Kokainvergiftung
Eine Kokainvergiftung entsteht durch die Aufnahme einer für den Körper zu hohen Menge Kokain, das als starkes Stimulans das Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem stark aktiviert. Im Unterschied zu Opioiden führt Kokain nicht zu einer Atemdämpfung, sondern zu einer gefährlichen Überaktivierung des Kreislaufs, die zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen kann.
Ursachen
Eine Vergiftung kann sowohl durch eine einzelne, zu hohe Dosis als auch durch wiederholten Konsum in kurzer Zeit entstehen. Besonders gefährlich ist die Kombination von Kokain mit Alkohol, da dabei ein zusätzlicher, besonders herzschädigender Stoff im Körper entsteht. Auch eine unbekannte Streckung des auf dem Schwarzmarkt erworbenen Kokains mit anderen, teils hochpotenten Substanzen kann eine Vergiftung begünstigen.
Symptome
Typisch sind starkes Herzrasen, deutlich erhöhter Blutdruck, Brustschmerzen, ausgeprägte Unruhe und Angst sowie erweiterte Pupillen. Bei schweren Vergiftungen kann es zu Krampfanfällen, extrem hohem Fieber, Herzrhythmusstörungen oder einem Herzinfarkt kommen, auch bei jungen, zuvor herzgesunden Menschen. Manche Betroffene entwickeln zusätzlich eine ausgeprägte Verwirrtheit oder aggressive Erregungszustände.
Diagnostik
Die Verdachtsdiagnose wird anhand des typischen Beschwerdebildes und, wenn möglich, Angaben zum Substanzkonsum gestellt. Ein Elektrokardiogramm prüft auf Herzrhythmusstörungen und Anzeichen eines Herzinfarkts, Bluttests können einen Kokainnachweis liefern sowie das Ausmaß der Herzbelastung und einer möglichen Übersäuerung des Körpers erfassen.
Behandlung
Bei Verdacht auf eine schwere Kokainvergiftung muss umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Im Krankenhaus stehen beruhigende Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine im Vordergrund, die sowohl die Unruhe als auch den erhöhten Blutdruck und die Herzfrequenz senken können. Bei Herzrhythmusstörungen, einem Herzinfarkt oder Krampfanfällen erfolgt eine gezielte intensivmedizinische Behandlung der jeweiligen Komplikation; ein spezifisches Gegenmittel gegen Kokain existiert nicht.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Behandlung erholen sich die meisten Betroffenen einer Kokainvergiftung innerhalb weniger Stunden vollständig. Kommt es jedoch zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder anhaltenden Herzrhythmusstörungen, kann die Vergiftung auch bei jungen Menschen lebensbedrohlich verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen. Nach einer überstandenen Vergiftung wird eine Anbindung an eine Suchtberatung empfohlen, um weiteren Konsum und erneute Notfälle zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Kokainvergiftung: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann eine Kokainvergiftung auch junge, herzgesunde Menschen treffen?
Ja, auch bei zuvor gesunden jungen Menschen kann es durch die starke Kreislaufaktivierung zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.
Warum ist Kokain zusammen mit Alkohol besonders gefährlich?
Weil dabei ein zusätzlicher, besonders herzschädigender Stoff im Körper entsteht, der das Risiko für Herzkomplikationen weiter erhöht.
Gibt es ein Gegenmittel gegen Kokain?
Nein, ein spezifisches Gegenmittel existiert nicht, die Behandlung erfolgt symptomatisch mit beruhigenden Medikamenten und der gezielten Behandlung von Komplikationen.
Was sollte man bei Verdacht auf eine Kokainvergiftung tun?
Umgehend den Notruf 112 wählen, da schwere Verläufe mit Herzinfarkt oder Krampfanfällen lebensbedrohlich sein können.
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