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Orthopädie & Bewegungsapparat

Pigmentierte Villonoduläre Synovitis

Die pigmentierte villonoduläre Synovitis ist eine seltene, gutartige Wucherung der Gelenkinnenhaut, bei der sich das Gewebe knotig und zottig verdickt und durch Eisenablagerungen eine charakteristische bräunliche Färbung annimmt. Am häufigsten betroffen ist das Kniegelenk, grundsätzlich kann die Erkrankung jedoch in jedem Gelenk auftreten.

Ursachen

Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht abschließend geklärt. Man geht heute davon aus, dass es sich um eine gutartige, tumorähnliche Wucherung bestimmter Zellen der Gelenkinnenhaut handelt, die durch eine fehlerhafte Zellregulation ausgelöst wird. Wiederholte kleine Verletzungen oder Reizungen des Gelenks werden als möglicher zusätzlicher Faktor diskutiert, gelten jedoch nicht als alleinige Ursache.

Symptome

Kennzeichnend sind eine langsam zunehmende, meist einseitige Schwellung des betroffenen Gelenks sowie wiederkehrende, teils spontan auftretende Gelenkergüsse, die häufig blutig gefärbt sind. Viele Betroffene berichten über ein Spannungsgefühl, eine eingeschränkte Beweglichkeit sowie gelegentliche Schmerzen, die sich bei Belastung verstärken können. Der Verlauf zieht sich häufig über Monate bis Jahre hin, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.

Diagnostik

Eine Magnetresonanztomografie des betroffenen Gelenks liefert meist bereits sehr charakteristische Bildbefunde, die auf die Eisenablagerungen im verdickten Gewebe der Gelenkinnenhaut zurückzuführen sind. Die endgültige Diagnose wird durch eine feingewebliche Untersuchung einer während einer Gelenkspiegelung entnommenen Gewebeprobe gesichert. Eine Untersuchung der Gelenkflüssigkeit kann zusätzlich die charakteristische bräunliche, blutige Färbung zeigen.

Behandlung

Die Standardbehandlung ist die möglichst vollständige operative Entfernung des betroffenen, wuchernden Gelenkinnenhautgewebes, die je nach Ausdehnung im Rahmen einer Gelenkspiegelung oder einer offenen Operation erfolgt. Bei ausgedehntem oder wiederkehrendem Befall kann ergänzend eine Strahlenbehandlung des Gelenks (Radiosynoviorthese) durchgeführt werden. In besonders schweren, sonst nicht beherrschbaren Fällen kommen neuere zielgerichtete Medikamente zum Einsatz, die das fehlgesteuerte Zellwachstum hemmen.

Verlauf und Prognose

Die pigmentierte villonoduläre Synovitis ist eine gutartige Erkrankung ohne Metastasierungsrisiko, neigt jedoch, insbesondere bei unvollständiger operativer Entfernung, zu einem örtlichen Wiederauftreten. Mit einer möglichst vollständigen Entfernung des betroffenen Gewebes lässt sich bei einem erheblichen Teil der Betroffenen eine dauerhafte Beschwerdefreiheit erreichen. Bei wiederholtem Wiederauftreten kann es im Laufe der Zeit zu einer fortschreitenden Schädigung des Gelenkknorpels kommen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist die pigmentierte villonoduläre Synovitis eine Krebserkrankung?

Nein, es handelt sich um eine gutartige Gewebswucherung ohne Metastasierungsrisiko, auch wenn sie örtlich erneut auftreten kann.

Warum ist die Gelenkflüssigkeit oft blutig gefärbt?

Weil das verdickte, stark durchblutete Gewebe der Gelenkinnenhaut leicht einblutet, was zu wiederkehrenden blutigen Gelenkergüssen führt.

Kann die Erkrankung nach der Operation wiederkehren?

Ja, insbesondere bei unvollständiger Entfernung des betroffenen Gewebes besteht ein erhöhtes Risiko für ein örtliches Wiederauftreten.

Welches Gelenk ist am häufigsten betroffen?

Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen, grundsätzlich kann die Erkrankung aber in jedem Gelenk auftreten.

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