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Verdauung & Magen-Darm

Glossodynie

Die Glossodynie, auch als Zungenbrennen oder Burning-Mouth-Syndrom bezeichnet, ist ein chronisches, meist brennendes oder stechendes Schmerzgefühl der Zunge sowie mitunter weiterer Bereiche der Mundschleimhaut, das ohne eine sichtbare, organisch erklärende Veränderung der betroffenen Region auftritt. Die Erkrankung betrifft überproportional häufig Frauen im mittleren bis höheren Lebensalter, insbesondere in der Zeit um die Wechseljahre, und stellt sowohl für die Betroffenen als auch für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte eine erhebliche Herausforderung dar, da die genaue zugrunde liegende Ursache in vielen Fällen nicht eindeutig identifiziert werden kann und verschiedene Faktoren aus unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten an der Entstehung beteiligt sein können.

Ursachen

Die Ursachen der Glossodynie sind vielfältig und lassen sich grob in Fälle mit erkennbarer, zugrunde liegender Ursache sowie Fälle ohne eine solche identifizierbare Ursache unterteilen. Zu den bekannten, möglichen Ursachen zählen bestimmte Nährstoffmängel, insbesondere ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure, eine Schilddrüsenunterfunktion, ein schlecht eingestellter Diabetes, eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut sowie eine Reizung durch schlecht sitzenden Zahnersatz oder bestimmte Bestandteile von Zahnpflegeprodukten. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen, insbesondere bei Frauen um die Wechseljahre, lässt sich jedoch trotz umfassender Abklärung keine eindeutige organische Ursache finden, weshalb bei diesen Fällen eine Störung der Schmerzverarbeitung im Bereich der Zungennerven, möglicherweise im Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen dieser Lebensphase, als zugrunde liegender Mechanismus angenommen wird.

Symptome

Das führende Symptom der Glossodynie ist ein anhaltendes, meist brennendes, seltener stechendes oder kribbelndes Schmerzgefühl, das überwiegend die Zungenspitze sowie die seitlichen Zungenränder betrifft, sich jedoch auch auf andere Bereiche der Mundschleimhaut, etwa den Gaumen oder die Lippen, ausdehnen kann. Charakteristisch ist ein typischer Tagesverlauf der Beschwerden, bei dem die Schmerzen häufig morgens nach dem Aufwachen kaum oder gar nicht spürbar sind, sich im Laufe des Tages jedoch zunehmend verstärken und am Abend ihr Maximum erreichen. Viele Betroffene berichten zusätzlich über eine veränderte Geschmackswahrnehmung, etwa einen anhaltenden metallischen oder bitteren Geschmack, sowie über ein subjektives Gefühl der Mundtrockenheit, obwohl die tatsächliche Speichelproduktion bei einer objektiven Messung häufig unauffällig ist.

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Diagnostik

Die Diagnostik der Glossodynie beginnt mit einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung der Mundhöhle, um sichtbare, organisch erklärende Veränderungen wie eine Pilzinfektion, entzündliche Veränderungen der Mundschleimhaut oder eine mechanische Reizung durch schlecht sitzenden Zahnersatz auszuschließen. Umfangreiche Blutuntersuchungen werden zum Ausschluss möglicher zugrunde liegender Ursachen wie Nährstoffmängel, einer Schilddrüsenunterfunktion oder eines nicht erkannten Diabetes durchgeführt. Erst wenn diese umfassende Ausschlussdiagnostik keine erklärende Ursache liefert, wird die Diagnose der sogenannten primären, also ohne erkennbare organische Ursache auftretenden Glossodynie gestellt, die als eigenständiges Krankheitsbild mit vermuteter Störung der Schmerzverarbeitung verstanden wird.

Behandlung

Wird im Rahmen der Diagnostik eine zugrunde liegende Ursache identifiziert, etwa ein Nährstoffmangel, eine Pilzinfektion oder eine Schilddrüsenunterfunktion, steht die gezielte Behandlung dieser Grunderkrankung im Vordergrund, wodurch sich die Beschwerden bei vielen Betroffenen deutlich bessern. Bei der primären Glossodynie ohne erkennbare organische Ursache kommen verschiedene Behandlungsansätze zum Einsatz, insbesondere bestimmte, niedrig dosierte Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Depressionen oder Epilepsie entwickelt wurden, jedoch auch eine wirksame Beeinflussung der gestörten Schmerzverarbeitung ermöglichen können. Eine begleitende, ausführliche Aufklärung über die Harmlosigkeit der Erkrankung sowie gegebenenfalls eine psychologische Unterstützung im Umgang mit den chronischen Beschwerden können die Lebensqualität der Betroffenen zusätzlich verbessern.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Glossodynie ist bei erkennbarer, behandelbarer zugrunde liegender Ursache gut, da sich die Beschwerden nach gezielter Behandlung dieser Ursache bei vielen Betroffenen deutlich bessern oder vollständig zurückbilden. Bei der primären, ohne erkennbare Ursache auftretenden Form verläuft die Erkrankung häufig chronisch über Monate bis Jahre, wobei eine vollständige Beschwerdefreiheit nicht bei allen Betroffenen erreicht wird, jedoch mit einer angepassten, individuellen Behandlung häufig eine deutliche Linderung sowie eine verbesserte Lebensqualität erzielt werden kann. Die Erkrankung selbst ist nicht mit ernsthaften gesundheitlichen Risiken verbunden, was im Rahmen der Behandlung betont werden sollte, um die häufig erhebliche psychische Belastung der Betroffenen durch die anhaltenden, unerklärten Beschwerden zu lindern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wer ist am häufigsten von der Glossodynie betroffen?

Überproportional häufig Frauen im mittleren bis höheren Lebensalter, insbesondere in der Zeit um die Wechseljahre.

Was ist ein typisches Zeichen im Tagesverlauf?

Die Beschwerden sind morgens meist kaum spürbar und verstärken sich im Laufe des Tages, mit einem Maximum am Abend.

Findet sich immer eine erkennbare Ursache?

Nein, bei einem erheblichen Teil der Betroffenen lässt sich trotz umfassender Abklärung keine eindeutige organische Ursache finden.

Wie wird die primäre Glossodynie ohne erkennbare Ursache behandelt?

Unter anderem mit niedrig dosierten Medikamenten, die eine gestörte Schmerzverarbeitung günstig beeinflussen können, sowie begleitender Aufklärung.

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