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Nervensystem & Gehirn

Sonstige degenerative Krankheiten der Basalganglien

Die Basalganglien sind eine Gruppe tief im Gehirn gelegener Nervenzellansammlungen, die eine zentrale Rolle bei der Steuerung und Feinabstimmung von Bewegungen spielen, indem sie die von der Großhirnrinde ausgehenden Bewegungsimpulse koordinieren und modulieren. Sonstige degenerative Krankheiten der Basalganglien umfassen verschiedene, weniger häufige, fortschreitende Erkrankungen, bei denen Nervenzellen in diesem Bereich des Gehirns allmählich absterben, ohne dass die klassischen Kriterien der bekannteren Parkinson-Krankheit vollständig erfüllt sind. Diese Erkrankungen führen je nach betroffener Zellgruppe zu unterschiedlichen Bewegungsstörungen, die von einer Verlangsamung und Steifigkeit der Bewegungen bis zu unwillkürlichen, überschießenden Bewegungen reichen können, und stellen die behandelnden Fachpersonen häufig vor besondere diagnostische Herausforderungen, da sich die Beschwerdebilder teilweise überschneiden.

Ursachen

Sonstigen degenerativen Krankheiten der Basalganglien liegt ein fortschreitender, meist über Jahre verlaufender Untergang bestimmter Nervenzellgruppen in diesem Bereich des Gehirns zugrunde, dessen genaue Ursache bei den meisten Formen nicht abschließend geklärt ist. Bei einem Teil der Betroffenen spielen genetische Veränderungen eine Rolle, die zu einer Ablagerung fehlgefalteter Eiweißstoffe in den betroffenen Nervenzellen führen und deren allmählichen Untergang begünstigen. Bei anderen Formen wird eine Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Einflüssen diskutiert, ohne dass ein einzelner ursächlicher Faktor eindeutig benannt werden kann. Im Unterschied zur häufigeren Parkinson-Krankheit, bei der vorrangig eine bestimmte Nervenzellgruppe betroffen ist, sind bei den sonstigen degenerativen Krankheiten der Basalganglien häufig mehrere, unterschiedliche Zellgruppen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen.

Symptome

Die Symptome sonstiger degenerativer Krankheiten der Basalganglien sind vielfältig und hängen von der genauen betroffenen Zellgruppe ab. Häufig bestehen eine Verlangsamung der Bewegungen sowie eine erhöhte Muskelsteifigkeit, ähnlich wie bei der Parkinson-Krankheit, die jedoch häufig weniger gut auf die bei Parkinson wirksamen Medikamente anspricht. Manche Formen gehen zusätzlich mit unwillkürlichen, überschießenden Bewegungen oder mit einer ausgeprägten Störung des Gleichgewichts und der Körperhaltung einher, die zu einer erhöhten Sturzneigung führen kann. Im Verlauf können zusätzlich Störungen der Augenbewegung, der Sprache oder des Schluckens hinzukommen. Bei einem Teil der Betroffenen entwickeln sich im weiteren Verlauf zusätzlich kognitive Beeinträchtigungen, die die Alltagsbewältigung zunehmend erschweren können.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine ausführliche neurologische Untersuchung gestellt, bei der das genaue Muster der Bewegungsstörung, das Ansprechen auf eine testweise Gabe von Parkinson-Medikamenten sowie begleitende Symptome wie Störungen der Augenbewegung oder des Gleichgewichts sorgfältig erfasst werden, um die verschiedenen Formen degenerativer Basalganglienerkrankungen voneinander sowie von der Parkinson-Krankheit abzugrenzen. Eine Magnetresonanztomographie des Gehirns kann bei manchen Formen charakteristische Veränderungen zeigen, die die Diagnose unterstützen, wobei die Bildgebung in frühen Krankheitsstadien häufig noch unauffällig ist. Bei diagnostischer Unsicherheit können spezielle nuklearmedizinische Untersuchungsverfahren zusätzliche Informationen über die Funktion bestimmter Nervenzellgruppen im Gehirn liefern. Eine regelmäßige Verlaufsbeobachtung durch eine spezialisierte neurologische Fachperson ist wichtig, um die Diagnose im Zeitverlauf zu bestätigen oder anzupassen.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung, die den fortschreitenden Untergang der Nervenzellen aufhalten oder rückgängig machen kann, steht für die meisten sonstigen degenerativen Krankheiten der Basalganglien derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung zielt daher auf eine möglichst gute Linderung der einzelnen Symptome ab, wobei ein Teil der Betroffenen zumindest zeitweise von den bei der Parkinson-Krankheit eingesetzten Medikamenten profitiert, auch wenn das Ansprechen häufig geringer und weniger anhaltend ausfällt als bei der klassischen Parkinson-Krankheit. Physiotherapie, Ergotherapie und, bei Sprach- oder Schluckstörungen, Logopädie spielen eine wichtige Rolle, um die Beweglichkeit, die Selbstständigkeit im Alltag sowie die Sicherheit beim Essen und Trinken möglichst lange zu erhalten. Eine sorgfältige Sturzprophylaxe ist angesichts der häufig ausgeprägten Gleichgewichtsstörung von besonderer Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Sonstige degenerative Krankheiten der Basalganglien verlaufen in der Regel fortschreitend über mehrere Jahre, wobei die Geschwindigkeit des Fortschreitens sowie das genaue Ausmaß der Beschwerden von Person zu Person unterschiedlich sein können. Im Vergleich zur klassischen Parkinson-Krankheit verlaufen viele dieser Erkrankungen tendenziell rascher fortschreitend und sprechen weniger gut auf eine medikamentöse Behandlung an, was die Erhaltung der Selbstständigkeit im Alltag im Verlauf zunehmend erschweren kann. Eine frühzeitige, umfassende Betreuung durch ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team aus Neurologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie trägt wesentlich dazu bei, die Lebensqualität der betroffenen Person trotz des fortschreitenden Krankheitsverlaufs möglichst lange zu erhalten und Komplikationen wie Stürze oder Schluckstörungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet sonstige degenerative Basalganglienerkrankungen von der Parkinson-Krankheit?

Häufig sind mehrere, unterschiedliche Nervenzellgruppen betroffen, das Beschwerdebild kann zusätzliche Symptome wie ausgeprägte Gleichgewichts- oder Augenbewegungsstörungen umfassen, und das Ansprechen auf die bei Parkinson wirksamen Medikamente ist meist geringer und weniger anhaltend.

Gibt es eine Behandlung, die den Krankheitsverlauf aufhält?

Für die meisten dieser Erkrankungen steht derzeit keine ursächliche Behandlung zur Verfügung, die den fortschreitenden Untergang der Nervenzellen aufhalten kann. Die Behandlung konzentriert sich auf eine möglichst gute Linderung der einzelnen Symptome.

Warum ist eine Sturzprophylaxe bei diesen Erkrankungen besonders wichtig?

Weil viele sonstige degenerative Basalganglienerkrankungen mit einer ausgeprägten Störung des Gleichgewichts und der Körperhaltung einhergehen, die das Sturzrisiko deutlich erhöht.

Warum ist eine interdisziplinäre Betreuung bei diesen Erkrankungen so wichtig?

Weil neben der Bewegungsstörung häufig zusätzlich Sprach-, Schluck- und Gleichgewichtsprobleme sowie kognitive Beeinträchtigungen auftreten können, die ein Zusammenwirken von Neurologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie erfordern.

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