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Nervensystem & Gehirn

Interkostalneuropathie

Die Interkostalneuropathie ist eine Schädigung eines oder mehrerer Interkostalnerven, die zwischen den Rippen verlaufen und die Haut sowie die Muskulatur des Brustkorbs versorgen. Die Schädigung verursacht meist gürtelförmige, entlang des Rippenverlaufs ausstrahlende Schmerzen, die wegen ihrer Lage im Brust- oder Oberbauchbereich leicht mit ernsteren Ursachen wie Herz- oder Lungenerkrankungen verwechselt werden können, weshalb eine sorgfältige Abklärung wichtig ist.

Ursachen

Häufige Ursachen sind eine Gürtelrose, bei der das Virus gezielt die Interkostalnerven befällt, Verletzungen oder Operationen im Brustkorbbereich, etwa nach einer Rippenfraktur oder einer Brustkorboperation, sowie eine Einengung der Nerven durch degenerative Veränderungen der Brustwirbelsäule. Auch eine Überdehnung der Brustkorbmuskulatur bei starker körperlicher Belastung sowie, seltener, ein Tumor, der auf die Nerven drückt, können ursächlich sein.

Symptome

Kennzeichnend sind brennende, stechende oder ziehende Schmerzen, die gürtelförmig entlang des Verlaufs einer oder mehrerer Rippen ausstrahlen und sich bei tiefem Einatmen, Husten oder bestimmten Körperbewegungen verstärken können. Ein begleitendes Taubheitsgefühl oder Kribbeln in der betroffenen Hautregion kann auftreten. Bei einer durch Gürtelrose verursachten Form gehen dem Hautausschlag häufig ähnliche Schmerzen in derselben Körperregion voraus.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich zunächst auf den charakteristischen, gürtelförmigen Verlauf der Schmerzen entlang eines Rippensegments. Da ähnliche Beschwerden auch durch ernstere Erkrankungen wie einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder eine Erkrankung der Bauchorgane verursacht werden können, werden diese je nach klinischem Bild durch entsprechende Untersuchungen wie EKG, Bluttests oder Bildgebung ausgeschlossen. Eine Magnetresonanztomografie der Brustwirbelsäule kann eine mechanische Nerveneinengung sichtbar machen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Bei durch Gürtelrose verursachter Interkostalneuropathie steht die antivirale Behandlung im Vordergrund, ergänzt durch Schmerzmittel, die speziell bei Nervenschmerzen wirksam sind. Bei mechanischer Nerveneinengung können physiotherapeutische Maßnahmen, gezielte Injektionen zur Nervenblockade oder, in ausgewählten Fällen, eine operative Entlastung helfen. Allgemeine Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente unterstützen die Behandlung unabhängig von der genauen Ursache.

Verlauf und Prognose

Bei den meisten Betroffenen bessern sich die Beschwerden mit gezielter Behandlung der zugrunde liegenden Ursache innerhalb von Wochen bis Monaten deutlich. Nach einer durch Gürtelrose verursachten Interkostalneuropathie können, ähnlich wie bei anderen Formen der Post-Zoster-Neuralgie, in manchen Fällen länger anhaltende Nervenschmerzen zurückbleiben. Eine sorgfältige Abklärung anderer, ernsterer Ursachen zu Beginn ist entscheidend, um eine gefährliche Erkrankung nicht zu übersehen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum werden die Schmerzen oft mit einem Herzproblem verwechselt?

Weil sie im Brustkorbbereich auftreten und, ähnlich wie Herzschmerzen, ausstrahlen können, weshalb bei entsprechenden Beschwerden zunächst ernstere Ursachen wie ein Herzinfarkt sicher ausgeschlossen werden müssen.

Kann eine Gürtelrose diese Beschwerden verursachen, bevor der Ausschlag sichtbar wird?

Ja, die Nervenschmerzen können dem sichtbaren Hautausschlag der Gürtelrose um mehrere Tage vorausgehen.

Wie lange dauert die Behandlung?

Dies hängt von der Ursache ab, viele Fälle bessern sich innerhalb von Wochen bis Monaten, nach einer Gürtelrose können jedoch länger anhaltende Nervenschmerzen zurückbleiben.

Wann sollte man dringend einen Arzt aufsuchen?

Bei plötzlich einsetzenden, starken Brustschmerzen sollte immer zunächst eine ernstere Ursache wie ein Herzinfarkt ausgeschlossen werden, bevor eine Interkostalneuropathie als Ursache angenommen wird.

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