künstlicher Befruchtung entstandene Schwangerschaft erhöhen das Risiko für das Vorliegen einer Vasa praevia.

Symptome

Solange die Fruchtblase intakt bleibt, verursacht die Vasa praevia selbst in aller Regel keine eigenständigen Beschwerden bei der werdenden Mutter, weshalb die Erkennung vor der Geburt wesentlich von einer gezielten Ultraschalluntersuchung abhängt. Kommt es jedoch zu einem Sprengen der Fruchtblase, sei es spontan zu Beginn der Wehentätigkeit oder im Rahmen einer geburtshilflichen Maßnahme, ohne dass die Diagnose zuvor bekannt war, kann es zu einem Einreißen der ungeschützten Gefäße mit einer plötzlichen, für die geringe Blutmenge des Kindes verhältnismäßig bedrohlichen vaginalen Blutung kommen. Da es sich um kindliches Blut handelt, entwickelt sich beim Kind rasch eine bedrohliche Sauerstoffunterversorgung durch den Blutverlust, während die Mutter selbst durch diese spezifische Blutung nicht direkt gefährdet ist.

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Diagnostik

Die Diagnose der Vasa praevia wird idealerweise bereits vor der Geburt im Rahmen einer gezielten Ultraschalluntersuchung mit zusätzlicher Dopplersonographie gestellt, bei der sich die ungeschützt über dem inneren Muttermund verlaufenden kindlichen Gefäße direkt darstellen lassen, insbesondere wenn eine entsprechende Untersuchung bei bekannten Risikofaktoren wie einem auffälligen Nabelschnuransatz oder einer zusätzlichen Plazentalappenbildung gezielt durchgeführt wird. Bei einer erst unter der Geburt auftretenden, unerwarteten vaginalen Blutung nach Blasensprung kann eine rasche Blutuntersuchung, die eine Unterscheidung zwischen mütterlichem und kindlichem Blut ermöglicht, wichtige diagnostische Hinweise liefern, wobei angesichts der hohen Dringlichkeit der Situation meist keine Zeit für eine solche Untersuchung verbleibt, bevor gehandelt werden muss.

Behandlung

Wird eine Vasa praevia bereits vor der Geburt diagnostiziert, wird die Schwangerschaft engmaschig überwacht und eine geplante Schnittentbindung zu einem gezielt gewählten Zeitpunkt vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt, um ein spontanes Einsetzen der Wehentätigkeit sowie einen unkontrollierten Blasensprung mit dem damit verbundenen Blutungsrisiko zu vermeiden. Kommt es unerwartet unter der Geburt zu einer Blutung nach Blasensprung bei nicht zuvor bekannter Vasa praevia, stellt dies einen äußersten geburtshilflichen Notfall dar, der eine sofortige notfallmäßige Schnittentbindung erfordert, um das Kind so rasch wie möglich zu entbinden und den fortschreitenden kindlichen Blutverlust zu beenden. Nach der Geburt wird das Kind je nach Ausmaß des Blutverlustes intensivmedizinisch betreut, wobei bei Bedarf eine Bluttransfusion notwendig werden kann.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Vasa praevia unterscheidet sich dramatisch je nachdem, ob die Diagnose vor der Geburt bekannt ist oder nicht: Bei rechtzeitiger vorgeburtlicher Diagnosestellung sowie geplanter Schnittentbindung vor Einsetzen der Wehentätigkeit ist die Prognose für das Kind ausgezeichnet, da die gefährliche Blutungssituation durch die geplante Vorgehensweise gezielt vermieden werden kann. Bleibt die Diagnose hingegen unerkannt und kommt es unter der Geburt zu einem Einreißen der Gefäße, ist die Situation aufgrund der geringen kindlichen Blutmenge sowie der Geschwindigkeit, mit der ein kritischer Blutverlust eintreten kann, mit einer erheblichen kindlichen Sterblichkeit verbunden, selbst bei umgehender notfallmäßiger Entbindung. Diese eindrückliche Diskrepanz unterstreicht die große Bedeutung einer sorgfältigen vorgeburtlichen Ultraschalldiagnostik bei entsprechenden Risikofaktoren.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum ist die Vasa praevia vor der Geburt oft unbemerkt?

Weil sie solange die Fruchtblase intakt bleibt, in der Regel keine eigenständigen Beschwerden verursacht, weshalb sie meist nur durch eine gezielte Ultraschalluntersuchung entdeckt wird.

Warum ist die Blutung bei Vasa praevia so gefährlich für das Kind?

Weil es sich um kindliches Blut handelt, dessen geringe Gesamtmenge einen kritischen Verlust besonders rasch möglich macht.

Wie wird bei bekannter Diagnose vorgegangen?

Es wird eine geplante Schnittentbindung zu einem gezielt gewählten Zeitpunkt vor dem errechneten Termin durchgeführt, um ein spontanes Einsetzen der Wehen und einen unkontrollierten Blasensprung zu vermeiden.

Warum ist eine unerkannte Vasa praevia so bedrohlich?

Weil ein unerwartetes Einreißen der Gefäße unter der Geburt aufgrund der Geschwindigkeit des kindlichen Blutverlustes mit einer erheblichen Sterblichkeit verbunden ist, selbst bei sofortiger Notfallentbindung.

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