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Verdauung & Magen-Darm

Störungen der Zahnentwicklung und des Zahndurchbruchs

Störungen der Zahnentwicklung und des Zahndurchbruchs umfassen verschiedene Abweichungen vom üblichen zeitlichen Ablauf, in dem sowohl die Milchzähne im Säuglings- und Kleinkindalter als auch später die bleibenden Zähne im Kindes- und Jugendalter durch das Zahnfleisch in die Mundhöhle durchbrechen. Dazu zählen ein verzögerter oder vorzeitiger Durchbruch einzelner oder mehrerer Zähne, ein vollständiges Fehlen der Anlage einzelner Zähne sowie das Vorhandensein überzähliger Zähne, die zusätzlich zur normalen Zahnreihe angelegt sind. Während geringe zeitliche Abweichungen im Zahndurchbruch meist harmlos sind und eine natürliche Bandbreite darstellen, können ausgeprägtere Störungen zu Platzproblemen, Fehlstellungen benachbarter Zähne oder funktionellen Beeinträchtigungen führen und erfordern eine gezielte zahnärztliche Betreuung.

Ursachen

Ein verzögerter Zahndurchbruch kann durch eine familiäre Veranlagung, durch bestimmte allgemeine Erkrankungen, die den Stoffwechsel oder das Knochenwachstum beeinflussen, sowie durch lokale Hindernisse wie eine besonders feste Zahnfleischschicht oder eine Fehlposition des betroffenen Zahnes bedingt sein. Das vollständige Fehlen der Anlage einzelner Zähne, medizinisch als Nichtanlage bezeichnet, ist häufig genetisch bedingt und betrifft bevorzugt bestimmte Zahnpositionen, wobei manche Menschen von Geburt an einen oder mehrere Zähne weniger angelegt haben als üblich. Überzählige Zähne entstehen durch eine fehlerhafte Vervielfachung der Zahnanlage während der frühen Embryonalentwicklung, wobei die genauen ursächlichen Mechanismen nicht abschließend geklärt sind, eine familiäre Häufung jedoch beobachtet wird. Auch ein vorzeitiger Verlust von Milchzähnen kann den Durchbruch der nachfolgenden bleibenden Zähne zeitlich beeinflussen.

Symptome

Ein verzögerter Zahndurchbruch fällt häufig dadurch auf, dass ein bestimmter Zahn im Vergleich zum üblichen Zeitfenster deutlich später als erwartet in der Mundhöhle sichtbar wird, wobei geringe individuelle Abweichungen von einigen Monaten meist keinen Krankheitswert haben. Bei einer Nichtanlage einzelner Zähne bleibt an der entsprechenden Position dauerhaft eine Zahnlücke bestehen, die je nach betroffener Zahnposition sowohl funktionelle als auch ästhetische Auswirkungen haben kann. Überzählige Zähne können entweder regelrecht durchbrechen und dann zu einer sichtbar veränderten, meist zu eng wirkenden Zahnreihe führen, oder im Kiefer verbleiben, ohne durchzubrechen, wodurch sie den Durchbruch oder die Position benachbarter, regulär angelegter Zähne behindern können. In manchen Fällen verursachen solche Störungen selbst keine unmittelbaren Beschwerden, werden jedoch durch die daraus resultierenden Zahnfehlstellungen bemerkbar.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine zahnärztliche Untersuchung in Kombination mit einer Röntgenuntersuchung des Kiefers gestellt, bei der sowohl bereits durchgebrochene als auch noch im Kiefer verborgene Zähne dargestellt werden können. Anhand des Röntgenbildes lässt sich beurteilen, ob ein verzögert durchbrechender Zahn tatsächlich angelegt ist und sich lediglich noch im Kiefer befindet, oder ob eine echte Nichtanlage vorliegt. Auch überzählige Zähne, die häufig nicht regelrecht durchbrechen, lassen sich auf diese Weise zuverlässig erkennen. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende allgemeine Erkrankung als Ursache einer ausgeprägten Durchbruchsverzögerung kann eine weiterführende kinderärztliche Abklärung sinnvoll sein. Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen im Kindesalter ermöglichen es, solche Störungen frühzeitig zu erkennen.

Behandlung

Eine geringfügige, isolierte Verzögerung des Zahndurchbruchs ohne erkennbare zugrunde liegende Ursache erfordert in der Regel keine spezifische Behandlung, sondern lediglich eine abwartende Kontrolle. Bei einer Nichtanlage einzelner Zähne richtet sich die Behandlung nach der betroffenen Zahnposition und dem Alter der betroffenen Person und kann von einem kieferorthopädischen Lückenschluss bis zu einem späteren, prothetischen oder implantatgetragenen Ersatz des fehlenden Zahnes reichen. Überzählige Zähne, die den Durchbruch oder die Stellung benachbarter Zähne behindern, werden in der Regel operativ entfernt, häufig in Kombination mit einer anschließenden kieferorthopädischen Behandlung, um die regulär angelegten Zähne in eine günstige Position zu bringen. Die konkrete Behandlungsstrategie wird individuell in enger Abstimmung zwischen Zahnärztin oder Zahnarzt und, falls notwendig, einer kieferorthopädischen Fachperson festgelegt.

Verlauf und Prognose

Geringfügige zeitliche Abweichungen im Zahndurchbruch gleichen sich meist von selbst aus und haben eine sehr gute Prognose ohne bleibende Folgen. Bei einer Nichtanlage einzelner Zähne lässt sich durch eine rechtzeitige, individuell angepasste kieferorthopädische oder prothetische Behandlung meist ein gutes funktionelles und ästhetisches Ergebnis erzielen. Werden überzählige Zähne rechtzeitig erkannt und bei Bedarf entfernt, können daraus resultierende Fehlstellungen der regulär angelegten Zähne häufig vermieden oder zumindest begrenzt werden; bleiben sie hingegen unbehandelt, können sich im Laufe der Zeit zunehmende Zahnfehlstellungen entwickeln. Insgesamt ist eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle im Kindesalter von großer Bedeutung, um Störungen der Zahnentwicklung frühzeitig zu erkennen und die Behandlung optimal auf den individuellen Entwicklungsstand abzustimmen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wann ist ein verzögerter Zahndurchbruch besorgniserregend?

Geringe individuelle Abweichungen von einigen Monaten sind meist unbedenklich. Eine deutlichere oder anhaltende Verzögerung sollte jedoch zahnärztlich abgeklärt werden, um eine mögliche Nichtanlage oder ein lokales Hindernis auszuschließen.

Was bedeutet Nichtanlage eines Zahnes?

Ein Zahn ist von Geburt an nicht angelegt worden und wird daher zu keinem Zeitpunkt durchbrechen. Dies ist häufig genetisch bedingt und betrifft bevorzugt bestimmte Zahnpositionen.

Müssen überzählige Zähne immer entfernt werden?

Nicht zwingend, aber häufig, insbesondere wenn sie den Durchbruch oder die Stellung der regulär angelegten Zähne behindern. Die Entscheidung wird individuell anhand des Röntgenbefundes getroffen.

Wie wird eine Zahnlücke durch Nichtanlage behandelt?

Je nach betroffener Position entweder durch einen kieferorthopädischen Lückenschluss, bei dem die Nachbarzähne in die Lücke bewegt werden, oder durch einen späteren, prothetischen oder implantatgetragenen Ersatz des fehlenden Zahnes.

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