Arthrogryposis Multiplex Congenita
Die Arthrogryposis multiplex congenita ist eine seltene, angeborene Erkrankung, bei der mehrere Gelenke des Körpers bereits bei der Geburt in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind und sich häufig in einer atypischen Beugungs- oder Streckstellung befinden. Sie ist keine einzelne Krankheit, sondern ein gemeinsames Erscheinungsbild verschiedener zugrunde liegender Ursachen, die alle zu einer stark verminderten Bewegung des Kindes bereits im Mutterleib führen.
Ursachen
Ursächlich ist eine deutlich verminderte Beweglichkeit des Kindes während der Schwangerschaft, unabhängig von der eigentlichen Grunderkrankung. Diese verminderte Bewegung kann durch Erkrankungen der Muskulatur, des Nervensystems, des Bindegewebes oder durch beengte Platzverhältnisse in der Gebärmutter, etwa bei sehr wenig Fruchtwasser, entstehen. Bewegt sich ein Gelenk über einen längeren Zeitraum der Schwangerschaft nicht ausreichend, versteift es zunehmend in der eingenommenen Stellung.
Symptome
Betroffene Kinder zeigen bei der Geburt mehrere, meist symmetrisch verteilte Gelenke mit eingeschränkter Beweglichkeit, häufig kombiniert mit einer verminderten Muskelmasse an den betroffenen Gliedmaßen. Typisch betroffen sind Schultern, Ellenbogen, Handgelenke, Hüften, Knie und Sprunggelenke, wobei das Ausmaß von leichten Bewegungseinschränkungen einzelner Gelenke bis zu einer schweren Versteifung mehrerer Gelenke reicht. Die geistige Entwicklung ist bei den meisten Betroffenen nicht beeinträchtigt.
Diagnostik
Die Diagnose wird meist bereits bei der körperlichen Untersuchung des Neugeborenen anhand der charakteristischen Gelenkfehlstellungen und der eingeschränkten Beweglichkeit gestellt. Zur Suche nach der zugrunde liegenden Ursache werden je nach Verdacht Untersuchungen der Muskulatur, des Nervensystems oder eine genetische Untersuchung durchgeführt. Eine sorgfältige Abklärung der Ursache ist wichtig, da sie die Behandlung und die langfristige Prognose maßgeblich beeinflusst.
Behandlung
Die Behandlung beginnt möglichst früh nach der Geburt mit intensiver Physiotherapie, um die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke schrittweise zu verbessern und weiteren Versteifungen vorzubeugen. Gipsbehandlungen oder Schienen können helfen, Gelenke schrittweise in eine funktionellere Position zu bringen. Bei ausgeprägten, durch konservative Maßnahmen nicht ausreichend besserungsfähigen Fehlstellungen werden orthopädische Operationen zur Verbesserung von Funktion und Beweglichkeit durchgeführt.
Verlauf und Prognose
Mit einer frühzeitig begonnenen, konsequenten Behandlung erreichen viele Kinder mit Arthrogryposis multiplex congenita eine deutliche Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und können ein weitgehend selbstständiges Leben führen. Die langfristige Prognose hängt wesentlich vom Ausmaß der Gelenkbeteiligung sowie von der zugrunde liegenden Ursache ab. Eine lebenslange orthopädische Betreuung wird empfohlen, um Veränderungen im Laufe des Wachstums frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Arthrogryposis multiplex congenita: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist die geistige Entwicklung betroffener Kinder beeinträchtigt?
Bei den meisten Betroffenen nicht, die Erkrankung betrifft in erster Linie die Gelenke und die Muskulatur.
Warum ist die Ursachenabklärung so wichtig?
Weil sich Behandlung und langfristige Prognose je nach zugrunde liegender Ursache, etwa einer Muskel- oder Nervenerkrankung, deutlich unterscheiden können.
Muss jedes betroffene Kind operiert werden?
Nein, viele Kinder profitieren bereits deutlich von intensiver Physiotherapie und Schienenbehandlung, eine Operation wird nur bei ausgeprägten, konservativ nicht ausreichend besserungsfähigen Fehlstellungen erwogen.
Können betroffene Kinder ein selbstständiges Leben führen?
Viele Kinder erreichen mit frühzeitiger, konsequenter Behandlung eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit und können ein weitgehend selbstständiges Leben führen.
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