Lungenembolie
Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel — meist aus einer tiefen Beinvenenthrombose stammend — über die Blutbahn in die Lunge gelangt und dort ein Gefäß verstopft. Je nach Größe des Gerinnsels und Ausmaß der Verstopfung reicht das Spektrum von kaum spürbaren bis zu akut lebensbedrohlichen Verläufen.
Typische Symptome
Plötzlich einsetzende Atemnot, stechender, oft atemabhängiger Brustschmerz, schneller Herzschlag, in schwereren Fällen Husten (teils mit blutigem Auswurf), Schwindel oder Bewusstseinsstörung bis zum Kreislaufkollaps. Die Symptome können sich sehr plötzlich oder, bei kleineren Embolien, auch schleichender entwickeln.
Zusammenhang mit Thrombose
Eine Lungenembolie ist häufig die Folge einer unbehandelten oder unbemerkten tiefen Venenthrombose — deshalb sind dieselben Risikofaktoren relevant: lange Bewegungslosigkeit, kürzliche Operationen, Schwangerschaft, bestimmte Medikamente und eine erhöhte Gerinnungsneigung.
Sofortmaßnahmen bei Verdacht
Bei plötzlicher, unerklärlicher Atemnot mit Brustschmerz — insbesondere in Verbindung mit einer geschwollenen, schmerzenden Wade oder bekannten Risikofaktoren — sofort den Notruf 112 wählen. Die betroffene Person mit erhöhtem Oberkörper lagern, beruhigen, beengende Kleidung öffnen. Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung sofort mit der Reanimation beginnen.
Warum schnelle Behandlung entscheidend ist
Eine große Lungenembolie kann den Kreislauf akut überlasten und zum Kreislaufstillstand führen — die Behandlung (u. a. mit gerinnselauflösenden Medikamenten oder blutverdünnenden Mitteln, je nach Schwere) ist umso wirksamer, je früher sie beginnt. Deshalb zählt bei Verdacht jede Minute, ähnlich wie beim Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Nach überstandener Lungenembolie
Die Blutverdünnung wird in der Regel über mehrere Monate fortgeführt, um weitere Embolien zu verhindern. Zugrunde liegende Risikofaktoren — etwa eine bekannte Gerinnungsstörung — werden nach Abklingen der akuten Phase ärztlich weiter abgeklärt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Deutsche Gesellschaft für Angiologie — Lungenembolie: Symptome, Diagnostik, Behandlung
- German Resuscitation Council — Leitlinien — Erkennen und Erstversorgung akuter kardiopulmonaler Notfälle
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann eine Lungenembolie auch ohne vorherige Thrombose-Anzeichen auftreten?
Ja — nicht jede zugrunde liegende Thrombose verursacht spürbare Beschwerden im Bein, sodass eine Lungenembolie manchmal das erste erkennbare Zeichen ist.
Wie unterscheidet sich eine Lungenembolie von einem Herzinfarkt?
Beide können ähnliche Symptome wie Brustschmerz und Atemnot verursachen — eine sichere Unterscheidung gelingt erst durch ärztliche Untersuchung (z. B. EKG, Blutwerte, Bildgebung). Für Ersthelfer:innen gilt in beiden Fällen: sofort Notruf 112, nicht selbst unterscheiden wollen.
Ist jede Lungenembolie lebensbedrohlich?
Nein, kleinere Embolien können mild oder fast beschwerdefrei verlaufen — größere Embolien, die wichtige Lungengefäße verlegen, können dagegen unmittelbar lebensbedrohlich sein. Ohne ärztliche Untersuchung lässt sich das Ausmaß nicht sicher einschätzen.
Wie kann man einer Lungenembolie vorbeugen?
Im Wesentlichen durch dieselben Maßnahmen wie bei der Thrombosevorbeugung: Bewegung bei längerer Immobilität, ausreichend trinken, ärztlich verordnete Thromboseprophylaxe nach Operationen konsequent einhalten.
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