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Verdauung & Magen-Darm

Gingivaretraktion (Zahnfleischrückgang)

Die Gingivaretraktion, umgangssprachlich als Zahnfleischrückgang bezeichnet, beschreibt einen allmählichen Rückzug des Zahnfleischrandes von seiner ursprünglichen Position in Richtung Zahnwurzel, wodurch zunehmend mehr Anteile der eigentlich unter dem Zahnfleisch verborgenen Zahnwurzel sichtbar sowie der äußeren Umgebung ausgesetzt werden. Dieser Vorgang entwickelt sich meist schleichend über Jahre sowie kann sowohl einzelne Zähne als auch den gesamten Zahnbogen betreffen. Da die freiliegende Zahnwurzel nicht durch den widerstandsfähigen Zahnschmelz geschützt ist, geht ein ausgeprägter Zahnfleischrückgang häufig mit einer erhöhten Empfindlichkeit sowie einem erhöhten Kariesrisiko der betroffenen Wurzeloberfläche einher.

Ursachen

Die Gingivaretraktion entsteht meist durch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren, wobei eine zu kräftige oder falsche Zahnputztechnik mit übermäßigem Druck sowie horizontalen Schrubbbewegungen zu den häufigsten mechanischen Ursachen zählt. Eine chronische, unbehandelte Zahnfleischentzündung im Rahmen einer Parodontitis führt durch den fortschreitenden Abbau des zahnhaltenden Gewebes ebenfalls zu einem Rückgang des Zahnfleisches. Zusätzlich begünstigen eine von Natur aus dünne Zahnfleischstruktur, eine ungünstige Zahnstellung mit nach außen stehenden Zähnen sowie das fortschreitende Lebensalter das Auftreten einer Gingivaretraktion.

Symptome

Die Gingivaretraktion äußert sich durch eine sichtbare Verlängerung der Zähne, da zunehmend mehr Anteile der eigentlich verdeckten Zahnwurzel zum Vorschein kommen, sowie durch eine deutlich erhöhte Empfindlichkeit der betroffenen Zähne gegenüber Kälte, Wärme, Süßem oder Berührung. Kleine Rillen oder Einkerbungen am Zahnfleischrand, sogenannte Stillman-Spalten, können bei einer mechanisch bedingten Form zusätzlich auftreten. In fortgeschrittenen Fällen kann die zunehmende Freilegung der Zahnwurzel zusätzlich ein kosmetisch als störend empfundenes Erscheinungsbild verursachen.

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Diagnostik

Die Diagnose der Gingivaretraktion wird durch eine klinische zahnärztliche Untersuchung gestellt, bei der das Ausmaß des Zahnfleischrückgangs an jedem einzelnen Zahn mit einer speziellen Messsonde erfasst sowie dokumentiert wird. Eine sorgfältige Befragung nach der individuellen Zahnputztechnik sowie eine Beurteilung der Zahnfleischdicke sowie einer möglicherweise zugrunde liegenden Parodontitis ergänzen die Untersuchung, um die auslösende Ursache möglichst genau einzugrenzen.

Behandlung

Die Behandlung der Gingivaretraktion beginnt mit einer gezielten Korrektur einer zu kräftigen Zahnputztechnik sowie der Umstellung auf eine weiche Zahnbürste, um ein weiteres Fortschreiten des mechanisch bedingten Rückgangs zu verhindern. Eine zugrunde liegende Parodontitis wird durch eine professionelle Zahnreinigung sowie eine gezielte parodontale Behandlung therapiert. Bei einem bereits ausgeprägten, kosmetisch oder funktionell erheblich störenden Zahnfleischrückgang kann eine chirurgische Deckung der freiliegenden Wurzeloberfläche mittels eines Bindegewebstransplantats erwogen werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Gingivaretraktion hängt entscheidend von der konsequenten Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache ab, wobei ein bereits eingetretener Zahnfleischrückgang sich von selbst nicht mehr zurückbildet, ein weiteres Fortschreiten jedoch durch eine korrekte Mundhygiene sowie eine gezielte parodontale Behandlung wirksam verhindert werden kann. Eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchung ermöglicht die frühzeitige Erkennung sowie das rechtzeitige Gegensteuern, bevor ein erheblicher, funktionell relevanter Substanzverlust eintritt.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Bildet sich zurückgegangenes Zahnfleisch von selbst wieder zurück?

Nein, ein bereits eingetretener Rückgang bleibt bestehen, ein weiteres Fortschreiten kann aber verhindert werden.

Was ist eine häufige mechanische Ursache?

Eine zu kräftige Zahnputztechnik mit übermäßigem Druck.

Warum werden freiliegende Zähne empfindlicher?

Die Zahnwurzel ist nicht durch schützenden Zahnschmelz bedeckt.

Welche Behandlung kommt bei ausgeprägtem Rückgang infrage?

Eine chirurgische Deckung mittels Bindegewebstransplantat.

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