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Symptome

Hepatomegalie und Splenomegalie (Leber- und Milzvergrößerung)

Hepatomegalie bezeichnet eine über das normale Maß hinausgehende Vergrößerung der Leber, Splenomegalie eine entsprechende Vergrößerung der Milz, wobei beide Veränderungen häufig gemeinsam auftreten, da Leber und Milz eng über das Pfortadersystem miteinander verbunden sind und beide Organe wichtige Aufgaben bei der Blutbildung, dem Abbau von Blutzellen sowie der Immunabwehr übernehmen. Weder eine Hepatomegalie noch eine Splenomegalie stellen für sich genommen eine eigenständige Krankheit dar, sondern sind ein Symptom, das auf eine Vielzahl unterschiedlicher zugrunde liegender Erkrankungen hinweisen kann, von Infektionen über Lebererkrankungen bis hin zu Erkrankungen des blutbildenden Systems. Da die möglichen Ursachen sehr unterschiedlich sind und teilweise ernstzunehmende Erkrankungen betreffen, ist bei Feststellung einer Leber- oder Milzvergrößerung stets eine weiterführende Abklärung notwendig.

Ursachen

Eine Hepatomegalie kann durch verschiedenste Lebererkrankungen entstehen, etwa eine akute oder chronische Virushepatitis, eine alkoholbedingte Leberschädigung, eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung oder eine beginnende Leberzirrhose, sowie durch eine gestaute Leber im Rahmen einer fortgeschrittenen Herzschwäche. Eine Splenomegalie entsteht häufig im Rahmen von Infektionskrankheiten, etwa dem Pfeifferschen Drüsenfieber oder bestimmten bakteriellen Infektionen, sowie bei Erkrankungen des blutbildenden Systems, etwa bestimmten Blutkrebserkrankungen, bei denen die Milz vermehrt Blutzellen abbauen oder selbst bilden muss. Auch ein erhöhter Druck im Pfortadersystem, wie er bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose auftreten kann, führt über einen Rückstau des Blutes häufig zu einer gleichzeitigen Vergrößerung von Leber und Milz. Bestimmte angeborene Stoffwechselerkrankungen, bei denen sich Stoffwechselprodukte in beiden Organen ablagern, können ebenfalls sowohl Leber als auch Milz vergrößern.

Symptome

Eine leichte Hepatomegalie oder Splenomegalie verursacht häufig zunächst keine eigenen Beschwerden und wird oft zufällig bei einer körperlichen Untersuchung oder einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums festgestellt. Bei ausgeprägterer Vergrößerung können ein Druck- oder Völlegefühl im rechten beziehungsweise linken Oberbauch sowie ein früh einsetzendes Sättigungsgefühl beim Essen auftreten, da das vergrößerte Organ auf den Magen drückt. Begleitend können Beschwerden der jeweils zugrunde liegenden Erkrankung bestehen, etwa eine Gelbsucht bei Lebererkrankungen, allgemeine Müdigkeit und Fieber bei Infektionen oder eine erhöhte Blutungsneigung bei bestimmten Erkrankungen des blutbildenden Systems. Bei einer stark vergrößerten Milz besteht zudem ein erhöhtes Risiko für einen Milzriss bereits bei geringerer Krafteinwirkung, was eine besondere Vorsicht bei körperlicher Belastung und Kontaktsportarten erfordert.

Diagnostik

Die Diagnose einer Hepatomegalie oder Splenomegalie wird zunächst durch eine körperliche Untersuchung mit Abtasten des Bauchraums gestellt, wobei eine deutliche Vergrößerung häufig bereits unterhalb des Rippenbogens tastbar ist. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums bestätigt die Größenveränderung zuverlässig und kann zusätzliche Hinweise auf die Struktur des betroffenen Organs sowie auf mögliche Begleitveränderungen liefern. Zur Abklärung der zugrunde liegenden Ursache werden umfangreiche Blutuntersuchungen durchgeführt, die Hinweise auf eine Lebererkrankung, eine Infektion oder eine Erkrankung des blutbildenden Systems liefern können. Je nach Verdachtsdiagnose können weiterführende Untersuchungen wie eine Computertomographie, eine spezielle Blutuntersuchung auf bestimmte Viren oder, in ausgewählten Fällen, eine Gewebeprobe der Leber notwendig werden, um die genaue Ursache zu bestimmen.

Behandlung

Eine eigenständige Behandlung der Hepatomegalie oder Splenomegalie selbst gibt es nicht, da es sich um ein Symptom und nicht um eine eigene Krankheit handelt. Die Behandlung richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache: Bei einer Virushepatitis kommen je nach Erreger spezifische antivirale Medikamente zum Einsatz, bei einer alkoholbedingten Leberschädigung steht die konsequente Alkoholabstinenz im Vordergrund, und bei einer Herzschwäche mit gestauter Leber wird die zugrunde liegende Herzerkrankung behandelt. Bei Erkrankungen des blutbildenden Systems richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen spezifischen Diagnose. Bei einer sehr stark vergrößerten Milz mit erheblichem Risiko für einen Milzriss oder bei bestimmten blutbildenden Erkrankungen kann in seltenen Fällen eine operative Entfernung der Milz erwogen werden.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose einer Hepatomegalie oder Splenomegalie hängen vollständig von der zugrunde liegenden Ursache ab. Wird die Grunderkrankung erfolgreich behandelt, etwa eine Virusinfektion ausgeheilt oder eine Herzschwäche gut eingestellt, bildet sich die Organvergrößerung häufig wieder zurück. Bei chronischen, fortschreitenden Erkrankungen wie einer Leberzirrhose oder bestimmten Erkrankungen des blutbildenden Systems kann die Vergrößerung hingegen bestehen bleiben oder sich im Verlauf weiter verstärken, weshalb eine gezielte Behandlung der Grunderkrankung sowie regelmäßige Verlaufskontrollen wichtig sind. Bei ausgeprägter Splenomegalie ist zudem die dauerhafte Beachtung der erhöhten Milzrissgefahr bei körperlicher Belastung von Bedeutung, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Sind Hepatomegalie und Splenomegalie eigene Krankheiten?

Nein, es handelt sich um Symptome, also tastbare oder bildgebend nachweisbare Vergrößerungen der Organe, die auf eine Vielzahl unterschiedlicher zugrunde liegender Erkrankungen hinweisen können und stets weiter abgeklärt werden sollten.

Warum treten Leber- und Milzvergrößerung häufig gemeinsam auf?

Weil Leber und Milz eng über das Pfortadersystem miteinander verbunden sind, sodass ein erhöhter Druck in diesem System, etwa bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose, über einen Rückstau des Blutes häufig beide Organe gleichzeitig vergrößert.

Warum ist bei stark vergrößerter Milz besondere Vorsicht bei Sport geboten?

Weil eine stark vergrößerte Milz bereits bei geringerer Krafteinwirkung reißen kann, was zu einer lebensbedrohlichen inneren Blutung führen kann, weshalb Kontaktsportarten und starke körperliche Belastung vermieden werden sollten.

Bildet sich eine vergrößerte Leber oder Milz nach Behandlung der Ursache wieder zurück?

Häufig ja, insbesondere wenn die zugrunde liegende Erkrankung erfolgreich behandelt werden kann. Bei chronischen, fortschreitenden Grunderkrankungen kann die Vergrößerung jedoch bestehen bleiben.

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