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Frauengesundheit

Mehrlingsschwangerschaft

Eine Mehrlingsschwangerschaft liegt vor, wenn eine Frau gleichzeitig mit mehr als einem Kind schwanger ist, wobei Zwillingsschwangerschaften mit Abstand am häufigsten sind, während Drillinge oder noch mehr Kinder deutlich seltener vorkommen. Man unterscheidet zweieiige Mehrlinge, die aus mehreren, unabhängig voneinander befruchteten Eizellen entstehen und genetisch nicht identischer sind als gewöhnliche Geschwister, von eineiigen Mehrlingen, die aus der Teilung einer einzigen befruchteten Eizelle hervorgehen und genetisch identisch sind. Die Häufigkeit von Mehrlingsschwangerschaften hat in den letzten Jahrzehnten insbesondere durch den vermehrten Einsatz von Kinderwunschbehandlungen zugenommen. Eine Mehrlingsschwangerschaft stellt für den mütterlichen Körper eine größere Belastung dar als eine Einlingsschwangerschaft und geht mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Komplikationen einher, weshalb eine engmaschigere Schwangerschaftsvorsorge empfohlen wird.

Ursachen

Zweieiige Mehrlingsschwangerschaften entstehen, wenn während eines Zyklus mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen und befruchtet werden, was mit zunehmendem mütterlichem Alter sowie bei familiärer Veranlagung häufiger vorkommt. Ein wesentlicher Faktor für die Zunahme von Mehrlingsschwangerschaften ist der vermehrte Einsatz reproduktionsmedizinischer Verfahren, bei denen entweder durch hormonelle Stimulation mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen oder im Rahmen einer künstlichen Befruchtung mehrere Embryonen übertragen werden. Eineiige Mehrlinge entstehen durch die Teilung einer einzigen befruchteten Eizelle in einem frühen Entwicklungsstadium, wobei die genauen Auslöser dieser Teilung bislang nicht vollständig verstanden sind und in der Regel zufällig auftreten, ohne dass eine erbliche Veranlagung oder äußere Einflussfaktoren eine wesentliche Rolle spielen.

Symptome

Eine Mehrlingsschwangerschaft geht häufig mit ausgeprägteren Frühschwangerschaftsbeschwerden einher als eine Einlingsschwangerschaft, etwa stärkerer Übelkeit und Erbrechen, was auf die höheren Schwangerschaftshormonspiegel zurückgeführt wird. Der Bauchumfang nimmt in der Regel rascher und stärker zu, was schon frühzeitig zu einem ausgeprägteren Druckgefühl im Bauch- und Beckenbereich sowie zu Rückenschmerzen führen kann. Viele Frauen mit Mehrlingsschwangerschaft berichten zudem über eine ausgeprägtere Erschöpfung und Kurzatmigkeit, insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte, wenn der zunehmende Platzbedarf der Kinder das Zwerchfell nach oben drängt. Auch Beinschwellungen und Krampfadern treten aufgrund der stärkeren Druckbelastung der Beckengefäße häufiger auf als bei einer Einlingsschwangerschaft.

Diagnostik

Eine Mehrlingsschwangerschaft wird in der Regel durch eine frühe Ultraschalluntersuchung festgestellt, bei der bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel mehrere Fruchthöhlen oder Embryonen sichtbar werden. Bei dieser Untersuchung wird zudem beurteilt, ob es sich um eineiige oder zweieiige Mehrlinge handelt und, bei eineiigen Mehrlingen, ob sie sich eine gemeinsame Fruchthöhle oder einen gemeinsamen Mutterkuchen teilen, da dies für die Einschätzung des Komplikationsrisikos von großer Bedeutung ist. Aufgrund des erhöhten Risikos für bestimmte Schwangerschaftskomplikationen werden bei einer Mehrlingsschwangerschaft häufigere und engmaschigere Ultraschall- und Vorsorgeuntersuchungen empfohlen, um das Wachstum der Kinder sowie mögliche Anzeichen einer Frühgeburtlichkeit, einer Präeklampsie oder anderer Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung ist bei einer normal verlaufenden Mehrlingsschwangerschaft nicht erforderlich, jedoch wird eine engmaschigere Schwangerschaftsvorsorge mit häufigeren Kontrolluntersuchungen empfohlen, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Bei Anzeichen einer drohenden Frühgeburt können je nach Situation Maßnahmen wie eine medikamentöse Wehenhemmung sowie eine Lungenreifungsbehandlung für die Kinder erwogen werden, um deren Anpassung nach einer möglichen frühzeitigen Geburt zu unterstützen. Bei bestimmten Komplikationen, die spezifisch bei eineiigen Mehrlingen mit gemeinsamem Mutterkuchen auftreten können, etwa einer ungleichen Blutverteilung zwischen den Kindern, können spezialisierte, teils operative Behandlungsverfahren notwendig werden. Die Wahl des Geburtsmodus, vaginal oder per Schnittentbindung, wird individuell unter Berücksichtigung der Lage der Kinder und weiterer Faktoren festgelegt.

Verlauf und Prognose

Die meisten Mehrlingsschwangerschaften verlaufen bei guter medizinischer Betreuung erfolgreich, wobei jedoch im Vergleich zu Einlingsschwangerschaften ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt besteht, da sich der begrenzte Platz in der Gebärmutter meist früher als bei einem einzelnen Kind erschöpft. Auch das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie eine Präeklampsie, einen Schwangerschaftsdiabetes sowie ein niedrigeres Geburtsgewicht der Kinder ist erhöht. Eineiige Mehrlinge mit gemeinsamem Mutterkuchen tragen ein zusätzliches Risiko für spezifische Komplikationen, die eine besonders engmaschige Überwachung erfordern. Trotz dieser erhöhten Risiken werden dank moderner Schwangerschaftsvorsorge und Neonatologie heute die allermeisten Mehrlinge gesund geboren, wobei eine gute, engmaschige Betreuung während der gesamten Schwangerschaft wesentlich zu einem günstigen Ausgang beiträgt.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum werden Mehrlingsschwangerschaften häufiger?

Vor allem durch den vermehrten Einsatz reproduktionsmedizinischer Verfahren, bei denen entweder mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen oder mehrere Embryonen übertragen werden, sowie durch ein steigendes mütterliches Alter bei der Schwangerschaft.

Was ist der Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Mehrlingen?

Zweieiige Mehrlinge entstehen aus mehreren unabhängig befruchteten Eizellen und sind genetisch nicht identischer als gewöhnliche Geschwister, während eineiige Mehrlinge aus der Teilung einer einzigen befruchteten Eizelle entstehen und genetisch identisch sind.

Warum ist bei Mehrlingsschwangerschaften eine engmaschigere Vorsorge wichtig?

Weil das Risiko für bestimmte Komplikationen wie Frühgeburt, Präeklampsie und Wachstumsstörungen der Kinder erhöht ist. Häufigere Kontrolluntersuchungen helfen, solche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Müssen Mehrlinge immer per Kaiserschnitt geboren werden?

Nicht zwingend, die Wahl des Geburtsmodus wird individuell unter Berücksichtigung der Lage der Kinder, der Anzahl der Mehrlinge und weiterer Faktoren gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten festgelegt.

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