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Orthopädie & Bewegungsapparat

Enthesopathien der unteren Extremität

Als Enthesopathien werden schmerzhafte Reizzustände und entzündliche Veränderungen an den sogenannten Enthesen bezeichnet, den Ansatzstellen von Sehnen, Bändern und Gelenkkapseln am Knochen. Enthesopathien der unteren Extremität betreffen entsprechende Ansatzstellen an Hüfte, Knie, Unterschenkel oder Fuß und zählen zu den häufigsten Ursachen belastungsabhängiger Schmerzen in diesen Körperregionen. Da die Enthesen bei Bewegung und Belastung erheblichen Zugkräften ausgesetzt sind, entwickelt sich eine Enthesopathie meist als Folge einer wiederholten mechanischen Überlastung, wobei auch entzündlich-rheumatische Erkrankungen zu einer Beteiligung der Enthesen führen können. Zu den bekanntesten Formen zählt die Reizung der Sehnenansätze an der Ferse, die zu den häufigsten Ursachen von Fersenschmerzen gehört.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Enthesopathie der unteren Extremität ist eine wiederholte mechanische Überlastung der betroffenen Sehnen- oder Bandansatzstelle, wie sie insbesondere bei intensiver sportlicher Betätigung, etwa Laufsport, sowie bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten mit häufigem Stehen oder Gehen auf hartem Untergrund auftreten kann. Übergewicht erhöht die mechanische Belastung der Sehnenansätze an den unteren Extremitäten zusätzlich und begünstigt die Entstehung einer Enthesopathie. Auch Fehlstellungen der Füße oder Beine können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Ansatzstellen und damit zu einer erhöhten Reizanfälligkeit führen. Bei manchen Betroffenen liegt der Enthesopathie eine entzündlich-rheumatische Erkrankung zugrunde, bei der sich die Entzündung bevorzugt an den Sehnenansätzen manifestiert, was ein wichtiger differentialdiagnostischer Hinweis auf eine solche Grunderkrankung sein kann.

Symptome

Eine Enthesopathie der unteren Extremität äußert sich durch einen lokal begrenzten, belastungsabhängigen Schmerz genau an der betroffenen Sehnen- oder Bandansatzstelle, der typischerweise bei Belastungsbeginn, etwa nach längerer Ruhe oder morgens nach dem Aufstehen, besonders ausgeprägt ist und sich im Verlauf der Bewegung teilweise bessern kann. Bei der häufigen Reizung des Sehnenansatzes an der Ferse berichten Betroffene charakteristischerweise über einen stechenden Schmerz bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen. An anderen Ansatzstellen, etwa am seitlichen Hüftbereich oder am Knie, kann sich der Schmerz zusätzlich bei bestimmten Bewegungen wie Treppensteigen oder längerem Sitzen mit angewinkeltem Bein verstärken. Bei entzündlich-rheumatisch bedingten Enthesopathien können mehrere Ansatzstellen gleichzeitig oder im Wechsel betroffen sein.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine körperliche Untersuchung gestellt, bei der die betroffene Ansatzstelle gezielt abgetastet und ein lokaler Druckschmerz genau an dieser Stelle festgestellt wird, was ein charakteristisches Merkmal einer Enthesopathie darstellt. Eine Ultraschalluntersuchung der betroffenen Sehnenansatzstelle kann entzündliche Veränderungen sowie eine mögliche Verdickung des Gewebes sichtbar machen. Bei anhaltenden oder untypischen Beschwerden kann eine Röntgenuntersuchung sinnvoll sein, um knöcherne Veränderungen an der Ansatzstelle sowie andere mögliche Ursachen der Beschwerden auszuschließen. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende entzündlich-rheumatische Erkrankung, insbesondere wenn mehrere Ansatzstellen gleichzeitig betroffen sind, werden zusätzliche Blutuntersuchungen sowie gegebenenfalls eine weiterführende rheumatologische Abklärung eingeleitet.

Behandlung

Die Behandlung einer Enthesopathie der unteren Extremität zielt in erster Linie auf eine Entlastung der betroffenen Sehnenansatzstelle sowie eine Linderung der Beschwerden ab. Eine vorübergehende Reduktion der auslösenden Belastung, kombiniert mit gezielten Dehn- und Kräftigungsübungen im Rahmen einer Physiotherapie, bildet die Grundlage der Behandlung. Entzündungshemmende Medikamente können zur kurzfristigen Schmerzlinderung eingesetzt werden. Bei Fehlstellungen der Füße können orthopädische Einlagen zur besseren Verteilung der Belastung beitragen. Bei anhaltenden, therapieresistenten Beschwerden kommen ergänzend eine Stoßwellentherapie oder gezielte Injektionsbehandlungen infrage. Liegt der Enthesopathie eine entzündlich-rheumatische Erkrankung zugrunde, richtet sich die Behandlung zusätzlich nach den spezifischen Therapieprinzipien dieser Grunderkrankung.

Verlauf und Prognose

Bei konsequenter Entlastung der betroffenen Sehnenansatzstelle sowie gezielter physiotherapeutischer Behandlung bilden sich die Beschwerden einer Enthesopathie der unteren Extremität bei einem erheblichen Teil der Betroffenen innerhalb einiger Wochen bis weniger Monate zurück. Wird die auslösende Überlastung jedoch nicht ausreichend reduziert, kann sich die Reizung chronifizieren und über längere Zeit bestehen bleiben, was die Behandlung erschwert und eine deutlich längere Genesungszeit zur Folge haben kann. Bei einer zugrunde liegenden entzündlich-rheumatischen Erkrankung hängt der langfristige Verlauf wesentlich von der Kontrolle dieser Grunderkrankung ab. Eine frühzeitige Anpassung der Belastung sowie eine konsequente Umsetzung der physiotherapeutischen Übungen tragen wesentlich dazu bei, ein erneutes Auftreten der Beschwerden zu vermeiden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist die häufigste Form einer Enthesopathie an den Beinen?

Die Reizung des Sehnenansatzes an der Ferse, die sich typischerweise durch einen stechenden Schmerz bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen bemerkbar macht und zu den häufigsten Ursachen von Fersenschmerzen zählt.

Warum verstärkt sich der Schmerz oft direkt nach längerer Ruhe?

Weil die gereizte Ansatzstelle nach einer Ruhephase bei erneuter Belastung besonders empfindlich reagiert; im weiteren Bewegungsverlauf lässt der Schmerz häufig etwas nach, bevor er sich bei anhaltender Belastung wieder verstärken kann.

Kann Übergewicht eine Enthesopathie begünstigen?

Ja, ein höheres Körpergewicht erhöht die mechanische Belastung der Sehnenansätze an den unteren Extremitäten zusätzlich und kann die Entstehung sowie das Fortbestehen der Beschwerden begünstigen.

Wann sollte an eine rheumatische Ursache gedacht werden?

Insbesondere wenn mehrere Ansatzstellen gleichzeitig oder im Wechsel betroffen sind, ohne dass eine eindeutige mechanische Überlastung als Ursache erkennbar ist; in diesem Fall wird eine rheumatologische Abklärung empfohlen.

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